Noel unser Pflegekind.

Einleitung:


Noel ist unser Pflegekind. Er kam mit 8 Wochen zu uns. Wir freuten uns sehr über ein Kind. Und die Freude wurde auch noch größer, als wir dann ein paar Wochen später wussten, dass ich schwanger war. Noel litt als Baby schon unter Verlustängsten. Er machte es durch sein schrilles Weinen deutlich.


Als er 3 Jahre war gingen wir mit ihm zur Ergotherapie. Man stellte fest, dass er motorische Schwierigkeiten hatte. Er war echt ein kleiner Wirbelwind, der aber nicht dumm war. Noel litt auch unter Reizüberflutung. Viele Dinge waren für seinen Kopf zu viel, konnte es nicht richtig verarbeiten und reagierte mit Kaspereien. Er stellte sich dadurch ständig in den Mittelpunkt. Noel rang ständig nach purer Aufmerksamkeit. Als er in den Kindergarten kam, begannen schon die ersten Schwierigkeiten. Die Erzieherinnen waren nicht in der Lage ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Er war ihnen zu wirbelig. Ich gab ihnen den Rat ihn aus dem Spielen bzw. Geschehen raus zunehmen und ihm eine Auszeit zu geben. Z.B. in dem er die Spülmaschine ausräumen sollte, er ruhig am Tisch etwas machen sollte. All das nahmen sie nicht war, bzw. bekamen sie nicht hin mit ihm. Und hier fing alles an, er würde dies er würde jenes tun. Ein Fallbeispiel: meine Bekannte die ihre Tochter in derselben Gruppe hatte wie Noel erzählte mir z.B. einmal, dass andere Kinder morgens in der Gruppe mit Stühlen gekämpft hätten. Die Erzieherinnen waren nicht in der Gruppe. Als die eine Erzieherin plötzlich kam, sagten diese drei Jungs, dass Noel mit den Stühlen gekämpft hätte. Meine Bekannte aber, die ja vor der Gruppe stand und ihrer Tochter noch die Jacke auszog, hatte ja alles mit bekommen. Sie erzählte mir, dass Noel nur da gestanden hätte und zugeguckt hätte und hätte gelacht. Als die Erzieherin ihn tadelte mischte sich meine Bekannte ein und klärte sie auf, dass Noel keine Schuld hätte. Das war nur einer von Noel Fällen. Doch schon da hatte unser Sohn schlechte Karten. Er war zwar manchmal nicht einfach aber er wurde durch seine Art oftmals zu Unrecht als Schuldiger bestraft.


Kinder können so grausam sein, selbst in so jungen Jahren. Schon dort haben wir auch feststellen müssen, dass trotz erzieherischer Ausbildung wir mehr über Kinder und ihr Verhalten wussten, als die Erzieherinnen selbst. Diese 4 Jahre im Kindergarten schlossen wir mit 1000 Kreuzen gedanklich in unserem Kalender ab!



Noels vier Grundschuljahre:


Schon seit langer Zeit habe ich immer mal gesagt, dass was uns alles passiert ist, müsste man mal alles aufschreiben. Und ein echtes Buch draus machen. Nun endlich habe ich mich dran gegeben das wahr zu machen und nun ein Buch zu schreiben, nachdem ich beim Einkaufen eine andere Pflegemutter traf und sie mir auch von ihrem Sohn mit den Problemen in seiner Schule erzählte.

Zum einen verfasse ich das Ganze jetzt mal, um sich das Ganze noch mal von der Seele zu schreiben. Und zum Zweiten für uns als Erinnerung.

Und wer weiß, vielleicht habe ich ja doch ein bisschen Talent und es wird mal veröffentlicht. Dieses Buch ist für alle etwas, die vielleicht auch schon mal etwas Ähnliches erlebt haben, aber auch für alle, die einfach nur Interesse an unsere Geschichte haben.




Das 1. und 2. Schuljahr


Es fängt mit der Einschulung an.

Da Noel unser Pflegesohn ist und wir ja vom Jugendamt betreut werden, wurde uns empfohlen an den Schulen nachzufragen, ob die Lehrpersonen Ahnung von den Problemen mit Pflegekindern hätten. Natürlich habe ich damals diesen Vorschlag vom Jugendamt angenommen und den Direktor von der Schule danach befragt. Zur Antwort bekam ich, dass sie solche Kinder mit ihren Problemen kennen würden und auch wüssten damit umzugehen. Darauf hin meldete ich unseren Sohn Noel an dieser Schule an. Natürlich auch in positiven Erwartungen mit Noel Umgang an dieser Schule!

Er bekam eine schon etwas ältere Dame, Frau Schlange als Lehrerin. Die im Übrigen mein Mann schon vor ca. 25 Jahre hatte. Also noch eine vom alten Schlag. Na gut dachten wir, schauen wir wie sich alles so entwickelt.


Am 1. Elternsprechtag den ich besuchte, erzählte mir Frau Schlange folgendes: Noel sei sehr ruhig, wäre aber im Unterricht sehr auffällig, indem er ständig versuchen würde den Unterricht zu stören. Würde sich gerne in den Mittelpunkt stellen. Er würde mit seinen Gedanken abschweifen, aus dem Fenster gucken, mit seinem Bleistift im Radiergummi rumoren, seinen Nachbarn stören. Sie hätte auch bemerkt, dass er kein Lob annehmen könnte. Er würde seine Freude nicht zeigen können. All dieses bejahte ich und sagte ihr, dass ich offen zu ihr sein möchte. Ich erzählte ihr, dass Noel nicht unser leibliches Kind sei und er in manchen Sachen Schwierigkeiten hätte. Und dass es mir lieb wäre sie wüsste Bescheid, denn nur so könnten wir ihm helfen, ihn unterstützen und ihm helfen. Sie bedankte sich bei mir für meine Offenheit und fragte mich so die üblichen Fragen wie: Wie lange er schon bei uns leben würde, ob er schon irgendwelche Therapien gemacht hätte, ob er Kontakt zu seinen leiblichen Eltern hätte und dass wir ja ziemlich jung für ein Pflegekind seien. Als dieses Gespräch zu Ende war, dachte ich nicht weiter darüber nach wie sie mal reagieren würde, wenn er mal "Mist" machen würde. Sondern ich hatte ehrlich gesagt den Eindruck, dass die Lehrerin Herz hätte und Noel ihr Leid tun würde.


Beim anderen Elternsprechtag der ja im zweiten Halbjahr stattfand, erzählte sie mir eigentlich dieselben Sachen über Noel wie beim ersten. Die Leistungen waren zufrieden stellend, sein Verhalten ließ zu wünschen übrig. Schon da merkte ich ihre Gleichgültigkeit und ihre Verärgerung. Sie gab mir in diesem Gespräch definitiv zu verstehen, dass sie ein solches Verhalten von ihm nicht weiter tolerieren könne. Ich erklärte ihr, dass Noels. Verhalten auf keinen Fall böswillig ihr gegenüber sei, sondern dass er pure Aufmerksamkeit bräuchte. Dass sich dieses Verhalten aus seiner Vorgeschichte begründet und dies auch Existenzängste seien. Frau Schlange antwortet aber nur, dass dieses doch nach so langer Zeit, die er ja nun doch bei uns wäre, ja nicht mehr sein könnte. Und er diesen "Mist" ganz bewusst machen würde. Ich habe ihr dann, aus Vorträgen erklärt, dass er nach Liebe, Aufmerksamkeit, Anerkennung schreien würde und dass er das unbewusst machen würde. Sie glaubte mir nicht so richtig und versuchte das Gespräch zu beenden. Da merkte ich schon, dass Kinder die nicht in ihre Normen passen es nicht so leicht bei ihr haben! Im zweiten Schuljahr spitzte sich alles sehr schnell zu. Sie beklagte sich über Noel indem sie mir seine Schandtaten in Noel Hausaufgabenheft schrieb und die ich zu unterschreiben hatte. Noel bekam schriftliche Strafarbeiten auf, z.B. 40-mal die Sätze seiner Schandtat aufzuschreiben. Er machte sie aber auch, zwar widerwillig aber wir sagten ihm, dass er sie machen müsste, sonst würde es noch mehr Ärger geben. Noel sagte uns so manches Mal, über die Sachen die im Hausaufgabenheft standen, dass das nicht so war, oder er hätte das nicht gemacht. Da wir ja nie bei den Vorkommnissen in der Schule dabei waren, haben wir auch dummerweise den Lehrern geglaubt. Noel teilte uns auch des Öfteren mit, dass seine Mitschüler ihn ständig verpetzen bzw. irgendetwas behaupten würden, was Noel gemacht haben sollte. Noel schwor uns zu Hause, unter Tränen nichts gemacht zu haben. Wir, mein Mann und ich, konnten nie etwas zu diesen Vorfällen sagen. Wir waren ja auch nie dabei.


Am ersten Elternsprechtag des 2. Schuljahres war Frau Schlange noch weniger wieder zu erkennen. Sie schimpfte über Noel wie ein Rohrspatz! Sie wollte das nicht mehr tolerieren und er würde sie ganz bewusst ärgern wollen. Seine Leistungen, sein Können, fielen mehr oder weniger unter den Tisch. Er bekam nun ständig schriftliche Strafarbeiten auf. Er musste sein Hausaufgabenheft, in dem sie wieder aufschrieb, was er getan hatte, vor der ganzen Klasse abgeben. Ich musste das jedes Mal unterschreiben. Sie schrieb z.B. dass Noel sich zum x-ten Mal gegen die Regeln der Schule widersetzt hätte.


Auf diesem Schulhof war das Fußballspielen verboten. Sie sollten auf der Sportanlage spielen. Da auch noch eine andere Schule diesen Schulhof teilte, sei die Gefahr zu groß, dass Kinder von einem Ball getroffen würden. Die Kinder durften halt nur auf dem Sportplatz spielen. Andere Kinder spielten auch auf dem Schulhof und bekamen keinen Ärger. Wir befragten Noel jetzt jedes Mal, wenn etwas vorgekommen war, wie das alles so war. Des Öfteren fanden wir es sehr ungerecht. Haben aber zu manchen Vorfällen stillschweigend drüber hinweggesehen. Ich weiß jetzt nicht mehr, wie oft Noel Aufsätze schreiben musste, auf jeden Fall ist mein Mann dann mal in der großen Pause zur Schule gegangen, hat sich dort versteckt und erstmal beobachtet. Was er da sah, war der Hammer. Seine Klassenlehrerin hatte Pausenaufsicht und Noels Mitschüler spielten ganz vergnügt Fußball. Er traute seinen Augen nicht, denn seine Lehrerin griff nicht ein. Sie sagte kein Wort zu den Kindern. Sie tat beinahe so als sei es erlaubt. Was war denn das?

Als mein Mann nach Hause kam und mir dieses berichtete, war ich platt wie ein Turnschuh!


Tage vergingen bis Noel eines Tages nach Hause kam und uns erzählte, er sei in der Pause von einem Schüler von der anderen Schule von einem Drittklässler verprügelt worden. Noel hatte auch Kratzer auf der Nase und unter dem Auge. Beim Mittagessen befragte ich ihn genau was passiert sei. Er erzählte, dass der Junge aus der anderen Schule ihn gegen die Wand geschubst hätte. Ich fragte ihn, ob er was gemacht hätte. Nein und er hätte ihn auch noch eine ins Gesicht gehauen. Ich fragte ihn, ob er zur Pausenaufsicht gegangen wäre. Er sagte nein, aber er wäre zu Unterrichtsbeginn zu Frau Schlange gegangen und habe es ihr gesagt. Daraufhin habe seine Lehrerin gefragt, ob er wüsste wie dieser Junge heißen würde. Das wusste Noel aber nicht. Die Lehrerin meinte noch zu ihm, wenn er den Namen nicht wüsste, dann könnte sie ihm nicht helfen. Sie sagte noch, dass sie in der nächsten Pause Pausenaufsicht hätte und er ihn ihr mal zeigen sollte. "Und", fragte ich Noel "hast du das getan?" Noel gab mir zur Antwort, dass er es vergessen hätte. 2 oder 3 Tage später rief mich Noels Lehrerin an, weil er angeblich schon wieder etwas gemacht haben sollte. Ich saß gerade bei meiner Schwiegermutter, die über uns wohnte beim Kaffee trinken. Frau Schlange wetterte sofort los, Noel hätte dieses und gestern jenes getan. Meine Schwiegermutter, die mir gegenüber saß, hatte jedes Wort von der Lehrerin verstehen können, so laut brüllte sie in den Hörer. Ich unterbrach sie nach wenigen Sekunden und sagte ihr, dass sie mich doch bitte nicht so anzuschreien hätte, da ich ihr erstens nichts getan hätte und zum zweiten sehr gute Ohren hätte. Und wenn sie weiter so schreien würde, dann würde ich auflegen, weil ich mir so etwas nicht bieten lassen müsste. Als sie fertig war, fragte ich sie, ob sie mir doch bitte einmal sagen könnte, was vor 3 Tagen mit Noel auf dem Schulhof passiert sei? Sie stutzte und fragte mich, was denn gewesen wäre? Ich gab ihr eine kleine Hilfe und sagte nur:" Wissen sie das Noel auf dem Schulhof verprügelt worden ist?" Die Lehrerin konnte sich nicht erinnern. Da wurde ich sauer und sagte:" Sie wissen es nicht mehr?" Noel ist doch nach der großen Pause zu ihnen gekommen und hat es ihnen gesagt!" " Ach das meinen sie, antwortete sie." "Ja das meinte ich!", entgegnete ich ihr. "Und was wollen sie jetzt von mir?", fragte sie mich. Ich sagte ihr, dass Noel uns erzählt hätte, dass sie ihm nicht hätte helfen können, weil er den Namen nicht wusste. "Nein das kann ich ja dann wohl auch nicht!", gab sie mir zur Antwort. Da wurde ich richtig wütend und sagte schon mit etwas anderer Stimme, dass ich es eine Frechheit finde, dass sie als Lehrerin nicht in der Lage sei das zu klären. Und dass es ihre Aufgabe gewesen wäre. Frau Schlange antwortete: "Ihrem Sohn habe ich aber gesagt, er solle mir in der kleinen Pause den Jungen zeigen, nur wenn ihr Sohn nichts besseres zu tun hatte als zu spielen, wäre er selber Schuld, dann könnte es ja nicht so schlimm gewesen sein!" (Das sagte sie Wort wörtlich) Ich bin da fast vom Stuhl gefallen. Ich hatte zum Glück meinem Hörer auf mithören gestellt, so dass dieses meine Schwiegermutter alles mit anhören konnte. Sie zeigte mir schon einen Vogel. Total geschockt sagte ich zu der Lehrerin, dass es ja wohl schon schlimm für Noel gewesen sei, es ja wohl aber als Kind völlig normal sei, dass er in der Pause spielen möchte. Und dass es ja wohl ihre Aufgabe als Erwachsene Person bzw. Lehrerin gewesen wäre, vielleicht mal zu Noel hin zu gehen und zu fragen: "Komm zeig mir mal den Jungen der das war:" "Nein", sagte sie. Er wäre doch schließlich alt genug um zu wissen, dass er kommen müsse. Da habe ich ihr gesagt, wenn das bei uns privat uns passiert wäre, ich auch mit Noel zu diesen Jungen gegangen wäre und mit ihm gemeinsam mit diesen Jungen gesprochen hätte. Die Lehrerin meinte nur, dass das meine Meinung wäre und ich ihm ja nicht auch noch mit 18. das Händchen halten könnte. Man was war ich sauer! Ich antwortete nur noch, dann wäre er ja soweit, dass er das selber klären könnte, aber dass es manche Kinder gäbe, die halt mit 8 Jahren noch nicht so weit wären und die Reife hätten und ich finden würde, dass sie trotz das sie 8 Jahre wären, doch noch klein sein. Daraufhin beendeten wir dieses Gespräch. Zum Glück, denn ich wäre fast geplatzt!




Das 3. und 4. Schuljahr


Das 2. Schuljahr ging zu Ende und Noel bekam für die nächsten zwei Schuljahre eine neue Lehrerin. Das war Frau Rotkelchen. Hinzu kam aber noch, dass die Kinder in den anderen Fächern teilweise andere Lehrer bekamen. Das war dann halt in Sport z.B. der Konrektor Herr Müller.

Frau Rotkelchen machte mir einen sehr lieben Eindruck. Der erste Elternsprechtag kam und die Lehrerin begann zu erzählen. Noels Leistungen wären ganz gut, aber ich hörte genau dasselbe wie schon die letzten zwei Jahre. Noel würde den Unterricht stören, er würde quatschen, was zwar andere Kinder auch täten. Er würde andere ablenken usw. usw. Ich fragte sie, ob ihre "nette" Kollegin ihr schon was erzählt hätte? "Hm", sagte sie "was denn" ich erzählte ihr was Noel für Schwierigkeiten habe und auch dass er ein Pflegekind und im sozialem Bereich seine kleinen Probleme hätte. Sie antwortete zurück, dass sie von Frau Schlange nichts wüsste und was da so gewesen wäre. Aber natürlich wusste sie was, die Kollegen unterhalten sich doch im Lehrerzimmer über so ein Kind was auffällig ist. Na gut das Schuljahr nahm seinen Lauf. Ich bat sie noch mich anzurufen, wenn irgendetwas sei. Sie antwortet, dass sie mich nur in gravierenden Vorkommnissen anrufen würde. Sie rief mich auch ein paar Mal an, aber sie blieb ruhig und wollte mich nur davon in Kenntnis setzen. Der andere Elternsprechtag verlief eigentlich auch ganz gut. Sie sagte, sie käme mit Noel auch ganz gut klar, sie müsse ihn zwar ab und zu mal auf den Boden der Tatsachen zurückholen, aber große Schwierigkeiten hätte sie mit ihm eigentlich nicht. Das wunderte mich stark! Na gut dachte ich, sie mag Noel alles in Butter.


Des Öfteren klagte unser Sohn aber zu Hause über Bauchschmerzen. Ich konsultierte unseren Kinderarzt, der mir sagte er hätte eine Magen-Darm-Grippe, dazu sagte sie er ist wahrscheinlich ein Bauchmensch. Also psychisch! In den einem Jahr war ich schon so ca. 3-4 mal beim Arzt, immer das Selbe hat wohl was am Magen und manche reagieren auf Stress und Ärger über den Bauch. Wie schon mal gesagt er wäre halt ein Bauchmensch. Da ich ja auch kein Arzt bin, musste ich mich mit diesen Ergebnis zufrieden geben.


Ein weiteren "tolles" Ereignis ereignete sich: unser anderer Sohn, der auch dieselbe Schule, aber die Parallelklasse besucht, hatte eine Vertretungsstunde in Musik bei Noels alter Lehrerin Frau Schlange. Mein Mann wollte die Kinder an diesem Tag von der Schule holen, als das vorgefallen war was ich nun hier erzähle. Also: Mein Mann holte Fynn unseren anderen Sohn von der Schule ab. Fynn kam aus dem Schulgebäude mit hochrotem Kopf. Mein Mann wunderte sich über seine rote Bombe und fragte verdattert: "Hattest du gerade Sport?" "Nein! Diese blöde Frau Schlange, die hat sie nicht mehr alle!" "langsam, langsam, was ist denn los?" wollte mein Mann wissen. Frau Schlange hat bei uns Musik unterrichtet und alle haben gepfiffen und ich kriege den Ärger!" Wieso du?" "Ja fast alle haben so auf den Fingern gepfiffen und ich kann das ja gar nicht, sein Freund Fe. der neben ihm saß hat das auch gemacht und zu mir sagt sie dann:" Typisch die Kinder der Familie XXX machen nur Quatsch und können mal wieder nicht hören!" Fynn verteidigte sich wohl bei der Lehrerin und sagte er sei es nicht gewesen, er könne das gar nicht. Felix hätte das gemacht. Der Fe. gab das auch auf Nachfragen der Lehrerin zu. Aber entschuldigt hat sie sich bei Felix im Nachhinein nicht! Und weil unser Sohn sich so über diese "tolle Aussage“ geärgert hatte, deswegen hatte er so einen roten Kopf. Mein Mann fand diesen Satz von der Lehrerin echt schlimm und sprach sie direkt darauf an. Sie wollte gerade eine andere Klasse in den Klassenraum holen. Sie leugnete direkt und meinte sie hätte jetzt keine Zeit und sie müsse unterrichten. Er ließ aber nicht locker und wolle dies jetzt klären, daraufhin fing sie an ihn anzuschreien, dass sie auf so eine Auseinandersetzung ja überhaupt nicht vorbereitet wäre und sie dies unverschämt fände. Mein Mann sagte ihr, dass Fynn ebenso wenig drauf vorbereitet gewesen wäre. Sie drehte sich dann wütend weg und ging. Mein Mann ist dann zu Felix nach Hause gefahren und fragte ihn im Beisein der Mutter, was in der Stunde vorgefallen wäre. Felix bestätigte mit seiner Erzählung genau die Aussage von Fynn Als mein Mann zu Hause war und mir erstmal die Story wieder erzählte rief er den Direktor der Schule an. Er erzählte ihm was war und bat ihm um ein persönliches Gespräch mit Frau Schlange und ihm. Er müsste mal gucken wann es ginge, denn es war kurz vor den Weihnachtsferien und sie hätten noch das Sportfest, wenn halt nach den Ferien. Wir waren einverstanden. Die Weihnachtsferien rückten näher und auch so das Sportfest. In der Zwischenzeit riefen wir bei unserer Betreuerin vom Jugendamt an, und baten sie zu diesem Gespräch mit zu kommen. Ich war es nämlich leid, mich ständig rechfertigen zu müssen, und mich als dumme Mutter hinstellen zu lassen. Die Betreuerin wollte mich unterstützen, denn sie fand diese ganzen Sachen auch nicht in Ordnung. Wir meldeten uns noch mal telefonisch bei der Schule und gaben bekannt, dass unsere Betreuerin Frau Blume vom Jugendamt zum Gespräch mit käme. An dem Tag an dem das Sportfest stattfand, holte mein Mann unsere Kinder ab. Da alle noch mitten in dem Fest standen, ging mein Mann auch noch in die Turnhalle. Als mein Mann einige Minuten da stand, kam der Direktor auf meinen Mann zu und sagte:" Wegen des Gesprächs mit Frau Schlange, müsste es denn sein, das die Frau vom Jugendamt mitkäme?; "Ja" antwortete mein Mann: "Das müsste sein" "Gut dann werde ich das so an Frau Schlange weiterleiten!"

Ein paar Tage später rief der Direktor bei uns zu Hause an und teilte uns mit, dass Frau Schlange dann möchte dass das ganze Kollegium dabei sein sollte. Ich gab nur als Antwort:" Das ist mir so was von egal wer da nun sitzt, von mir aus kann ganz München da sitzen. Und Angst machen lass ich mir von ihr auch nicht, die habe ich nämlich nicht!" Als die Weihnachtsferien vorbei waren rief uns der Direktor der Schule an und verkündete uns den Termin. Ich rief da wiederum unsere Bearbeiterin vom Jugendamt an und teilte ihr diesen Termin mit!


So der Tag x war da. Frau B. und ich gingen beide zur Schule. Als wir dort ankamen, mussten wir noch etwas warten, bis jemand kam. Herr Zecke der Direktor kam zuerst und bat uns schon mal in seinem Raum Platz zu nehmen. Kurz darauf kam Frau Schlange "So" meinte der Direktor dann wollen wir mal und eine halbe Stunde müsste ja ausreichen, dann müsste das ja geklärt sein.! Was mich nur wunderte war, wo die anderen Lehrer alle blieben!


"Wollen sie dann mal anfangen Frau Stein?" fragte mich der Direktor. "Ja gerne ich platze sonst nämlich gleich!" antwortete ich. "Ich hätte da dann schon die erste Frage Frau Schlange:" Sagen sie mal haben sie irgendetwas gegen unsere Familie? Oder weil mein Mann sie ja früher hatte, hat er ihnen damals etwas getan?" "Nein!" antwortete sie nur. "Wir sind ja hier, weil sie zu Fynn im Unterricht diesen einen bestimmten Satz gesagt haben. Können sie mir mal sagen, wie sie Fynn und Noel vergleichen können, geschweige denn so etwas zu ihm sagen können? Und außerdem beleidigen sie uns als Eltern gleich mit!" "was habe ich denn gesagt?", fragte sie ganz doof. Ich half ihr auf die Sprünge. "Nein so etwas habe ich nicht gesagt und das verhalten von ihrem Mann, der mich darauf vor allen Kindern angesprochen hat, das ist ja wohl eine Frechheit!" "Ach so das ist eine Frechheit, aber das sie zu Fynn auch jetzt noch mit reinziehen und obwohl er das gar nicht war und sich noch nicht mal bei ihm entschuldigen, das sollen wir so hinnehmen?" "Nein also so etwas sage ich doch nicht, so weit habe ich mich aber unter Kontrolle!" "Was haben sie denn gesagt?", fragte ich sie noch einmal. "Ja so einen Satz auf jeden Fall nicht, was genau kann ich ihnen nicht mehr sagen!" "Sie wissen es schon ganz genau, aber wir sind ja immer alles", antwortete ich. Da fing sie an rumzuwettern:" Ich habe alles versucht Noel zu helfen und immer alles richtig zu machen und sie glauben ja alles was ihre Kinder ihnen zu Hause erzählen." "Also hören sie mal, dass muss ich doch auch, dafür sind es meine Kinder und wenn sie, wo wir schon mal bei Noel sind, ihm nicht glauben. Er muss sich doch auf uns verlassen können und auch zu uns kommen können, wenn er Probleme hat. Und außerdem geht es ja hier gar nicht um Noel sondern um die Sache mit dem Satz zu Fynn. Und sie haben Noel ja nie geglaubt, er konnte ja sagen was er wollte." "Ja wenn er es auch war? "Sie waren doch fast auch nie dabei, wenn was war." "Nein war ich auch nicht, aber das stimmt dann schon so, wenn die anderen Schüler das sagten." Sie glauben ihren Schülern, aber ich soll meinem eigenen Kind nicht glauben? Sagen sie mal was soll das denn, "Ich glaube ich bin im falschen Film!" "Noel spielt sie gegen die Lehrer auf." "das sehen wir aber ganz anders!" "Und Frau Stein sie kümmern sich viel zu viel um ihre Kinder und schenken ihnen ständig Glauben! Sie müssen mal alles genau zu Hause hinterfragen!" Boh…… da wurde ich aber mal so richtig wütend und sagte:" Also wenn sie meinen, dass es meinen Kindern bei uns nicht gut geht, da sitzt jemand vom Amt, da können sie sich doch gleich hier melden!" Frau Blume gab ihr auch dann was Passendes: "So wie Fam. Stein sich um ihre Kinder kümmern, da könnte sich so manch einer eine Scheibe abschneiden. Und sie stehen ja in der Öffentlichkeit und werden von uns kontrolliert. Also das verstehe ich aber nicht Frau Sch." Ich merkte, dass man hier absolut nicht zu einem Nenner kam und beendete das Gespräch mit dem Satz: "Wissen sie was, ich werde mich immer um meine Kinder kümmern und ich werde ihnen auch zuhören und ihnen Glauben, auch wenn sie Erwachsen sind und meine bzw. unsere Hilfe brachen. Weil wie z.B. auf die Lehrer, die ja eigentlich auch eine Bezugsperson für die Kinder sein sollte, ist ja anscheinend heute kein Verlass mehr!" Da bin ich aufgestanden und habe mich schweigend angezogen. Mein Gott war ich am kochen. Ich dachte nur schnell raus hier! Und das schimpft sich Pädagogen? Frau Blume und ich waren nun draußen, ich musste mich noch richtig anziehen, da ich da drin nicht mehr bleiben konnte. Und ich musste nun weinen. Nicht weil ich traurig war, sondern vor Wut und auf deren Doofheit. Wie konnte man so etwas sagen? Diese Lehrerin hat selber keine Kinder. Im Gespräch lag es mir auf der Zunge ihr zu sagen, dass sie ja als Mutter gar nicht mitreden könnte. Aber höflich wie ich bin, habe ich mir diese Bemerkung verkniffen. Frau Blume guckte mich an, legte ihre Hand freundschaftlich auf meine Schulter und fragte mich, ob es mir besser ginge nach diesem Gespräch? Auch da bemerkte sie erst, dass ich weinte. Frau B. musste auch um ihre Tränen kämpfen und meinte nur so zu mir:" Ach Frau Stein die kann man nicht mehr ändern, wir müssen sie so nehmen, wie sie sind, leider!" "Ja das müssen wir wohl!" "Aber sie haben ja gekämpft wie eine Löwin".


Tausend Gedanken gingen mir noch Tage durch den Kopf. Wird sich doch was ändern? Was kommt noch? Wie verkraften das die Kinder? Noch 1,5 Jahre, wie halten wir das durch?


An den Elternsprechtagen sagte mir seine Klassenlehrerin immer dasselbe, schulisch hätte sie nichts zu bemängeln, aber… ja da kam wieder das aber. Sie fing dann auch schon ab und zu mal an, wie seine alte Lehrerin. Er würde uns ausspielen, er wüsste genau, dass wir ihm helfen würden und deswegen würde er es schon vielleicht ausnutzen, weil er ja denken könnte, egal welchen Quatsch ich mache, Mama und Papa glauben oder helfen mir ja. Ich sagte ihr nicht zum ersten Mal, dass wenn Noel wirklich was gemacht hätte, er auch dafür gerade stehen müsste. Aber die Kinder haben Noel als Sündenbock in der Klasse abgestempelt und die brauchen nur zu sagen er war es. Die Lehrer glauben den anderen Kindern, nur Noel nicht. Es wurde ihm ja noch nicht mal zugehört. Er sagte auch immer bei uns zu Hause:" Keiner glaubt mir, die lassen mich ja noch nicht mal ausreden!" ich habe der Lehrerin weiter davon unterrichtet, dass wir bitte möchten, dass sie sich mit dem Vorfall auseinander setzen müssten. Sie wäre doch auch nicht dabei gewesen! Sie müsse mal den einen oder den anderen fragen, ob einer was gehört oder gesehen hätte. Sie antwortete nur, dass ja fast immer eine Unterrichtsstunde drauf gehen würde und wenn das gepetzt wurde, dann hätte das schon so seine Richtigkeit. Und auf die Schülerinnen Ricarda und Klara wäre Verlas. Ein Vorfall war auch, dass Noel aus der Turnhalle von dem Konrektor Herr Müller rausgeworfen wurde. Und zwar lief dieses so ab: Noel hatte in der letzten Stunde Sport. Der Unterricht war zu Ende und die Kinder gingen in die Umkleide zum umziehen. Da er aber nicht nur seinen Tornister mithatte, sondern auch noch seinen Fußball, klauten ihm seine Mitschüler ihn und steckten seinen Ball in den Mülleimer. Noel hatte immer wieder versucht seinen Ball zu beschützen, doch die Mitschüler taten dieses immer wieder. Dadurch schaffte Noel es nicht sich komplett anzuziehen. Er hatte das dem Lehrer immer wieder gesagt, doch er ging da wohl gar nicht richtig drauf ein. Sondern sagte ihm wohl nur, er solle sich anziehen. Doch die Jungs hatten ihn wohl mal wieder auf den Kieker. So nun hatte Noel den Salat, der war nicht fertig geworden. Herr Müller nahm Noel Sachen und schmiss sie draußen vor die Turnhallentür und er sagte er solle sich hier weiter umziehen. Alle Kinder gingen nach Hause, der Konrektor ging in das Lehrerzimmer. Und unser Sohn stand da nun vor der Eingangstür… Mein Mann wollte ihn auch an diesem Tag abholen, weil es etwas regnete und Noel keinen Schirm mit hatte. Mein Mann stand am Schulhof und wartete auf ihn. Es klingelte, alle Kinder kamen heraus, nur Noel war nirgends zu sehen. Er sah auf einmal dass einige Kinder lachten und "Fit, Fit, Fit" machten. Und da hörte er jemanden weinen und erkannte sofort, dass es unser Sohn war. Er schaute um die Ecke und sah Noel vor der Turnhalle. Sein Ranzen, seine Hose lagen auf der Erde. Mein Mann fragte ihn und ließ sich erzählen warum er da stand. Wut entbrannt ging mein Mann mit Noel zum Lehrerzimmer und bat Herrn Müller raus. Er ließ sich erst mal den Vorfall von ihm schildern. Und so wie es Noel meinem Mann erzählt hatte, so gab es der Lehrer auch wieder. Da sagte mein Mann:" Das ist aber so nicht in Ordnung, sie können ihm doch nicht bei dem Wetter draußen anziehen lassen und außerdem hätten die anderen Kinder bestraft werden müssen. Und sie haben doch wohl zu warten bis alle fertig angezogen sind. Und außerdem kann sich Noel gar nicht komplett anziehen, denn seine Straßenschuhe stehen noch in der Turnhalle." "Oh Entschuldigung, aber Noel habe ich schon ein paar Mal gesagt, er solle sich anziehen!" Da antwortete mein Mann:" Wissen sie vielleicht sind wir auch ein bisschen Schuld daran, denn wir haben ihm immer gesagt, er soll alles mit nach Hause bringen, vor allem den Ball. Und das ist ja wohl dann klar, dass wenn man ihm den Ball ständig wegnimmt, er hinter herläuft!" Er entschuldigte sich noch mal und holte Noels. Straßenschuhe aus der Turnhalle. Als mein Mann mit Noel nach Hause kam und mir schon wieder einmal so etwas erzählte wusste ich echt nicht mehr was ich sagen sollte.


Das 4. Schuljahr war ja noch nicht rum und es kamen noch so ein paar Klopse. Und zwar durften die Kinder, bzw. 3-4 Kinder immer in der Pause im Klassenraum bleiben, um an den Computer zu gehen. Noel hatte mit Absprache seiner Lehrerin, mit einem Mitschüler getauscht. Dieses wiederum wussten aber seine Schulkameradin Ricarda und Klara die Grazien der Klasse nicht. Diese beiden Mädchen waren auch an diesem Tag mit Computerspielen dran. Auf jeden Fall sagten sie zu Noel dass er ja gar nicht dran sei. Noel gab ihnen aber wohl zur Antwort, dass er mit Paul getauscht hätte. Nein das ginge nicht, dass würde nicht stimmen, meckerten die beiden Mädchen. Noel antwortete wohl immer dasselbe, dass er das dürfe! Wie Mädchen so sind, meckerten und zickten sie immer weiter. Es kam dann soweit, das Ricarda unserem Noel ein Beinchen stellte. Daraufhin soll Noel angeblich gesagt haben: Du blöde Schlampe! Die Grazien petzten es sofort am Unterrichtsbeginn dem Deutschlehrer, den Direktor Herrn Zecke jedoch ohne zu erwähnen, dass sie ihm ein Bein gestellt hatte. Noel wurde von ihm zur Rede gestellt. Aber Noel sagte ihm wie auch uns zu Hause, dass er so etwas nicht gesagt hätte. Der Direktor, wie schon mal erwähnt, Noel hatte ja die Sündenbockfunktion schon längst eingenommen, sagte nur zu ihm:" Schluss jetzt Noel du warst es, gib mir dein Hausaufgabenheft!" Darin schrieb der Lehrer auf was Noel getan haben sollte. Als Noel uns die ganze Geschichte erzählte, weinte er und schwor uns so etwas nicht gesagt zu haben. Er schimpfte über diese Mädels:" Blöde Ricarda blöde Klara die Lehrer mögen die beiden, die glauben denen immer voll, die wollen nur das ich Ärger bekomme!" Wir hinterfragten noch mal die ganze Geschichte und fragten, wer da noch mit bei gewesen wäre. Er sagte uns die Namen. Mein Mann und ich hatten schon uns mal die Mühe gemacht und die Kinder nach den Vorkommnissen befragt. Haben aber nie den Lehrern gesagt, das sich oft herausgestellte, das Noel uns die Wahrheit gesagt hatte und die Kinder alles auf Noel schoben. Mein Mann rief bei diesen Kindern an. Lies sich von den Kindern die Geschichte erzählen und sie erwähnten im Gespräch nichts von Noel angeblichen Beleidigungen. Mein Mann fragte daraufhin direkt nach, ob er so etwas gesagt hätte. Die Kinder verneinten dieses. Darauf hin rief mein Mann in der Schule an und wollte des Direktors Geschichte hören, obwohl er ja auch nicht dabei war. Das Erste was er zu meinem Mann sagte war:" Ach sie rufen doch nur wieder an, weil sie mir sagen wollen, das Noel es schon wieder nicht war!"" Nein deswegen rufe ich nicht bei ihnen an, ich möchte gerne mal dass sie mir den Vorfall von heute schildern was passiert ist und in wie fern sie das mitbekommen haben!" Ich war nicht dabei!", sagte der Direktor und erzählte uns aber die Geschichte. Als mein Mann ihm sagte, dass er doch auch nicht dabei gewesen wäre und doch gar nicht beurteilen könnte ob das alles so stimmt, was die beiden Mädchen da behaupten, sagte er:" Doch das wäre dann schon so und außerdem würden diese Mädchen diese Worte nicht kennen:" " Ach so nur weil das Mädchen sind, kennen sie diese Worte nicht? Ich höre wohl nicht richtig. Und weil Noel ein Junge ist hat er sie zu kennen? Das ist ja wohl nicht ihr Ernst? Sie unterstellen Noel dass er diese Wörter zu kennen hätte! Und sagen uns doch durch die Blume, dass wir hier zu Hause so mit unseren Kindern reden würden, antwortete mein Mann. Mein Mann sagte ihm auch, dass er sich die Mühe gemacht hätte, andere Kinder die dabei waren zu befragen. Und dass die Kinder gesagt hätten, Noel hätte so etwas nicht gesagt. Mein Mann bat den Direktor diesen Vorfall morgen mit der Klasse zuklären. Er willigte ein und versprach uns sich den nächsten Tag bei uns zu melden. Auf diesen Anruf warten wir noch heute!


Am nächsten Tag rief uns morgens Noels Klassenlehrerin an und sagte zu mir:" Guten Tag Frau Stein ich möchte sie doch bitten heute am Schulende in die Schule zu kommen. Ich möchte gerne mit ihnen und ihrem Mann, wenn er da ist, über sein Verhalten von gestern sprechen. Und über Noels. Verhalten in den letzten Wochen!" "Ja ist o.k. wir kommen!" Was uns wunderte war, dass sie mit uns sprechen wollte, weil sie hatte ja mit der Sache nun gar nichts zu tun. Wir gingen auch schön brav hin. Als wir in der Schule ankamen, kam Noel uns entgegen, da er ja jetzt Schulschluss hatte. Wir sagten ihm dass wir hier seien und Oma zu Hause wäre und sie ihm aufmachen würde. (Sie wohnte ja mit uns in einem Haus) Wir fragten ihn noch ganz kurz, ob die Sache geklärt worden wäre. "Nein aber die sagen immer ich habe das gesagt, aber ich weiß davon nichts!" Wir fragten dann unseren Sohn was er denn gesagt hätte. Er gab dann zur Antwort:" dann habe ich einfach ja gesagt, ich habe das dann wohl gesagt. "Noel du kannst doch nicht einfach "JA" sagen, dass du das doch gesagt hast!" Wir konnten jetzt nicht mit ihm weiterreden, wir mussten zu unserem Gespräch.


Frau Rothkelchen sagte zu uns dass wir immer unseren Kindern glauben würden und Noel wohl schon wüsste, dass wir hinter ihm stehen würden und er das ausnutzen würde. Ich sagte ihr, dass ich doch wohl meinem eigenen Kind glauben müsste, wenn er zu Hause sich die Augen aus dem Kopf weint. Und das er eigentlich uns nicht anlügen würde. Ich fragte sie dann:" Von Mutter zu Mutter jetzt gesprochen, stellen sie sich mal vor eines von ihren Kindern kommt nach Hause und erzählt ihnen alles so wie jetzt Noel uns. Ihr Kind weint und schwört ihnen, nichts getan zu haben. Seien sie jetzt ehrlich Frau Rothkelchen was würden sie denken oder tun? Sein sie mal ehrlich!"


"J-a-a-a-a-a-a-a, ich würde meinem Kind auch glauben!" "sehen sie und nichts anderen tun wir auch!" ich hatte sie wirklich so weit, dass sie ihr wahres Gesicht zeigte, denn sie war eigentlich eine ganz nette Lehrerin, die sich wahrscheinlich vor ihren Kollegen bzw. ihren Vorgesetzten nicht widersetzen wollte. Sie tat mit ehrlich gesagt sogar ein wenig leid. Am Ende des Gesprächs fragten wir sie, ob diese Ricarda auch einen Eintrag in ihr Hausaufgabenheft bekommen hätte, da sie Noel ein Beinchen gestellt hätte. "Nein das habe ich mit Ricarda besprochen, dass man das nicht macht." "Ach so nur einen kurzen Satz, dann ist alles aus der Welt, aber wenn Noel das gemacht hätte!" Mein Mann fügte noch hinzu:" Eines sage ich ihnen, wäre Noel dabei auf den Tisch oder so geknallt, hätten sich alle warm anziehen können!" Dieses ganze Gespräch war für uns der letzte Mist! Wir sollten kommen weil sie über meines Mannes Verhalten und über Noel Verhalten der letzen Wochen reden wollte. Vorgeworfen wurde uns, dass wir unseren Kindern Glauben schenken. Was das jetzt alles so sollte, wissen wir nicht wirklich. Alles Angst Macherei? Dominanz zeigen? Wir wissen es nicht! Für uns nur Unwissenheit und Ratlosigkeit! Von da ab eigentlich verlief das letzte ¾ Jahr bis ½ Jahr ziemlich ruhig. Sie hatten bestimmt keine Lust mehr auf nervige Eltern! Doch 3 Wochen vor den Sommerferien des 4. Schuljahres ereignete sich, was denn Gipfel des Eisberges sprengte.


Noel kam nach Hause mein Mann und ich aßen mit Noel zu Mittag. Wir fragten ihn was heute so in der Schule los war. Noel antwortete:" Herr Zecke ist voll doof, der hat mich geschlagen, der müsste eigentlich ins Gefängnis!" Wir ließen unser Essbesteck auf unsere Teller fallen, mir blieb das Fleisch im Halse stecken. Jetzt wusste ich auch was das Sprichwort bedeutete! Wir fragten ihn genau über diesen Vorfall aus. Und zwar berichtete unser Sohn uns es so:" Wir sollten uns vor der Turnhalle aufstellen (nach der großen Pause). Weil da so einer von der Uni uns beim Sport zugucken wollte. Und ich habe mit Luca die Hände vor den Augen zugehalten. Er bei mir auch. Dann kam Herr Zecke und sagte ich solle aufhören. Aber das war doch nur Spaß und ich habe das noch mal gemacht. Und dann ist er zu mir gekommen und hat mir eine geknallt. Und ich musste mich hinten am Ende der Reihe aufstellen!" Ich fragte ihn wie und wohin er ihm eine gehauen hätte. Er sagte dann: "Hier ins Gesicht! Mama ich zeige dir das mal ich mache es bei dir mal, aber nicht so feste!" Noel gab mir so leicht eine Backpfeife. Ich erklärte Noel dass das stimmen muss, was er da jetzt behauptet, denn das ist eine ganz schlimme Sache die er da gemacht hat und er müsste wirklich uns die Wahrheit sagen. "Ja das ist die Wahrheit, Mama!" gab er mir zur Antwort. Meinem Mann, Noel und mir war das Essen vergangen. Mein Mann griff zum Telefonhörer und rief in der Schule an, um Herrn Zecke zu sprechen. Doch ein andere Lehrer sagte ihm, dass er zum Schwimmen mit einer Klasse sei. Mein Mann sagte ihm, dass er ihm doch bitte aus richten soll, dass er uns umgehend zurückrufen möchte. Jetzt rief ich erstmal unsere Betreuerin vom Jugendamt Frau Blume an. Ich fragte sie zuerst, ob sie einen kleinen Moment Zeit für mich hätte. " JA" sagte sie. " Frau Blume sitzen sie ?" "Ja ich sitze!" " Dann ist O.K." "Also Noel hat heute vom Direktor eine Ohrfeige bekommen." "Was?" "Ja sie haben richtig gehört!" "das gibt es doch nicht, haben sie denn schon mit Herrn Zecke gesprochen?" "Nein er ist noch mit einer Klasse beim schwimmen." "Wie sollen wir uns denn jetzt ihm gegenüber verhalten?" fragte ich sie. "Bleiben sie ganz ruhig und lassen sie sich erstmal das Geschehen von ihm schildern. Egal ob er es zugibt oder nicht, sagen sie ihm, dass sie das jetzt hinnehmen, aber nicht mehr weiter tolerieren!" Ich sagte auch zu Frau Blume dass wir ihn wegen Körperverletzung anzeigen werden und dass wir das ans Schulamt geben würden.


Mein Mann rief bei der Polizei an und erzählte einem Beamten kurz was passiert sei, das man bei Noel aber nichts sehen würde und ob man das trotzdem zur Anzeige bringen könne. Der Polizist antwortete dass das natürlich ginge. Und wenn auch noch wenigstens ein Zeuge mit Namen wäre, wäre das noch besser. Wir sollten uns die Sache überlegen und könnten jederzeit rund um die Uhr kommen. Für uns gab es aber nichts mehr zu überlegen. Das war wirklich die Krönung der ganzen vier Jahre an dieser Schule! Mein Mann hatte nun weiter versucht den Direktor in der Schule zu erreichen, da er immer noch nicht zurückgerufen hatte. Und beim nächsten Anruf nahm er auch ab. Mein Mann fragte ihn, was denn heute passiert sei. Herr Zecke erzählte es uns genauso wie unser Sohn es uns erzählt hatte. Er sagte:" ja ich habe Noel eine Ohrfeige gegeben, aber nur so ganz leicht, nur ganz leicht." Mein Mann teilte ihm mit, was Frau Blume uns geraten hatte zu sagen. Und noch zusätzlich, dass wir ihn Anzeigen wegen Körperverletzung. "Ja, ja!" kam nur von ihm, keine Entschuldigung!


Mein Mann packte sich unseren Sohn und fuhr mit ihm zur Polizei. Der Polizist klärte meinen Mann auf, dass er die Anzeige stellen müsste, da Noel noch keine 14 Jahre alt sei. Und dass das alles der Wahrheit entsprechen müsste, sonst würde er sich auch strafbar machen. Der Polizist befragte nun Noel genau nach diesem Vorfall aus. Er fragte ihn auch, ob er das schon mal gemacht hätte. Da sagte Noel:" Ja, im Unterricht so hinten an den Kopf!" "OH, das hast du uns ja gar nicht erzählt!" sagte mein Mann, "Doch hab ich!" antwortete Noel. Aber unser Filius hatte uns nichts davon erzählt. Alles wurde aufgenommen und der Polizist sagte zu meinem Mann, dass das ganze an die Staatsanwaltschaft gehen würde. Und es einige Zeit dauern würde bis wir von da etwas hören würden.

Am nächsten Tag hatte Noel Bauchschmerzen und hatte Angst in die Schule zu gehen. Wir ließen ihn zu Hause und redeten noch mit ihm über diese ganze Sache. Wir versuchten ihm auch klar zu machen, dass der Lehrer es nicht noch mal wagen würde ihn jetzt noch mal eine zu knallen.


Zusätzlich zu dieser Anzeige haben wir einen Beschwerdebrief ans Schulamt unserer Stadt geschickt. Nach ein paar Wochen bekamen wir endlich Post, die besagte, dass Herr Zecke sein Bedauern zum Ausdruck gebracht hätte. Noel könne sich nicht an Regeln halten und es andere Lehrpersonen bestätigt hätten. Wir sollten im Interesse des Kindes Noels. Verhalten überdenken. Wir als Eltern hätten zu Noel immer gesagt, dass er die Schuld bei anderen suchen sollte. Der Lehrer wäre 30 Jahre Lehrer und hätte sich nichts zu Schulden kommen lassen und wäre ja nur ein Klaps gewesen. Boah dachten wir, das kann und darf doch wohl alles nicht wahr sein! Wollen die uns jetzt hier veräppeln? Herr Zecke hat sich bis heute nicht entschuldigt, geschweige denn bei Noel! Und leichter Klaps hin oder her, er hat unser Kind nicht zu hauen! Also sind wir weiter gegangen und haben alles an das für uns nächst höhere Schulamt gegeben. Mit Kopien! Da dieser Vorfall die ganze Klasse mitbekommen hatte, riefen wir zwar nur 2 seiner Mitschüler an. Einmal eigentlich seinen besten Freund und noch einen aus der Klasse. Doch beide Eltern wollten es nicht, dass wir die Namen bei der Polizei angaben. Das taten wir auch nicht, den man weiß ja nie, ob das zu Lasten der Kinder geht.


Ich muss hier auch noch erwähnen, dass wir seit gut einem Jahr zu einem Psychologen gehen. Und er mir direkt am Anfang der Therapie sagte, das was die Schule da macht, bzw. wie sie sich Noel gegenüber verhalten würden, "MOBING" sei. Und ob ich denn wüsste, dass das strafbar sei. Ich sollte mir doch mal überlegen ans Schulamt zu treten. Ich besprach das zu Hause mit meinem Mann, doch wir hatten Angst. Angst davor, dass das letzte Schuljahr die Hölle auf Erden für die Kinder werden könnte, also ließen wir es sein. Immer wieder sagte mir der Psychologe dass die Lehrer zu Noels. Verhalten viel dazu beitragen. Sie würden ihm in keinster Weise unterstützen. Nach ein paar Monaten der Therapie sagte mir wieder unser Psychologe, dass er einen Patienten hätte wo es noch etwas schlimmer in der Schule sei, aber diesen Eltern geraten hätte sich einen Anwalt zu nehmen. Und das wir fast auch so nah dran wären! Es tat mir vor allem immer so gut, wenn mich der Psychologe bestätigte. Man sitzt ja so nah dran, aber ein Außenseiter und einer noch vom Fach, kann das ja auch aus einer anderen Sicht sehen. Nach ein paar Wochen bekamen wir nun Post von dem höheren Schulamt. Sie schrieben uns, dass Herr Zecke falsch gehandelt hätte, sie uns Recht geben in dem was er da gemacht getan hatte. Und dass sie ihn schriftlich noch mal drauf hinweisen würden wie er sich bei seinen Schüler(innen) zu benehmen hat. Kurz gesagt er hat nun dort eine Dienstaufsichtsbeschwerde bekommen. Mehr wollten wir ja gar nicht. Wir wollten, dass es in seiner Akte vermerkt wird! Und wir hoffen, dass andere Eltern, wenn ihren Kindern so etwas passiert, es auch melden. Nur weil sie Lehrer sind, muss man sich nichts gefallen lassen! Sie sind genauso Menschen wie wir, sie essen, schlafen und gehen genauso aufs Klo wie wir!




An alle die meinem Bericht hier gelesen haben, ob Pflegekind oder leibliches Kind, liebe Leute wert euch, es ist für eure Kinder! Wir bereuen es nicht diesen Weg gegangen zu sein!


Von der Staatsanwaltschaft haben wir bis jetzt noch nichts gehört. Bericht folgt!

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