Strahleninduzierte Mikrozephalie

  • Die strahleninduzierte Mikrozephalie (lat. inducere „bewirken“) bezeichnet eine in mehreren epidemiologischen Untersuchungen beobachtete Besonderheit bei Kindern, die pränatal, also im Verlauf der Schwangerschaft, einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt waren, z. B. aufgrund einer therapeutischen Bestrahlung wegen einer Krebs-Behandlung der Mutter oder bei Strahlenbelastungen, wie sie bei Atombombenopfern o. ä. nachzuweisen sind.

    Das Auftreten einer Mikrozephalie ist hier abhängig von der Strahlendosis und geht häufig mit ausgeprägter kognitiver Behinderung einher. Die zur Auslösung dieser embryotoxischen Schädigung notwendigen Strahlendosen liegen > 0,1 Gy (10 rd), nach einer Dosis von 0,5 Gy (50 rd) muss mit einer hohen Inzidenz gerechnet werden. Die empfindliche Periode liegt in der 8. bis 15. Schwangerschaftswoche, in der sich die Nervenzellen ausbilden.

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