Deprivation

  • Deprivation umfasst allgemein einen Zustand des Mangels. Alle Bereiche, die einer regelmäßigen Versorgung/ Ansprache bedürfen können bei Mangel der Versorgung/ Ansprache von Deprivation bedroht sein.

    - Nahrungsdeprivation: Mangel an Nahrung


    - Sensorische Deprivation: Mangel an Außenreizen (Mitmenschen, Gespräche, Geräusche, Farben u.ä.)


    - Emotionale Deprivation: Vernachlässigung (Mangel an Versorgung, Umsorgung und Zuwendung)


    - Subjektive Deprivation: das subjektive Erleben von Benachteiligung, Diskriminierung oder Vernachlässigung (unabhängig von einer tatsächlichen Mangelsituation)



    Viele Pflegekinder leiden unter einem Deprivationssyndrom. Dieser Begriff umschreibt die Summe aller Schädigungen, die als Folge von körperlicher und/ oder psychischer Vernachlässigung auftreten können. Symptome für ein Deprivationssyndrom können sein:


    - Körperliche Retardierung/ Abmagerung


    - Erhöhte Krankheitsanfälligkeit


    - Gestörtes Essverhalten (Appetitverminderung oder übermäßige Esslust/ fehlendes Sattheitsgefühl)


    - Motorische Verlangsamung


    - Intellektuelle Retardierung


    - Emotionale Retardierung


    - Teilnahmslosigkeit, Passivität, Aphatie


    - Kontaktstörungen und Wahrnehmungsstörungen


    - Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, schnelle Ermüdbarkeit


    - Depressive Stimmungen, erhöhte Weinerlichkeit


    - Klammern an Bezugspersonen


    - Motorische Unruhe oder motorisch stereotype Verhaltensweisen (z.B. Kopfwackeln, Hin- und Herwiegen)


    - Geringe oder fehlende Frustrationstoleranz


    - Mangelnde soziale Integration/ fehlende Sozialisation



    Die Folgen von Deprivation können häufig durch zuverlässige Zuwendung, emotionale Sicherheit und therapeutische Hilfen gemildert werden. Dennoch kann es zu gravierenden Folgeschäden kommen: Nicht selten tritt eine Anpassungs- oder Bindungsstörung auf, die nicht "geheilt" werden kann, so dass betroffene Kinder auch als Erwachsene noch unter geringen Frustrationstoleranz, mangelnder sozialer Integration oder Depressionen leiden, die durchaus lebensbestimmende Bedeutung bekommen können.

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