neues Forum für Gasteltern junger Flüchtlinge

  • Liebe User,


    wir haben in Kooperation mit Prof. Dr. Wolf ein neues Unterforum für Gasteltern junger Flüchtlinge erstellt. Dort können und sollen sich Gasteltern austauschen.


    Hierzu der Auszug aus dem Anschreiben von Herrn Prof. Dr. Wolf an die Gasteltern:



    Wir wünschen allen einen schönen Ausstausch


    Im Namen des Teams
    Michael

  • Eben im Net gefunden



    Zitat

    "Die Familien bekommen einen Tagessatz zwischen 130 und 150 Euro für die Unterbringung, es gibt regelmäßig Gespräche mit den Mitarbeitern des Jugendamtes und der betreuenden Jugendhilfeeinrichtung über die Entwicklung des Jugendlichen"



    Stimmt das ?



    Ist der Tagessatz so hoch ?

  • Die Tagessätze sind tatsächlich so hoch. Bei den Gasteltern kommt davon aber nur ein Teil davon an. Bei einer Familie ist der Mann angestellt worden und für die Lebenshaltungskosten des Flüchtlings wird der Bedarfssatz nach Hartz IV + 300 € Kosten für die Unterkunft gezahlt.


    Eine andere Familie bekommt nur 700 € Lebenshaltungskosten und ein Honorar von 500 €.

    Alle sagten: Das geht nicht! Und dann kam eine, die wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

  • Moosi:
    "Eine andere Familie bekommt nur 700 € Lebenshaltungskosten und ein Honorar von 500 €."


    Da ist aber jemand großzügig!!
    Wir bekommen 651 € im Monat und das beinhaltet alles von Unterkunft und Verpflegung bis hin zu Schullandheimaufenthalten. Unser persönlicher Eisatz wird nicht honoriert - schließlich haben wir keine Schulung gemacht.

  • Mal etwas anderes als das Finanzielle, bisher gab es ja hier noch nicht viele Beiträge, also fange ich an:


    Ich kenne Amanullah seit dem 27. Nov. 2015, als er zusammen mit den Familien seiner beiden Onkels in unseren Nachbarort kam und ich mit ein paar anderen so eine Art "Helferkreis" gegründet habe.
    Seine Eltern sind seit 10 (Vater) bzw. 8 (Mutter) Jahren verschollen, und er wuchs bei seiner Großmutter auf, die vor vier Jahren verstarb. Für seine Onkels war es zwar selbstverständlich, ihn mitzunehmen, aber sie waren nicht in der Lage, dieser verlorenen Seele das zu geben was sie gebraucht hätte, und er wollte unbedingt da weg.
    In Wohngruppen war kein Platz, und so habe ich ihm im Februar angeboten, zu uns zu kommen. Zuerst hat er das weit von sich gewiesen, aber als ich am 1.4. zum Deutschunterricht mit den Erwachsenen kam, eröffnete er mir "ich schlafen dein Haus - Montag nach Schule" - und so war es. Der Gedanke, daß ich dafür etwas bekommen könnte, ist mir gar nicht gekommen.
    Wir haben das Jugendamt (Amtsvormund) davon in Kenntnis gesetzt, und dann wurden die Formalia erledigt.


    Erst war mir ein bißchen bange vor meiner eigenen Courage: Keinerlei Erziehungserfahrung (kinderlos) und dann einen traumatisierten pupertierenden Jungen (jetzt 16) aus einem völlig anderen Kulturkreis!


    Aber jetzt sind es schon 8 1/2 Monate und dieser Junge ist mir ein Quell der Freude.
    Alles was ihm in den letzten Jahren fehlte waren Aufmerksamkeit, Anteilnahme (mich nie jemand frag "Aman wie gehts") und Zuwendung.
    Aussagen wie - ich zuhause nie lach, immer traurig
    - ich allein, kein Mama, kein Papa
    - ich nicht gut, ich viel Streit, viel kaputt


    gehören seit Monaten der Vergangenheit an, und aus der verlorenen Seele ist ein Jugendlicher geworden, der einerseits bescheiden und zurückhaltend ist, andererseits sehr klar Stellung bezieht.
    Er liebt und respektiert uns (meinen Mann betet er an, er ist das große Vorbild), und an vielen Kleinigkeiten in seinem Verhalten sehe ich, daß er hier zuhause ist, daß wir eine wirkliche Familie sind.

  • Guten Abend Amanullah,
    das ist doch mal ein richtig glückliches Beispiel! Bei Ihnen und dem Jugendlichen scheint ja alles zu passen: der Jugendliche entscheidet sich selbst, wird zu einer Quelle der Freude, identifiziert sich mit Ihrem Mann ... mal sehen wie es weitergeht. Ich wünsche Ihnen und allen Familienmitgliedern eine weiterhin gute Zeit!
    Herzliche Grüße
    Klaus Wolf


    PS: Manchmal denke ich mir, über solche glücklichen Beispiele müsste man viel mehr auch öffentlich reden. Das kann natürlich die Privatheit z.T. aufheben - das spricht dagegen. Aber über die anderen Beispiele drehen sich die öffentlichen Debatten ja fast automatisch.

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