Menü
» Portal
» Forum

» Registrieren
» Mitglieder
» Team

» Literaturliste
» Datenbank
» Treffen
» Seminare
» Galerie
» Landkarte
» Musteranträge
» Lexikon
» Abkürzungen

» Chat (direkter Zugang)

» Regeln
» F.A.Q
» Impressum
» Datenschutzerklärung

Private Nachrichten
Benutzername:

Passwort:

(Passwort vergessen ?)


Designauswahl
Ihnen fehlen die Rechte dazu um den Inhalt dieser Box zu sehen.

Sie unterstützen unsere Arbeit wenn Sie hier bestellen:

Unterstützen Sie uns durch Ihren Einkauf bei Amazon

Boardsuche
Ihnen fehlen die Rechte dazu um den Inhalt dieser Box zu sehen.

Wer ist Online ?
Zur Zeit im Forum unterwegs:
- 10 Mitglieder
- davon 3 unsichtbar
- 29 Besucher
- 39 Benutzer gesamt

Britta
ceda
corona
hoehnelisabeth
monti
Petra_Andrea
Pusteblume80

Wer ist wo online?

Wer ist im Chat ?
Ihnen fehlen die Rechte dazu um den Inhalt dieser Box zu sehen.

Geburtstage
Wir gratulieren zum Geburtstag:

hugo (51)
Nenchen (46)
Novuxol (44)
Susan1984
Trinity1970 (49)

neuste Mitglieder
» TaDi
registriert am: 22.05.2019

» Merlin2611
registriert am: 21.05.2019

» Belinda
registriert am: 20.05.2019

» iabovens
registriert am: 19.05.2019

» LisaMara
registriert am: 19.05.2019


Team
Administratoren:
fausball
miwi

Moderatoren:
Lexa

UserFragenAnonym:
UFA

Fachkraft:
Henrike Hopp
Heribert Giebels
Klaus Wolf
MuKiHilfswerk
Scharlotte


Links
zur Linkliste
- Anwälte des Pflegekinderwesens
- Erzieherische Unterstützung
- Fachkräfte des Pflegekinderwesens
- Ferienfreizeiten
- Forschung etc.
- Humor / diverse Links
- Kindergarten, Schule & Co.
- Pflegekinderwesen
- sonstiges
- Sport, Spiel und Freizeit
- Störungen/besondere Krankheiten von Kindern

Ihr Avatar
Sie sind nicht eingeloggt und können so diese Funktion nicht nutzen.

Datenbank
10 Neuste DB-Einträge:
- Checkliste zur Aufnahme von Kindern
- Newsletter 02/2014 zum Camp
- Aktualisierte Broschüre “Kinder- und Jugendhilfere
- Flyer
- Newsletter Dezember 2011
- Newsletter Dezember 2010
- Newsletter September 2010
- Bereitschaftspflegefamilie - Pflegeeltern.de
- Newsletter August 2009
- Newsletter April 2009


Top10 DB-Einträge:
- Offener Brief von Bereitschaftspflegeeltern
- “Nähe zulassen” – Ein Dokumentarfilm
- aktuelle Informationen zum Elterngeld
- Fragebogen
- Auswahl & Rolle des Gutachters im familiengerich..
- Verlinkung - Banner
- Handzettel
- Kick
- Newsletter August 2007
- Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vor


Literarturbox
hier klicken um zur
Literaturliste zu wechseln.


Das Forum sagt Danke
Ihnen fehlen die Rechte dazu um den Inhalt dieser Box zu sehen.

Pflegeeltern.de » Das schwarze Brett » Medien » Berichte über Pflegefamilien im Net » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Seiten (12): « vorherige 1 2 [3] 4 5 nächste » ... letzte » Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Berichte über Pflegefamilien im Net 13 Bewertungen - Durchschnitt: 8,0013 Bewertungen - Durchschnitt: 8,0013 Bewertungen - Durchschnitt: 8,00
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Alternative zum Kinderheim Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Hilfe in der Pflegefamilie

Alternative zum Kinderheim

Es ist gerade Vesperzeit im ehemaligen Forsthaus in Jerischke. Fünf aufgeweckte Kinder sitzen am großen Küchentisch und lassen es sich schmecken. Der dreijährige Paul* fängt an zu quengeln, mag nicht mehr stillsitzen. Grit Bartels ermahnt ihn freundlich, erst einmal auszutrinken. Nur eines der Kinder am Tisch ist ihr eigenes, die anderen sind Pflegekinder, mit denen sie und ihr Partner Jan Hubaleck gemeinsam im umgebauten und sanierten Haus leben.


Und die Tischrunde ist noch nicht komplett – zwei weitere über das Jugendamt des Landkreises vermittelte Kinder gehören noch zur professionell ausgebildeten Pflegefamilie. "Die beiden sind derzeit auf Urlaub, bei ihrer leiblichen Familie", erklärt Grit. Eine solche Möglichkeit sei für die anderen vier Kinder aber per richterlichem Beschluss untersagt – zu gravierend seien die Probleme in der Familie der Geschwister.

"Als sie vor knapp einem Jahr zu uns kamen, kannten sie keine Strukturen für einen Tagesablauf, hatten praktisch keinerlei Erziehung. Anna*, mit ihren acht Jahren die Älteste unter den Vieren, hatte so etwas wie eine Mutterrolle eingenommen. Die Kinder hatten sogar eine eigene Sprache entwickelt und konnten sich uns kaum verständlich machen. Es war eine große Herausforderung für uns", bekennt Grit, deren eigenes Kind zu diesem Zeitpunkt ein halbes Jahr alt war und viel Zeit und Zuwendung beanspruchte. Heute sieht sie die Situation schon entspannter. Vieles hätten die Kinder gelernt.

"Bestimmte feste Rituale wie die Geschichte vor dem Schlafengehen, aber auch die Zeit für eine individuelle Beschäftigung mit jedem einzelnen Kind haben geholfen, zu einem geregelten Tagesablauf zu kommen", erklärt sie.

Für alle Kinder gut sichtbar, hängt der jeweilige Tagesplan mit allen Terminen, Essenszeiten und Beschäftigungen an der Küchenwand. Dort ist auch an kleinen Symbolen zu erkennen, welches Kind für welchen Dienst eingeteilt ist. "Täglich jeweils eine halbe Stunde erledigen sie den Küchendienst, den Mülldienst oder versorgen die Tiere. Wir haben Kaninchen und eine Ziege angeschafft, demnächst kommt noch ein Hund hinzu. Über Tiere findet man oft leichter Zugang zu verschlossenen Kindern", weiß Grit Bartels.

Inzwischen hätten sich die Kinder an solche Strukturen gewöhnt. "Sie wissen, wie und wann sie sich waschen, wie oft sie Zähne putzen müssen, und wie das geht. Die Kinder haben Sprecherziehung und können sich heute gut verständigen. Jetzt können wir uns Aufgaben auf der Beziehungsebene zuwenden", sagt sie. Dabei gebe es verschiedene Aspekte, so Said Seltmann, stellvertretender pädagogischer Leiter der Gesellschaft für Persönlichkeitsentwicklung und individuelles Wohnen (GPWO), dem Träger des integrativen Erziehungsprojektes. "Die Kinder müssen zum einen Grenzen kennenlernen Gegenwärtig rennen sie auf alle Leute zu und wollen schmusen. Doch das geht nicht – sie müssen verstehen lernen, dass das nur dann richtig ist, wenn sie zu dem betreffenden Menschen eine entsprechende Beziehung haben. Sie müssen Grenzen kennen und lernen, eine Distanz zu halten. Zum anderen brauchen sie Nähe und Zuwendung von den Vertrauenspersonen", erläutert er.

Es sei am Anfang schwierig gewesen, so Grit Bartels, allen Kindern wirklich gerecht zu werden. Die Zeit habe einfach gefehlt. "Jetzt ist das schon etwas anderes, jetzt können wir die Möglichkeiten ausloten, um jedem Kind nach seinem Geschmack etwas Gutes zu tun. Anna* beispielsweise ist sehr sportlich, und wir haben sie nun zum Turnen in einem Sportverein in Spremberg angemeldet. Das bedeutet aber auch, sie dorthin zu bringen, abzuholen, zu den Wettkämpfen zu fahren. Aber wir sagen uns immer. Wären das unsere eigenen Kinder, würden wir ihnen das auch bieten wollen", betont sie.

Natürlich seien sie sich darüber bewusst: "Diese Kinder sind zwar 24 Stunden am Tag bei uns, doch sie sind nicht unsere eigenen Kinder." Die Rückführung ins "richtige" Elternhaus sei immer das Ziel. Selbst in solch ein Elternhaus, wie es die Vier haben? "Ganz klar: Ja! Die Vier lieben ihre Mama trotz allem über alles. Gegenwärtig dürfen sie sich außerhalb von deren Wohnung, aber auch außerhalb der Pflegewohnung, in einem geschützten Bereich treffen und miteinander spielen.

Wir wünschen den Kindern wirklich das Beste, und wenn es einmal das Beste ist, dass sie wieder in ihr eigenes Zuhause zurück können, müssen wir das akzeptieren. So professionell sind wir, auch wenn so eine Entscheidung dann weh tun wird", sagt Grit Bartels. (*Namen geändert)



Quelle: http://www.lr-online.de/regionen/Forst-S...t1052,2235967,1

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
29.10.2008 18:39 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 29.10.2008 um 18:39 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


images/avatars/avatar-2615.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 28.211
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Xanten: Vertrauen geben Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Xanten: Vertrauen geben


Erziehungsstellen: Bis zur Volljährigkeit bleiben Kinder, die sonst ohne Chance wären, in ausgewählten Familien. Für letztere ist dies eine Herausforderung, die Fachwissen erfordert. Wir sprachen mit Stefanie Podeszwa.

Vor anderthalb Jahren traf Stefanie Podeszwa eine berufliche Entscheidung, die auch ihr Privatleben stark beeinflusste. Die 35-jährige Erzieherin entschied sich, für eine Kölner Lebenshilfeorganisation für Kinder und Jugendliche zu arbeiten und nahm eine Langzeiterziehungsstellentochter bei sich auf – bot ihr ein neues geborgenes Zuhause.

„Die Kinder werden vom Jugendamt aus ihrer Herkunftsfamilie genommen. Meine Erziehungsstellentochter wurde von ihren Eltern total vernachlässigt, war verwahrlost. Wenn die Kinder noch familienfähig sind, kommen sie anstatt in ein Kinderheim in die Langzeitpflege“, sagt die Erzieherin. „Ich habe mir das damals gut überlegt, ob ich meinen Beruf so eng mit meinem Privatleben verbinden will. Schließlich ist das Kind komplett ins Privatleben integriert“, schildert Stefanie Podeszwa, die auch einen zweijährigen Sohn hat.



Nicht bereut


Und sie hat ihre Entscheidung nicht bereut. Gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrer fünfjährigen Erziehungsstellentochter bilden die drei eine kleine Familie: „Meine Erziehungsstellentochter steht auf gleicher Ebene wie mein Sohn. Wir gehören zusammen“, sagt die 35-Jährige strahlend. „Am schwierigsten ist es dem Kind Vertrauen zu geben. Ihr zu zeigen, dass sie nicht wieder weg muss. Meine Erziehungsstellentochter bleibt bis zur Volljährigkeit bei mir – und natürlich auch darüber hinaus“, erzählt Stefanie Podeszwa. Sie will dem Mädchen ein geborgenes Heim sowie eine gute Zukunftsperspektive geben. Ihre Erziehungsstellentochter sei von ihren Eltern wenig sozialisiert worden. „Gerade die ersten drei Jahre sind bei Kindern wichtig, wo sie soziales Verhalten lernen. Das fehlte völlig. Die Kleine hatte den Stand eines Babys. Da musste ich nahezu bei Null anfangen. Werte wie z.B. Verantwortungsbewusstsein kannte sie nicht.“

Enorme Fortschritte

Welchen enormen Fortschritt die Erzieherin bisher gemacht hat, dokumentiert sie für das Jugendamt und ihren Arbeitgeber. Unter anderem ein Ordner mit selbst gemalten Bildern ihrer Erziehungsstellentochter zeigt, wie positiv sich die Fünfjährige entwickelt hat. Während das Kind am Anfang nur Figuren mit bösen Grimassen in schwarz gemalt hatte, zeigen die neueren Bilder, Menschen in bunten Farben gezeichnet. Regelmäßig schreibt die Erzieherin Entwicklungsberichte, die mit dem Jugendamt halbjährlich besprochen werden.

Zurzeit besucht das Mädchen den Kindergarten. „Ich hätte gerne, dass sie noch ein Jahr im Kindergarten bleibt, bevor sie eingeschult wird. Sie ist gerade dabei dort Fuß zu fassen. Die Kleine ist gerade dabei sich selber zu finden und soll nicht wieder irgendwo rausgerissen werden“, meint Stefanie Podeszwa.



Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/x...auen-geben.html

__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

04.11.2008 08:20 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


SOZIALES: Mama auf Zeit Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

SOZIALES: Mama auf Zeit
Michaela Kapitza arbeitet als Kinderdorfmutter und umsorgt sechs Schützlinge


Vormittags hat Michaela Kapitza ein wenig Zeit für sich. Dann kann sie in Ruhe einen Kaffee trinken, bevor es an die Hausarbeit geht. Es muss geputzt und gewaschen sowie eingekauft werden. „Wie in jedem anderen Haushalt eben auch“, sagt die 37-Jährige. Dann ist auch schon wieder die Mittagszeit ran und das Essen muss zubereitet werden. Schließlich gilt es, viele hungrige Mäuler zu stopfen.

So nach und nach trudeln dann die Schützlinge von Michaela Kapitza und ihren beiden Kolleginnen ein. „Was gibt es denn heute zu essen?“, fragt Laura (Name von der Redaktion geändert) und stellt ihren Ranzen ordentlich an seinen Platz neben den anderen in der Ecke.

Am liebsten isst Laura Lasagne oder Spaghetti „mit der leckeren Soße, die Steffi immer macht“ oder Hühnersuppe. Danach kommen die Schularbeiten dran.

Michaela Kapitza ist Kinderdorfmutter und lebt in einem der acht Häuser auf dem Gelände mit ihrer großen Pflegefamilie unter einem Dach. „Die Kinder sind zwischen vier und 15 Jahre alt“, erklärt sie. Auch ihr eigener Sohn wohnt, inzwischen ebenfalls 15, mit ihr und den anderen sechs Schützlingen hier. „Ich habe ihn gefragt, und er hatte nichts dagegen.“ Das ist jetzt fünf Jahre her.

Gebürtig stammt Michaela Kapitza aus dem Münsterland. Die Liebe hat sie dann vor zehn Jahren nach Brandenburg verschlagen. Hier ging die gelernte Erzieherin auf Jobsuche und wurde im Kinderdorf fündig. Anfangs arbeitete sie in der Pflegefamilie einer anderen Kinderdorfmutter mit, seit fünf Jahren hat sie ihr eigenes Haus.

Rund 240 Quadratmeter groß ist das geräumige Quartier. Es gibt vier Kinderzimmer und einen großen Wohnbereich im Erdgeschoss mit Essecke, Sofalandschaft und Küche. Die älteren Kinder haben ihre eigenen Zimmer, die kleinen teilen sich eins zu zweit. Ordnung wird groß geschrieben. „Die Kinder sollen frühzeitig lernen, ihre Sachen aufzuräumen und sauberzumachen.“ Ein strenges Regime führt Michaela Kapitza dennoch nicht. Die Kinder, selbst die älteren, sagen liebevoll Mama oder Mutti zu ihr und holen sich regelmäßig ihre Streicheleinheiten ab. Da kommen Hund Chelsea und die Katzen Peterle, Lucy und Penelope schon mal zu kurz. Sie wohnen mit den Kleinen und ihrer Kinderdorfmutter in dem Haus, ebenso Fisch Nemo und seine Artgenossen, die in zwei Aquarien schwimmen. „Die Kinder sind ganz begeistert davon.“

Zehn Tage am Stück wohnt und arbeitet Michaela Kapitza im Kinderdorf bei ihrer Großfamilie. Dann hat sie vier Tage frei. „Die brauche ich dann zum Abschalten, am liebsten bastele ich oder lese.“ Und sie hat einen festen Partner, mit dem sie gemeinsam etwas unternimmt. „Er hat Verständnis für meinen Beruf, anders geht das auch nicht. Die Kinder gehören einfach zu mir, mich gibt’s nur mit den sieben“, sagt Michaela Kapitza lächelnd.

Die acht leben wie eine richtige Familie zusammen. Die Eltern der Kinder kommen nur selten zu Besuch, sie sind in der Regel nicht in der Lage, ihren Nachwuchs selbst großzuziehen. Das Jugendamt weist dem Kinderdorf die Kleinen zu. „Die Eltern haben aber ein Mitspracherecht“, erklärt die Pflegemutter. Manche ihrer Schützlinge bleiben bis zur Volljährigkeit in ihrer Obhut. „Der Abschied fällt dann sehr schwer“, sagt die Mama auf Zeit. Erst voriges Jahr hat sie zwei Mädchen in die Selbständigkeit entlassen. „Wir haben aber noch regelmäßig Kontakt und die beiden sagen immer noch Mutti zu mir.“

Dann wendet sich Michaela Kapitza wieder Laura und den anderen Kindern zu, die jetzt aus der Schule gekommen sind. Der Tisch wird gemeinsam gedeckt, es ist Essenszeit.

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...orgt-sechs.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

07.11.2008 22:57 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 07.11.2008 um 22:57 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Erfahrungsbericht einer Pflegefamilie- Bericht von Meike Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Erfahrungsbericht einer Pflegefamilie

Bericht von Meike

Sie ist 33 Jahre alt, wissenschaftliche Angestellte, lebt mit Partnerin (36) und 3,5 jährigem Pflegesohn in Köln und hofft auf baldigen Familienzuwachs, hat zusammen mit ihrer Partnerin die Gruppe „Querelkis“ für Schwule und Lesben mit Kindern im Rubicon gegründet.


„Ich lebe zusammen mit meiner Partnerin und unserem 3,5 jährigen Pflegesohn in Köln. Er ist mit 7 Wochen zu uns gekommen, kennen gelernt haben wir ihn mit 5 Wochen. Emotional ist er unser Sohn, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein leibliches Kind mehr lieben könnte. Wir haben uns in einem langen Prozess dafür entschieden, kein leibliches Kind zu bekommen, sondern ein Pflegekind aufzunehmen. Aufgebracht hat die Idee meine Partnerin. Anfangs war ich sehr skeptisch und mit den üblichen Vorurteilen gegenüber der Arbeit des Jugendamtes belastet. Ich bin allerdings zum Glück dem Vorschlag meiner Partnerin gefolgt, und zu einer Informationsveranstaltung des Jugendamtes in Aachen gegangen, wo wir damals noch gewohnt haben. Bei dieser Veranstaltung hatte ich den Eindruck, dass es sich um sehr engagierte und hochkompetente Mitarbeiterinnen handelt, so dass ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen konnte.

Ich glaube, dass es einer bestimmten Einstellung bedarf, um sich auf das Abenteuer Pflegekind einzulassen. Man muss bereit sein, sich auf Ungewissheiten einlassen zu können (was natürlich auf alle, die mit Kindern leben, zutrifft). Wichtig ist der Glaube an soziale Verwandtschaft, also die Auffassung, dass sich die Qualität einer Beziehung nicht biologisch herleiten lässt. Wer fest von einer genetischen Prägung überzeugt ist, tut sich hier sicherlich schwerer. Für uns beide war es nicht wichtig, ein leibliches Kind zu kriegen. Darüber hinaus braucht es eine gute Portion Optimismus und das Vertrauen, Schwierigkeiten auffangen zu können. Pflegekinder bringen immer eine Geschichte mit, an der man als Familie wahrscheinlich zeitlebens arbeiten muss.

Das Auswahlverfahren des Jugendamtes setzt genau hier an: Ziel ist es, festzustellen, wie gefestigt eine Beziehung ist und ob sie voraussichtlich in der Lage sein wird, die auftretenden Probleme lösen zu können. Unter dieser Perspektive war unsere Homosexualität auch Thema in unseren Gesprächen mit dem Jugendamt. Ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, in irgendeiner Weise diskriminiert zu werden. Es ging lediglich darum, zu klären, inwieweit wir mit unserer Beziehung offen umgehen und ob wir damit Probleme in unserer Familie bzw. unserem Umfeld haben. Diese Haltung trifft auch auf die Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) zu, die uns nach der Vermittlung betreut haben. Trotz den bemerkenswert homophoben Einlassungen des Papstes hat sich der SKF in Aachen entschieden, Pflegekinder nach der obligatorischen ‚Eignungsprüfung’ auch an homosexuelle Paare zu vermitteln.

Wir sind das erste Lesbenpaar, an das in Aachen ein Pflegekind vermittelt worden ist (mittlerweile gibt es noch weitere Regenbogen-Pflegefamilien in Aachen). Das ganze Verfahren inklusive zehnwöchigem Vorbereitungskurs hat bei uns ca. 1 Jahr gedauert. Von dem Zeitpunkt an, zu dem wir zur Vermittlung bereitstanden, haben wir 3 Monate auf unseren Sohn gewartet. Da er schon als Säugling zu uns gekommen ist, hat er heute eine sehr stabile Bindung zu uns aufgebaut. Wir verstehen uns keineswegs als Familie auf Zeit. Wir haben uns als Dauerpflegestelle zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu weitverbreiteten Vorurteilen ist es dabei das Ziel, die Kinder in den Pflegefamilien zu belassen. Insbesondere in unserem Fall, in dem es – trotz mehrfacher Angebote – keinen Kontakt zur leiblichen Mutter gibt (der Vater konnte bisher nicht festgestellt werden), besteht auch nach aktueller Rechtsprechung keine Gefahr. Bei einem Jugendamt, das seriös arbeitet, sind die Rückführungsquoten bei Dauerpflege sehr niedrig.

Nach unserem Umzug nach Köln haben wir einen Antrag für ein zweites Pflegekind gestellt. Allerdings haben wir recht durchwachsene Erfahrungen mit dem Jugendamt hier vor Ort gemacht. Im Gegensatz zum Aachener vermittelt das Kölner Jugendamt an Lesben ausschließlich Mädchen und an Schwule nur Jungen – wenn es denn überhaupt zu einer Vermittlung kommt. Es gibt begründete Gerüchte, dass etliche Jugendämter in Köln Vermittlungen an Homosexuelle schlicht verschleppen. Zwar haben wir diesen Eindruck bei unserer Sachbearbeiterin nicht, aber die Tatsache, dass wir zwei Frauen sind, spielt hier eine wesentlich größere Rolle. Insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung unseres Pflegesohnes werden wir immer wieder intensiv nach männlichen Kontaktpersonen befragt und darauf hingewiesen, dass das Kölner Jugendamt keinen Jungen an uns vermittelt hätte. Eine Diskussionsbereitschaft über die zugrundeliegende – meiner Meinung nach äußerst fragwürdige – Genderauffassung besteht nicht. Die Vermittlungs- und Betreuungspraxis in Köln ist in meinen Augen durchaus diskriminierend und wesentlich unprofessioneller als in Aachen.

Unsere Erfahrungen und etliche Gespräche mit anderen (werdenden) homo- und heterosexuellen Pflegeltern zeigen, dass es riesige Unterschiede bei den lokalen Jugendämtern gibt. Insofern ist es auf alle Fälle ratsam, sich mit der Vermittlungspraxis und den Betreuungsprinzipien im Vorfeld vertraut zu machen. Wichtig ist dabei eine größtmögliche Transparenz seitens des Jugendamtes. Nur im Vertrauen darauf, umfassend über alles informiert und unterstützend betreut zu werden, kann man vernünftig zusammenarbeiten. Ich glaube, dass es – wie in allen gesellschaftlichen Bereichen – wichtig ist, sichtbar zu sein und die jeweiligen Jugendämter offen anzusprechen. Meiner Meinung nach gibt es ein bisher völlig unausgeschöpftes Potential an schwulen und lesbischen Pflegeeltern.

Ich sehe gegenüber einem leiblichen Kind sogar Vorteile, die mir erst im Umgang mit anderen Regenbogenfamilien klar geworden sind. Zum einen gibt es kein Gefälle von leiblichen Eltern und Co-Eltern, das u. U. zu Spannungen führen kann. Beide starten gewissermaßen bei null. Wesentlicher aber scheint mir ein anderer Faktor, nämlich die professionelle Betreuung. Jede Regenbogenfamilie ist zwangsläufig ein offeneres System als eine Heterofamilie, d. h. es gibt immer in irgendeiner Form weitere Beteiligte, die (wenn vielleicht auch in ihrer Abwesenheit) eine Rolle spielen. Das trifft natürlich im hohen Maße auch auf Pflegefamilien zu. Im Gegensatz zu den – zumindest in dieser Verbreitung – recht jungen Konzepten von Regenbogenfamilien gibt es hier aber jahrzehntelange Erfahrung, Fortbildungs- und Gesprächsangebote sowie im Zweifelsfall rechtliche Unterstützung. Für uns ist das bisher noch nicht relevant gewesen, aber es ist trotzdem ein beruhigendes Gefühl.

Da unser Pflegesohn erst 3,5 Jahre alt ist und kein Kontakt zu seiner leiblichen Mutter besteht, war seine Ursprungsfamilie bisher nur am Rande Thema. Er weiß, dass er bei keiner von uns im Bauch war, sondern bei seiner Mutter, die aber zu krank ist, um sich um ihn zu kümmern. Bisher hat er noch keine weiteren Fragen gestellt. Ich bin mir aber sicher, dass sich das in nächster Zeit ändern wird, weil er seit kurzem im Kindergarten ist und dort natürlich mit dem Thema Familie auf neue Art konfrontiert wird. Wir haben hier sehr gute Erfahrungen gemacht: Die Erzieherinnen haben bereits in einer mehrwöchigen Projektarbeit unter dem Motto „wir gehören zusammen“ verschiedene Familienkonzepte mit den Kinder spielerisch ‚bearbeitet’. Auch hier ist es uns wichtig, nicht zu tabuisieren und unseren Pflegesohn darin zu bestärken, dass wir vielleicht ein bisschen schräg, aber bestimmt nicht daneben sind.

Das scheint mir überhaupt eine wesentliche Voraussetzung dafür zu sein, dass Kinder aus Regenbogenfamilien selbstbewusst mit ihrer Situation umgehen können. Jede Form von Verheimlichung und Tabu kann Kinder enorm belasten. Daher sollte das tägliche Coming-Out selbstverständlich sein. Wir haben bisher auch diesbezüglich noch keine negativen Erfahrungen gemacht, auch wenn es gelegentlich zu einigen Verwirrungen kommt. Spannend wird es allerdings, wenn unser Pflegesohn sich dazu selber äußern kann. Die Tatsache, dass er schon so früh zu uns gekommen ist, hilft ihm aber sicherlich, seine Situation als normal zu empfinden. So hatte er eine lange Zeit, in der es für ihn keinen Normalitätsdruck von außen gegeben hat, der ihn darin hätte hindern können, unsere Familie einfach als eine schöne Realität zu erleben. Unser ganzes Umfeld hat uns darin sehr unterstützt und unseren Pflegesohn sehr positiv aufgenommen.“



Quelle: http://www.family.lsvd.de/beratungsfuehrer/index.php?id=58

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
09.11.2008 10:04 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 09.11.2008 um 10:04 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


images/avatars/avatar-2615.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 28.211
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Oberbürgermeister Fritz Schramm lobte den langjährigen Einsatz Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Köln (ac). Eigentlich hatten Roswitha und Michael Kreidelbach mit dem eigenen Kinderwunsch abgeschlossen - bis vor über 20 Jahren Roswitha Kreidelbachs Kollegin mit Zwillingen schwanger wurde. Der leibliche Vater suchte daraufhin das Weite, und die Mutter brauchte eine Betreuung in Tagespflege, um weiterhin arbeiten zu können. Dies war der Beginn ihrer "Karriere" als Pflegeeltern. "Als die Zwillinge in eine Kindertagesstätte kamen, sprach uns das Jugendamt an, ob wir ein acht Wochen altes Mädchen aufnehmen wollten" erinnert sich Roswitha Kreidelbach. Dieses Kind ist mittlerweile 21 Jahre alt, studiert und bekam mit Patrick, 17 und Lajla, heute 15, noch zwei "Pflegegeschwister".
Mit ihren 20 Jahren Erfahrung als Pflegeeltern sind Roswitha und Michael Kreidelbach die "Dienstältesten", die Oberbürgermeister Fritz Schramma und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein für ihr Engagement auszeichneten. Auf 15, 10 oder 5 Jahre Engagement als Pflegeeltern blicken die übrigen Paare zurück, die mit einer Einladung und einem Geschenk geehrt wurden. Neben Pflegestellen in Vollzeit, die dauerhaft angelegt sind, vermittelt das Jugendamt Kinder auch für kürzere Zeiträume. Bei Ralf und Roswitha Ronsbach aus Buchforst geht es bunt zusammengewürfelt zu: Neben den zwei leiblichen Kindern und vier Pflegekindern betreut das Ehepaar noch drei Kinder in Tagespflege. Auch hier war es ein Zufall, der ihnen das erste Pflegekind in Tagespflege ins Haus brachte. "Aber ich habe schnell festgestellt, dass das eher mein Ding ist als das Beamtenleben" erinnert sich Roswitha Donsbach.
Neue Pflegeeltern sind beim Jugendamt willkommen, sollten aber einige Voraussetzungen erfüllen. Neben einer geeigneten Wohnung sollte der Wunsch, einem Kind ein Zuhause zu geben, im Vordergrund stehen, und Zeit sollte vorhanden sein: "Wir sehen es nicht so gerne, wenn beide Partner in Vollzeit arbeiten" erläutert Brigitte Richter vom Pflegekinderdienst Mülheim. In Kursen des Jugendamtes und einer Gesprächsgruppe können sich zukünftige Pflegeeltern darüber klar werden, wie ernst es ihnen mit dem Wunsch ist.

Pflegeeltern
In Vollzeitpflegestellen leben zur Zeit in Köln rund 500 Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, etwa die Hälfte davon in so genannter "Familienpflege" bei Verwandten. Außerdem gibt es Kurzzeitpflegestellen und "Tagespflege" falls die leiblichen Eltern tagsüber arbeiten oder noch in der Ausbildung sind. Zuständig bei der Stadt Köln sind die Pflegekinderdienste in den Jugendämtern der Bezirke. Interessierte, die Pflegeeltern werden wollen, können sich melden unter Telefon 0221/ 22125011.


Quelle: http://www.koelner-wochenspiegel.de/rag-.../139243/lokales

__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

11.11.2008 18:04 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Familie Rothkrantz nimmt seit 40 Jahren Pflegekinder auf Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Familie Rothkrantz nimmt seit 40 Jahren Pflegekinder auf

Stolberg. Es klingt so unglaublich, dass es eigentlich nicht wahr sein kann. Doch die Geschichte von Familie Rothkrantz ist kein Märchen, obwohl es wie eins anmutet.

Helga Rothkrantz selbst sieht das ganz anders, energisch streicht sie eine rotblonde Haarsträhne hinter das Ohr und erklärt: «Das ist doch ganz normal.»

Wie unterschiedlich Sichtweisen sein können. Vollkommen anders urteilt man nämlich im Stolberger Jugendamt über das, was Helga Rothkrantz und ihr Mann Walter seit 40 Jahren machen. Bewundernswert und höchst respektabel sind dort eher die Schlagworte. Und soviel Achtung kommt nicht von ungefähr, vielmehr rührt sie davon, dass Rothkrantz´ seit vier Jahrzehnten immer wieder Pflegekinder bei sich aufnehmen und diesen Kindern ein sicheres, glückliches Zuhause geben. Und das sei nicht unbedingt selbstverständlich oder «normal», sagt Willi Seyffarth, Leiter des Stolberger Jugendamtes.

Betreuungsmöglichkeit

Angefangen hat alles relativ harmlos. Helga Rothkrantz war Mitte 19 und selbst gerade Mutter geworden. Weil ihr das alleine aber etwas zu wenig Beschäftigung war, reagierte sie auf eine Anzeige in der Zeitung, in der ein junges Paar eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Tochter suchte. Heute würde man Tagesmutter sagen. Zwei oder drei Monate habe es keine Probleme gegeben: Der Vater brachte die Tochter jeden Tag zu Helga Rothkrantz, nachmittags wurde das Kind wieder abgeholt - «alles ganz normal» - bis eines Tages das Jugendamt vor ihrer Tür stand.

Das waren damals noch die Kollegen aus Aachen, wo Helga Rothkrantz lebte. Und die Aachener Kollegen waren überhaupt nicht erbaut von dem, was die junge Mutter machte. «Die Dame sagte mir, dass ich das Kind gar nicht betreuen dürfte. Ich bräuchte eine Erlaubnis zur Tagespflege und außerdem sei ich noch nicht volljährig. Ich wusste gar nicht, dass man eine Erlaubnis braucht», erinnert sich Helga Rothkrantz 40 Jahre später.

Das Kind habe dennoch bei ihr bleiben dürfen und eines Tages habe das Jugendamt wieder vor der Tür gestanden, dieses Mal aber mit der Bitte, ob sie nicht ein Kind bei sich aufnehmen könne. «Da war ich aber immer noch nicht volljährig. Das war man erst mit 21 Jahren», sagt Helga Rothkrantz.

Irgendwie spielte das aber keine Rolle mehr und seitdem hat Helga Rothkrantz immer wieder Kinder bei sich auf genommen. Wie viele es in den ganzen Jahren waren, wissen sie und ihr Mann nicht. Allein 54 Pflegekinder waren länger als drei Jahre bei ihnen, neun bis zur Volljährigkeit. Die, die kürzer bei ihnen gewesen sind, haben sie irgendwann aufgehört zu zählen. «Das waren einfach zu viele», sagt Walter Rothkrantz, der immer sehr viel gearbeitet hat, während seine Frau die «Geschäfte daheim führte».

Zur Zeit leben vier Kinder bei den Rothkrantz´. Natalie (12), Phillip (cool , Janina (7) und Alina (6) halten die beiden noch gehörig auf Trab, doch irgendwie braucht Helga Rothkrantz auch den Trubel. «Sie gehen mittlerweile ja alle zur Schule und dann ist es vormittags ganz ruhig im Haus. Das ist schlimm», sagt die 59-Jährige, die selbst zwei eigene Kinder hat. Aber auch die Pflegekinder seien «irgendwie ihre Kinder». Daher sprechen Helga und Walter Rothkrantz immer von «unserer Alina» oder «unserem Phillip»; für die beiden ist das «ganz normal».

Und auch für die Kinder ist das Leben in der Pflegefamilie «ganz normal». Natalie und Phillip sind schon als Säuglinge zu Helga und Walter Rothkrantz gekommen, und obwohl der Kontakt zu den leiblichen Eltern immer noch besteht, für die beiden Kinder sind Helga und Walter Rothkrantz «Mama» und «Papa».

Die beiden jüngeren, die nicht in ganz so frühen Jahren zu der Familie, die heute in Breinig lebt, gekommen sind, sind Helga und Walter Rothkrantz «Oma» und «Opa» - was die 59-Jährige vollkommen in Ordnung findet: «Das ist besser so. Wir sind schließlich auch nicht mehr die Jüngsten.» Und weil dem so ist, wollen die beiden in Zukunft nur noch Notfälle bei sich zu Hause aufnehmen, obwohl sich Helga Rothkrantz gar nicht vorstellen kann, wie es sein wird, wenn «ihre» Kinder einmal alle erwachsen und aus dem Haus sind. «Das wird sicher merkwürdig» - und eben alles andere als normal.

Stadt Stolberg sucht händeringend nach neuen Pflegefamilien

Für 40 Jahre als Pflegefamilie wurden Helga und Walter Rothkrantz nun von der Stadt Stolberg ausgezeichnet. «Wir bräuchten mehr von solchen Familien», erklärte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

In der Tat sucht die Stadt Stolberg händeringend nach neuen Pflegefamilien. Heinz-Josef Labs und Dorothee Hoppen vom Pflegekinderdienst beraten gerne weiter. Zu erreichen sind die beiden unter 9748252 und 9748253.

Potenzielle Pflegefamilien sollten vor allem auf die Bedürfnisse der Kinder achten, es ist keine Vorraussetzung, dass nur verheiratete Paare Pflegefamilien werden dürfen. Auch Alleinstehende könnten sich bei dem Pflegekinderdienst melden, erklärt Heinz-Josef Labs.

Das Jugendamt der Stadt Stolberg verfolgt das Ziel, dass Kinder im Idealfall übergangsweise in den Pflegefamilien bleiben, bis sich die Situation in ihren Familien wieder gebessert hat.

Quelle: http://www.az-web.de/lokales/stolberg-de...kinder-auf.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

12.11.2008 18:43 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 12.11.2008 um 18:43 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Wir hatten zwei Pflegekinder! Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Wir hatten zwei Pflegekinder!

Vor fünf Jahren haben wir zwei Geschwister-Pflegekinder aus einer Problem-Familie aufgenommen. Die Kinder waren neun (Mädchen) und sieben (Junge) Jahre alt.

Schule

Beide Kinder hatten einen sehr kleinen Sprachschatz und keine soziale Erziehung. Die Ausdrucksform bestand im Großen und Ganzen in - schreien und prügeln, rennen und springen. Eine stille Beschäftigung mit einer Sache war nicht möglich. Da die Kinder nicht wussten in welche Schulklasse sie gingen und wir auch vom JA (Jugendamt) keinerlei Info erhielten, schulten wir das Mädchen zur Probe in die erste I-Klasse ein. Sie konnte weder schreiben noch lesen, rechnen war überhaupt nicht denkbar. In kurzer Zeit (1/4 Jahr) konnte sie dann in die zweite I-Klasse aufsteigen. Bald wurde dann ein sonderpädagogisches Gutachten erstellt in dem ein Bedarf an S – P - Stunden ermittelt wurde. Da ihr IQ im eher unteren Bereich liegt, bekam sie Förderung in allen Grund-Fächern. Ab fünfter Klasse besuchte sie die Förder-Schule bei uns im Ort. Der Junge kam in die Vorschule, was einen Übergang vom Kindergarten zur Schule leichter machen soll. Seine Verhaltensauffälligkeiten wurden von der Lehrerin bald bemerkt und sie versuchte gegenzusteuern, leider mit mäßigem Erfolg. Nach dem S-P-Gutachten wurde er dann in eine Schule für Geistig - Behinderte eingeschult. Die Förderung war, dank günstigem Personalschlüssel, so gut das er nach einem halben Jahr in die Schule für Lernbehinderte wechseln konnte. Nach der Beendigung der Grundschulzeit wird er auch hier im Ort auf die Förder-Schule gehen.

Ärzte

Da wir keinerlei Vorgeschichte, Zeugnisse oder Impfausweise erhielten waren wir auf uns selbst gestellt. Der erste Weg zur Fakt-Erkennung führte uns zu sämtlichen Ärzten. Kinder-, Augen-, Ohren- und zum Zahnarzt. Dabei wurde überflüssiges und versäumtes erkannt, z.B. die Brille konnte entsorgt und die Zahnsanierung begonnen werden. Sehr bald wurde uns bewusst das die Kinder mehr als üblich verhaltensauffällig waren. Wir konnten uns anfangs für das Verhalten keine Erklärung geben und begannen, uns nach dem Lesen eines Zeitungsartikels über FAS geschädigte Kinder, für FAS und die anhängigen Probleme zu Interessieren. Siehe auch: www.fasworld.de Oder: www.fasaelu.com Um eine Diagnose und Therapie zu bekommen, begann eine Odyssee der Besuche in Kinder und Jugend Psychiatrie Kliniken in drei verschiedenen Städten. Außerdem begannen wir mit Logo- und Ergo-Therapie. Nach Abschluß sämtlicher Untersuchungen haben wir für beide Kinder Behinderten-Ausweise beantragt und erhalten. Das Mädchen ist mit 60% und der Junge mit 80% eingestuft worden. Somit haben sie das Recht auf gesonderte Förderung und bevorzugte Behandlung bei Ämtern, in Schule und Beruf, außerdem Aufnahme in eine Behinderten-Werkstatt oder Einrichtung. Da der Junge auch noch Hyperaktiv ist bekommt er täglich Medikamente die er unbedingt braucht, um ein einigermaßen sinnvolles Leben zu führen.

Familie

Wir als Pflege-Eltern (beide 50 geb.) haben schon eine gewisse Erfahrung was Kinder im Allgemeinen und Pflegekinder im Besonderen bedeuten. Unsere eigenen Kinder (Junge 75, Mädchen 76 geb.) sind erwachsen und brauchen uns nicht mehr in dem Maße wie früher. Das erste Pflegekind (Junge 80 geb.) ist mein Neffe und ist mit 21/2 Jahren aus dem Heim über einen Anwalt zu uns in`s Haus gekommen. Seitdem haben unzählige Kinder über kurz oder lang bei uns Aufnahme gefunden.

Soziales Umfeld

Beide Geschwister-Kinder sind in verschiedenen Vereinen und Clubs im Ort oder Nachbardorf Mitglied. Z.B. Sport Verein, Folklore Tanz Verein, Pfadfinder, Behinderten-Freizeit-Club, Reit-Vereinigung.

Kirche

Wir sind stark in das kirchliche Leben am Ort eingebunden. Das Mädchen geht in den Konfirmanden-Unterricht und in den Jugend-Keller.

Wir hatten zwei Pflegekinder und hatten die Beiden so lieb...

Aber dann kam die Große in den Geist,- und Körperzersetzenden Zustand der Pubertät. Von jetzt auf gleich änderte sie ihre Verhaltensweise und begann, uns zu belügen und zu bestehlen. Sie fing an, sich mit älteren Jugendlichen zu treffen und versuchte "cool" zu sein. Sie rauchte und trank, trieb sich rum, ohne unser Wissen. Die, ohnehin mäßigen, Leistungen in der Schule ließen noch mehr nach. Hausaufgaben oder Klassenarbeiten wurden unterschlagen. Prügeleien und Pöbeleien auf dem Schulhof waren von mir zu schlichten, Eltern und Lehrer mussten immer häufiger an einen Tisch gebracht werden. Außerdem erfuhren wir, dass dies Kind früher vom Freund ihrer Schwester missbraucht worden ist. Daraufhin zeigten wir den Ex-Freund an und haben nach einer Gerichtsverhandlung unter Mitarbeit einer Anwältin und einer Frau vom Kinderschutzbund erreicht, das der junge Mann ein Urteil bekam, mit dem alle zufrieden sein konnten. Daraufhin beantragten wir bei dem JA eine Therapie für missbrauchte Mädchen. Leider kam keine Antwort. Dann versuchten wir selbst, einen Therapie-Platz zu bekommen. Leider hieß es immer nur seitens des JA kein Geld, kein Platz, kein Interesse. "Diese Kinder bleiben sowieso Sozialhilfeempfänger, da lohnt es nicht!!!" (O-Ton) Wenn das Trauma der Vergangenheit nicht aufgearbeitet wird, kann die Vergangenheit nicht bewältigt, und die Zukunft nicht gelebt werden. Wie soll ein behindertes FAS - Kind das allein schaffen? Also, weiter beantragen und bei dem Vorgesetzten beantragen. Dann, nach Pfingsten, spitzten sich die Dinge zu. Das Kind war mal wieder über die Zeit und wir machten uns Sorgen und suchten sie. Gewitter lag in der Luft, Kind am See? Suchen und finden, der "Freund" zerreißt meinem Mann das Hemd am Leibe. Mein Mann redet mit dem Jugendlichen und fährt ihn nach Hause in das Jugendheim. Am nächsten Tag ist sie wieder über die Zeit. Am darauffolgenden Tag ist Sie wieder abgängig, wir rufen im Jugendheim an, ja, sie ist da, will aber nicht nach Hause kommen. Die Polizei wird gerufen und gemeinsam reden sie auf das Kind beruhigend ein. Dann kommt das Kind mit nach Hause. Donnerstag nach Pfingsten. Der kleine Bruder erzählt uns, sie wollen alle morgen abhauen !!! Große Not. Wir rufen das JA an und wollen das Mädchen zur eigenen Sicherheit abgeben. Der Vormund ist nicht erreichbar. Das Kind will wegrennen. Die Türen müssen bewacht werden. Ein uns völlig "fremdes Kind" will aus dem Fenster springen. Wir sind rat- und hilflos. Das JA hat keine Zeit. Der JA-MA muss einkaufen gehen. (selbst gesehen, war ihm peinlich, verschwand schnell) Termin 9,15 h Kind zur Außenstelle im Ort gebracht. Übergabe. Trotz und Tränen. Das Kind wurde in die A-B-Gruppe gebracht. Sie wohnt dort ab Do Mittag. Seitdem Telefonate hin und her. Sonntag, Besuch in der A-B-Gruppe, Garderobe und Wäsche hin gebracht und an den Hafen zum Hafenfest gegangen. (Kieler Woche) Dann, Tage später, ein Gespräch am „runden Tisch“ im JA. Anwesend waren: Der Vormund, der Vertreter des JA, die Vertreterin der A-B-Gruppe samt Kind und wir P-Eltern. Es wurde nochmals die Therapie besprochen und von uns als notwendig benötigt erwähnt und mündlich beantragt. Jede Seite konnte seine Sicht der Dinge darstellen. Wir sagten noch mal, das wir das Kind, nach einer erfolgten Therapie, wieder gerne bei uns hätten. Das wurde uns auch zugesagt. Das Kind wurde auch befragt und wollte zu uns zurück. Beginn der Sommerferien. Tage später ein Anruf vom Kind ; "wir waren einkaufen. Zelt, Schlafsack und Iso - Matte, ich fahre heute nach Frankreich, in die Ferien Tschüß und weg" Keine Ahnung wohin, wie lange, mit wem, und vor allem

---------Warum-----------

Kein Geld für eine Therapie, aber Frankreich ist kostenlos? Wer soll das verstehen. Ämter - Politik. Jetzt ist bald wieder Schule, keine Therapie, keine Zukunftsperspektive. 8 Wochen verstrichen - nichts erreicht. Bei jedem Gespräch wurden wir vertröstet, alles wäre am Arbeiten, jeder würde sich bemühen, das Kind möchte und darf nach der Therapie zurück zu uns. Nichts dergleichen geschah. Ein Mitarbeiter wusste vom Anderen nichts, Einer verbot, was der Andere erlaubte. Wir haben vom JA-Außendienst in unserem Ort bis zum Leiter des Jugendamtes alles und jeden in Bewegung gesetzt. Ohne Erfolg! Mittlerweile will das Kind nicht mehr zu uns zurück und in eine andere Pflegefamilie vermittelt werden! Wer hat ihr das wohl nahegelegt? JA; (O-Ton) “ wir suchen eine Pflegefamilie die besser mit ihrer Problematik zurechtkommt“. Merkt denn keiner, dass dies Kind damit zurechtkommen muss? Dass es ihr Leben ist welches so „verwaltet“ wird!


Wer glaubt, dass Zitronenfalter Zitronen falten, -der glaubt auch, dass Jugendämter für die Jugendlichen arbeiten, die sonst keine Chance im Leben haben.


L-Eltern

Beide Eltern sind Alkoholiker. Auch wenn sie zur Zeit trocken sind, bleiben sie Alkoholiker, und somit eine "Zeitbombe" und unberechenbar. Noch dazu ohne Therapie-Entzug. Jetzt haben die Eltern die Rückführung der Kinder über ihren Anwalt beantragt. "Sie haben gute Chancen" (O Ton JA) Sie bekommen dann eine neue, größere Wohnung und neue Möbel. Ist das nicht schön? Das Mädchen möchte zu den Eltern, "weil es da weniger stressig ist" (O Ton Kind). Die L-Eltern haben uns bei dem letzten Eltern – Kind – Treffen wissentlich belogen als sie sagten, dass sie die Kinder selbst nicht erziehen können und wollen, sondern dankbar seien, das wir ihnen diese Arbeit abnehmen. Zu dem Zeitpunkt haben sie schon mit dem Anwalt über eine Rückführung gesprochen. Wir hatten zwei Pflegekinder und hatten die Beiden so lieb und konnten zusammen nicht kommen und hofften, ihnen nachhaltig etwas für das Leben beigebracht zu haben, wir hofften auf eine beschützte Werkstatt, ein beschütztes Leben. Was soll nun aus ihnen werden?

Wir hatten zwei Pflegekinder......



Quelle: http://www.fasworld.de/erf2.html

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
21.11.2008 07:08 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 21.11.2008 um 07:08 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Ganz in Familie, doch nicht blutsverwandt Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Ganz in Familie, doch nicht blutsverwandt

Im Haus von Heidemarie und Gerhard Fink auf dem Sternberger Kugelberg ist seit dreieinhalb Jahren wieder "Leben in der Bude". Konkret seit dem Zeitpunkt, als zunächst der 14-jährige Enrico und zwei Jahre später die 10-jährige Silvana in ihr Leben traten. Die beiden sind ihnen inzwischen liebgewordene Pflegekinder. Zu denen sie eine starke emotionale Bindung aufgebaut haben.

STERNBERG - Es ist schon eine ganze Weile her, dass das Ehepaar Fink mit den eigenen Kindern ganz in Familie machte. Denn die beiden Töchter und die beiden Söhne sind schon lange aus dem Haus. Haben ihre eigenen Familien gegründet und Heidemarie und Gerhard zu Großeltern gemacht. Heute trifft man sich zumeist zu Familienfeiern oder auch mal zwischendurch.

Familiäre Traditionen weiterpflegen

Für die 56-jährige Heidemarie, Verkäuferin, und den 61-jährigen Rentner Gerhard Fink (gelernter Maurer) war mit dem Aus-dem-Haus-Gehen der eigenen Kinder somit der Zeitpunkt bzw. die Möglichkeit gekommen, wieder mehr als Ehepaar aufeinander zuzugehen, ihren Hobbys zu frönen und die Ruhe zu genießen. Doch weit gefehlt. Das kinderliebe Ehepaar wollte und konnte von altgewohnten familiären Traditionen einfach noch nicht lassen. Fühlte sich einfach noch zu jung. Beide wussten vom Hörensagen, dass es die Möglichkeit gibt, Kinder, die Hilfe brauchen - aus welchen Gründen auch immer - , bei sich an Pflege statt aufzunehmen. Und schon bald waren sich die beiden einig: Wir versuchen es und bewerben uns beim Jugendamt um ein Pflegekind. Und dann legten sie Antrag, ein Führungszeugnis, ihren Lebenslauf und ein Schreiben über ihr regelmäßiges Einkommen vor. "Viel Hoffnung auf einen positiven Bescheid hatten wir zunächst nicht", so Heidemarie Fink, "schließlich waren wir auch nicht mehr die Jüngsten. Und es gibt klare Regeln bei der Vermittlung von Pflegekindern: ausreichend Wohnraum, eine feste Arbeitsstelle und damit ein geregeltes Einkommen. Und zwischen Eltern und Kindern sollte der Altersabstand bei maximal zirka 40 Jahren liegen."


Leibliche Eltern behalten das Sorgerecht

Doch das seien längst noch nicht alle Bedingungen, erzählte Gerhard Fink. Bei Pflegeeltern sei vor allem Einfühlungsvermögen die Voraussetzung. Und natürlich eine gehörige Portion Lebenserfahrung. Und eines sei auch nicht zu übersehen: Die leiblichen Eltern behalten in der Regel das Sorgerecht. Im Interesse des Heranwachsenden müssen Pflegeeltern und Eltern auch miteinander korrespondieren. Dieser Kontakt des Kindes zu den leiblichen Eltern sei vor allem deshalb wichtig, weil das Kind ja irgendwann mal in die eigene Familie zurückkehren solle. "Doch für uns gab es kein langes Überlegen. Wir wollten einfach einem Kind helfen, indem wir ihm das Heim ersparen können. Außerdem fühlten wir uns noch fit genug, um ein Kind in der Familie aufzunehmen. Unser Haus stand zudem leer", so Heidemarie Fink.

Eines Tages vor etwa dreieinhalb Jahren, nachdem schon ein Wochenend-Kontakt zu Enrico aufgebaut war und dieser sich entschieden hatte, bei Finks zu bleiben, war es dann auch soweit. Das Ehepaar Fink bekam eine Zusage vom Jugendamt. Und durfte sich Enrico in ihr Haus holen. Zwei Jahre später kam dann Silvana hinzu.


Jedes Kind hat sein "eigenes Reich"

Inzwischen haben Pflegeeltern und Pflegekinder eine starke emotionale Bindung aufgebaut. Fühlen sich pudelwohl bei Finks. Wie sollte es auch anders sein? Haben doch beide Kinder ihr eigenes, modern eingerichtetes Zimmer mit Bett, Schrank, Schreibtisch, Fernseher usw. Haben Kleidung, wie sie die Jugend heute trägt. Und unternehmen gemeinsam mit den Pflegeeltern so manches. Und auch das Essen ist ganz nach ihrem Geschmack. Zur "Familie" gehören auch Hund, Meerschweinchen und Fische, die von den Kindern betreut werden. Natürlich habe man ein ganz Teil an Mehrarbeit. zum Beispiel bei der Wäsche. Doch das sei zweitrangig, so die Pflegeeltern.


Pflege-Geschwister voll in Familie integriert

Auch die leiblichen Kinder der Familie Fink haben ihre "Pflege-Geschwister" voll in die Familie integriert und behandeln sie wie richtige Geschwister. Und auch Enrico und Silvana haben ein überaus herzliches Verhältnis zueinander. Positiv ist auch, dass zwei Enkelkinder genauso alt wie die beiden sind. Bei Familienfeierlichkeiten, in den Ferien, an Feiertagen usw. wird ganz in Familie gemacht. Obwohl sie keine Agnaten (Blutsverwandte) sind. "Wenn wir etwas übernehmen, dann ganz oder gar nicht", erklärt Heidi Fink. "Und wir finden es gut, dass es den Pflegeeltern-Verein ,Chance’ für Adoptions- und Pflegefamilien gibt, in dem wir Mitglied sind. Gemeinsam mit anderen Pflegefamilien im gesamten Landkreis Parchim werden Veranstaltungen organisiert. Man tauscht sich über alle Probleme aus. Holt sich Rat und Hilfe. Und wir als Eltern besuchen regelmäßig Lehrgänge, um uns weiterzubilden." Ehemann Gerhard Fink indes ist auch Vorsitzender der Schulkonferenz an der Sternberger Förderschule. Und begleitet somit auch den Lernprozess seiner Schützlinge.


Gemeinsame Ausflüge und Tai-Chi-Kurse

Wie sehen die Pflegekinder ihre "neue Familie"? Enrico, 14, hatte schon sieben Jahre im Heim gelebt - ein Elternteil ist tot -, als ihn Familie Fink zu sich nach Hause holte. "Ich fühle mich hier richtig wohl", erzählt er. "Wir unternehmen viel zusammen. Waren schon im Hansa-Park, in verschiedenen Tierparks, im Spreewald, auf der Sommer-Rodelbahn in Malchow, im Affen- und Bärenpark, im Serengeti-Park und im Stralsunder Ozeaneum", schwärmt der Junge. "Ich gehe auch oft zum Angeln und zum Fußball. Und seit kurzem lerne ich Tai-Chi bei Herrn Tarassow."


Herr und Frau Fink und das vertraute Du

Die zehnjährige Silvana erzählt ganz schüchtern, dass sie bei den "Kirchenmäusen" mitmache, ebenso beim Tai-Chi-Unterricht. Bliebe noch die Frage, wie sich Pflegekinder und Pflegeeltern ansprechen. "Mama und Papa mögen sie nicht sagen", lacht Heidi Fink. "Meist sagen sie Herr und Frau Fink und Du. Wir überlassen es ganz ihnen, wie sie uns nennen."

Für die Pflegeeltern ist auch klar: Die leiblichen Eltern können sie Enrico und Silvana nicht ersetzen. Und deshalb fahren die Kinder jeden Monat einmal für stundenweise nach Hause. Und alle halben Jahre kommt das Jugendamt zu Besuch zu Familie Fink und geht mit den Pflegeeltern den Entwicklungsplan und Entwicklung für deren Schützlinge durch.

Wie von Christiane Bekuhrs vom kreislichen Jugendamt zu erfahren war, leben derzeit 70 Kinder und Jugendliche im Landkreis Parchim in Pflegefamilien. Doch das reiche bei weitem noch nicht aus, so ihr Resümee. Es werden dringend weitere Pflegefamilien gesucht. Von der Tendenz her sei die Zahl zwar zurückgegangen - denn es gab Zeiten, wo schon 90 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien ein Zuhause fanden. Die Pflegefamilie sei ja auch nur eine Form der Hilfe. In erster Linie sei man natürlich bestrebt, dass die Kinder in der eigenen Familie aufwachsen. Aber für Familien, in denen es Probleme im familiären Zusammenleben gebe, sei das Jugendamt des Landkreises der richtige Ansprechpartner. Durch Beratungen und ambulante Betreuungsangebote versuche man, Krisensituationen zu entschärfen und dem Kind so zu ermöglichen, weiter in der eigenen Familie leben zu können.


Persönliche Belange stehen oft hintenan

Doch Christiane Bekuhrs möchte auch ein Statement für die Pflegeeltern abgeben. "Sie leisten in der Tat Großartiges. Stellen oftmals persönliche Belange hintenan. Leider ist es oftmals so, dass ihnen die Anerkennung vom Umfeld versagt bleibt. Sodass ihnen auch der enorme Druck von außen zu schaffen macht. Deshalb prüfen wir mögliche Interessenten genau." Und sie fügt an, dass man die so auserwählten Pflegeeltern auch die gesamte Zeit der Pflegeelternschaft über begleite. Und dann gibt sie noch Auskunft zum Thema Pflegegeld. Dieses setze sich aus den materiellen Aufwendungen für das Kind und aus den Kosten der Erziehung zusammen. Es sei je nach Alter des Pflegekindes gestaffelt. Die Leistungen liegen derzeit zwischen 500 und 700 Euro im Monat.

Wer sich um eine Pflegschaft für ein oder zwei Kinder bewerben möchte, kann das beim Jugendamt des Landkreises Parchim tun. Ansprechpartner sind hier Christiane Bekuhrs, erreichbar unter Telefon 0 38 71/72 22 37, oder Marianne Steinhäuser, erreichbar unter Telefon 0 38 71/ 72 22 38. Oder unter der E-Mail-Adresse: bekuhrs@lkparchim.de. Weitere Nachfragen sind in Parchim, Putlitzer Straße 25, möglich.



Quelle: http://www.svz.de/lokales/sternberg/arti...tsverwandt.html

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
27.11.2008 10:22 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 27.11.2008 um 10:22 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Eine fast normale Familie Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Eine fast normale Familie

Das Ehepaar Elisabeth und Wolfgang R. bietet Pflegekindern ein Zuhause


northeim. Mit dem ersten Pflegekind kam vor dreizehn Jahren wieder Trubel ins Leben von Wolfgang und Elisabeth R. (Name der Redaktion bekannt). "Ich habe mir immer eine große Familie gewünscht", sagt die heute 58-Jährige. Doch als Sohn Andreas, den das Paar adoptiert hat, weil es mit eigenen Kindern nicht klappte, erwachsen war, wurde es ruhig im Haus. Zu ruhig, wie die Krankenschwester und der kaufmännische Angestellte während ihrer Silberhochzeitsreise entschieden. Sie überlegten, Pflegeeltern zu werden.

Es folgte ein Bewerbungsverfahren beim Jugendamt, dessen Mitarbeiter die künftigen Pflegeeltern zum Kennenlernen auch Zuhause besuchten. Nach etwas mehr als einem halben Jahr ging alles ganz schnell. "Einen Tag vorher wurden wir gefragt, ob wir ein zehnjähriges Mädchen aufnehmen", erinnert sich Wolfgang R. (65). "Sie war ein kleines zartes Mädchen", das Schlimmes erlebt habe, sagt die Pflegemutter. "Aber aus ihr ist ein frohes, aufgeschlossenes und selbstbewusstes Mädchen geworden."

"Die Fortschritte der Kinder beflügeln uns".

Wolfgang R.

Inzwischen ist Klaudia (Name von der Redaktion geändert) 23 Jahre alt, hat eine Ausbildung gemacht und ist ausgezogen, aber die Verbindung zu den Pflegeeltern ist geblieben. "Wir telefonieren regelmäßig und der Kontakt ist so innig wie zu einer leiblichen Tochter."

Der Weg dorthin war nicht immer einfach. Denn alle vier Pflegekinder, die Familie R. bis heute aufgenommen hat, haben viel erlitten: von Vernachlässigung wie zu wenig Essen über Drogenabhängigkeit der Eltern bis hin zu sexuellem Missbrauch. Mit den Folgen ihrer Erlebnisse haben die Kinder zu kämpfen, und auch die Pflegeeltern müssen mit Verhaltensauffälligkeiten oder der Angst der Kinder, allein zu schlafen, umgehen.

Notruf vom Jugendamt

Gibt es Probleme, stehe das Jugendamt immer mit Rat und Tat zur Seite, betont das Ehepaar. Auch beim Fall der neunjährigen Tanja (Name geändert), die mit zwei Jahren zur Familie kam und damals noch nicht laufen und kaum sprechen konnte. Nach dem Notruf des Jugendamtes, man brauche sofort eine Familie, die einem kleinen Mädchen Ruhe und Frieden gebe könne, holten die Pflegeeltern Tanja aus einer Klinik ab. Die Entscheidung habe sie letztlich aus dem Bauch getroffen, sagt Elisabeth R., die inzwischen noch Verantwortung für einen 18 Monate alten Jungen hat. Der kleine Blondschopf sollte eigentlich nach drei Monaten Bereitschaftspflege wieder zu seiner Mutter. Doch daraus ist seit über einem Jahr nichts geworden.

Der Alltag der vierköpfigen Pflegefamilie verläuft wie der vieler anderer Familien. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, es gibt einen großen Garten zum Spielen, man fährt gemeinsam in den Urlaub.

"Die Fortschritte der Kinder beflügeln uns. Und es gibt sehr viel Freude, wenn man spürt, dass wir für sie ihre Eltern sind", sagt Wolfgang R.

Quelle: http://www.hna.de/northeimstart/00_20081...le_Familie.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

03.12.2008 22:00 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 03.12.2008 um 22:00 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


images/avatars/avatar-2615.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 28.211
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Mutter von 180 Kindern Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

FINTHEN "Meine Kinder werden für mich immer meine Kinder sein, auch wenn sie schon erwachsen sind", sagt Annemarie Klassmann, die gestern feierlich im Mehrgenerationenhaus auf der Römerquelle verabschiedet wurde. Die 71-Jährige hat im Laufe ihres Lebens 180 Pflegekinder betreut. Klassmann arbeitete in der Bereitschaftspflege, einer Betreuungsform, die als nicht permanent angelegt ist. Sie selbst hat neun Kinder, darunter auch adoptierte. Ihre Tochter freut sich: "Wenn Du jetzt mehr Zeit hast, können wir Dich auch einmal richtig verwöhnen."

Im Jahr 2006 bekam Klassmann das Bundesverdienstkreuz für ihre aufopferungsvollen Dienste. Sie wurde zudem mit dem Verdienstpreis des Landes Rheinland-Pfalz und dem Mainzer Pfennig ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen sieht sie als große Anerkennung, "doch ich habe das alles für meine Kinder gemacht",betont die bescheidene Mutter und Großmutter.

1970 wurde Klassmann Bereitschaftsmutter für das Jugendamt und nahm ihr erstes Pflegekind auf: "Schon als Kind habe ich mir eine große Familie gewünscht", erzählt sie rückblickend. Die Pflege von Kindern, die durch akute familiäre Krisen nicht bei ihren Eltern bleiben konnten, war für sie immer selbstverständlich.

Die am 30. Oktober 1937 in Düren geborene und während des Krieges nach Mainz gekommene Annemarie Klassmann nahm sichtlich gerührt alle Glückwünsche entgegen. Das Wort "Abschied" mochte sie nicht hören: "Eigentlich möchte ich gar nicht aufhören, doch irgendwann muss es ja sein." Eine Kollegin tröstete sie: "Du hast ein Leben lang gearbeitet, es ist genug." Mit herzlichen Worten würdigen die Festredner ihre Verdienste: Sozialdezernent Kurt Merkator (SPD) freute sich: "Selten in meinem Leben habe ich eine Verabschiedung in solch großem Rahmen erlebt. In einer Zeit, in der Großfamilien rar geworden sind, ist Ihr Engagement besonders zu würdigen. Ich glaube nicht, dass Sie sich zurückziehen. Machen Sie einfach ein bisschen langsamer und denken Sie auch einmal an sich." Als er Klassmann anschließend einen Strauß Blumen überreichte, konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Dann wendete sich Ortsvorsteher Herbert Schäfer (CDU) an sie: "Wir Finther sind stolz auf Sie. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute."

Unter großem Beifall bedankt sich Klassmann: "Ich danke vor allen Dingen den Kolleginnen und Kollegen. Ich werde mich in Zukunft der Tagespflege widmen." Zur Ruhe setzen will sie sich noch nicht. "Ich würde das alles noch einmal genauso machen, ich kann mir ein Leben ohne meine Kinder gar nicht vorstellen."


Quelle: http://www.main-rheiner.de:80/region/obj...ikel_id=3545441


__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

06.12.2008 00:32 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Wir haben es nie bereut Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Wir haben es nie bereut

Gronau. Eines stand für Melanie Müller und ihren Mann schon bei ihrer Hochzeit fest: Sie wollten ein Kind, das nicht ihr eigenes war – ein Pflegekind. Nicht etwa, weil sie kein eigenen Kind bekommen konnten. Die Müllers – die aus Rücksicht auf die leiblichen Eltern nicht mit ihrem wahren Namen genannt werden wollen – haben einen leiblichen Sohn. Dennoch wollten sie auch Kindern, die es in ihren Ursprungsfamilien schwer gehabt haben, ein Zuhause geben. Heute leben gleich zwei Pflegekinder dauerhaft unter ihrem Dach. „Wir müssen viel wieder wettmachen, was sie in den ersten Jahren nicht bekommen haben“, sagt die Pflegemutter. Hergeben würde sie ihre Schützlinge aber um nichts auf der Welt. „Wir sind eine Familie“, betont sie.


Melanie Müller hatte schon früh Berührungspunkte zu Pflegefamilien, weil Verwandte Pflegekinder aufgenommen hatten und sich auch ihre Eltern das einst überlegt haben. Wie später sie und ihr Ehemann. Als ihr Sohn neun Jahre alt war, schien ihnen der rechte Zeitpunkt gekommen zu sein: Die Müllers besuchten ein Pflegeeltern-Seminar beim Jugendamt. Und plötzlich ging alles ganz schnell, erinnert sich Müller: „Am Geburtstag unseres Sohne kam ein Anruf vom Jugendamt.“ Und am nächsten Morgen dann die dreieinhalbjährige Tanja, „ein richtiger Feger“, sagt die Pflege-Mama und lacht. Dabei wollte sie eigentlich einen ruhigen Jungen aufnehmen. Aber als sie Tanja sah, war dieser Vorsatz passé.

Zunächst übernahm sie das Mädchen im Rahmen einer Bereitschaftspflege. „Aber uns war eigentlich von Anfang an klar, dass sie bleibt“, sagt die Pflegemutter. Und so war es dann auch. Tanja blieb – und nicht alleine: Es folgte ein zweites Pflegekind. „Beim zweiten haben wir klare Bedingungen beim Jugendamt gestellt. Wir wollten ein Kind mit einer schweren Behinderung. Unser Wunschkind war eines mit Down-Syndrom.“ Weil sie und ihr Mann mit behinderten Kindern auch beruflich zu tun haben, „und weil wir dachten, dass es wahrscheinlich wenige Pflegeeltern gibt, die ein behindertes Kind aufnehmen“.

Neun Monate war Timo alt, als er ins Haus der Müllers kam. Das Down-Syndrom hat er nicht, aber eine andere schwere Behinderung. Deshalb benötigt der Junge besonders viel Zuwendung. Aber auch Tanja bedürfe mehr Aufmerksamkeit als vielleicht andere Kinder. Eben weil Pflegekinder in ihren ursprünglichen Familien davon oft zu wenig bekommen, teils eine schwierige Vergangenheit mitbringen, weiß Müller. „Was die Kinder brauchen, sind eine Mama und einen Papa.“ Sehr hilfreich sei dabei, wenn Pflegeeltern eines mitbringen, ist sie sich aufgrund ihrer Erfahrungen sicher: Humor. „Das hilft unheimlich.“

Dabei sei das Verhältnis zu den leiblichen Eltern, die das Recht auf einen Besuchskontakt haben, zunächst schwieriger gewesen. „Es ist am Anfang natürlich eine Konkurrenzsituation“, sagt die Pflege-Mama. Mittlerweile aber sei das Verhältnis gut. Wozu auch das Jugendamt beigetragen habe. „Die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes vermitteln gut und fangen vieles auf“, lobt Melanie Müller die Unterstützung.

Bereut haben die Müllers ihre Entscheidung, Pflegekinder aufzunehmen, niemals. Im Gegenteil: „Ich würde es sofort wieder machen“, sagt Müller. Wäre nicht ihr Wohnraum begrenzt und ihre Zeit, würde es wohl nicht bei Tanja und Tim bleiben. „Ich würde auch immer noch mehr Kinder nehmen.“

Dem Jugendamt wäre das sicherlich recht. Denn Familien wie die Müllers werden von der Stadt händeringend gesucht. Aus mehreren Gründen . . .



Quelle: http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_b...nie_bereut.html

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
06.12.2008 10:00 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 06.12.2008 um 10:00 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


images/avatars/avatar-2615.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 28.211
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Adoptionen: „Ich war nicht in deinem Bauch“ Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Adoptionen: „Ich war nicht in deinem Bauch"

Der große Bruder hat seiner Adoptivschwester Lara (alle Namen geändert) vor sechs Jahren die Karten auf den Tisch gelegt. Und prompt fragte die damals Dreijährige: „Mama, Lukas hat gesagt, ich war nicht in deinem Bauch. Stimmt das?“


Martina war in diesem Moment völlig überrumpelt, erklärte der Kleinen jedoch: „Lara, Lukas hat Recht, aber das macht für mich keinen Unterschied. Ich hab’ dich genauso lieb wie ihn.“ Für die heute 49-Jährige spielt es keine Rolle, dass Lara im Gegensatz zu ihrem leiblichen Sohn adoptiert ist: „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich sie nicht geboren habe.“
Heute ist Lara neun Jahre alt und ein aufgewecktes Kind. Als sie mit 14 Monaten in die Familie kam, war das anders. „Sie war fast verhungert, fast erfroren“, erinnert sich Martina an den Augenblick, als sie Lara im Klinikum Fulda auf dem Arm hatte. Der Rücken des kleinen Mädchens war geschunden von Bissen – eines Erwachsenen. Für das Jugendamt war der Zeitpunkt zum Eingreifen gekommen, den überforderten Eltern die Verantwortung zu entziehen und eine neue Familie für Lara zu suchen.

Viele Kinder brauchen Hilfe

Schon als Mädchen hatte Martina den Wunsch, einmal ein Kind zu adoptieren. „Es gibt doch so viele Kinder, die Hilfe brauchen“, dachte sie damals. Ihr Wunsch blieb – auch als sie mit 38 Jahren schwanger wurde.
Das Motiv der heute 54-jährigen Susanne war ein anderes: „Mein Mann und ich haben uns eine Familie gewünscht. Leider bin ich nicht schwanger geworden.“ Mit Anfang 30 entschieden sie sich deshalb für einen anderen Weg, um sich den Traum von der Familie zu erfüllen. Heute sind die beiden Adoptivsöhne bereits erwachsen. Drei Jahre lang hatten Susanne und ihr Mann auf der Warteliste gestanden, dann klingelte das Telefon: Das Jugendamt brachte die Nachricht, dass ein kleiner Junge eine Familie suchte. „Das war wie ein Adrenalinstoß, als ich wusste, bald habe ich einen Sohn, bald sind wir eine Familie.“
Auch bei Martina kam der Anruf vom Jugendamt ganz unerwartet. Ihr Sohn Lukas war gerade zwei Jahre alt, als eine Familie für Lara gesucht wurde. Die erste Zeit war nicht einfach, berichtet sie: „Lara hat nur gewimmert.“ Liebevolle Umarmungen waren dem Mädchen fremd. Doch in der Familie erfuhr sie schnell, wie schön es ist, geliebt zu werden. Und auch ihren Entwicklungsrückstand holte sie rasch auf – mit der Unterstützung von Lukas, der sofort die Beschützerrolle übernahm. Heute erinnern rein äußerlich noch die Narben der Bisswunden an die schrecklichen Monate ihres früheren Lebens.


Noch vier Seiten weiterlesen: http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/re...rt5879,755385,2


__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

12.12.2008 12:53 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Was wünschen Sie sich zu Weihnachten, Frau Renn? Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten, Frau Renn?

Die Leser der Berliner Morgenpost haben Antje Renn und ihre behinderte Tochter immer wieder unterstützt. Inzwischen kann sie sogar anderen helfen. Und freut sich auf das Fest der Feste.


Frau Renn, sie haben zwei Töchter.

Antje Renn:
Ja, es sind Zwillinge, sie sind 24 Jahre alt und heißen Nadine und Nancy.
Ihre Tochter Nancy ist gesund, doch Nadine ist das leider nicht.
Nadine ist körperlich und geistig schwer behindert. Eine frühkindliche Hirnschädigung.

Was bewirkt die Behinderung Ihrer Tochter?

Sie ist natürlich körperlich schwer eingeschränkt, sitzt im Rollstuhl, kann nicht richtig sprechen und muss rund um die Uhr gepflegt werden. Sie kann nicht zur Toilette gehen, muss gewaschen und angezogen werden.

Wie sieht so ein normaler Tag bei Ihnen aus?

Frühmorgens muss Nadine fertig gemacht werden, weil sie um sieben abgeholt wird. Sie geht in eine Behinderteneinrichtung hier in Köpenick. Nachmittags um halb vier kommt sie nach Hause, manchmal hole ich sie auch eher von der Werkstatt ab, und wir gehen gemeinsam zur Therapie. Zweimal in der Woche habe ich eine Helferin hier. Die betreut meine Tochter dann. Meine Tochter kann nicht alleine bleiben.

Sie machen das seit 24 Jahren. Das war bestimmt nicht immer leicht.

Nein. Wegen der frühen Geburt, hatte auch meine andere Tochter einen Entwicklungsrückstand. Sie musste besonders gefördert werden, um den aufzuholen. Außerdem war ich lange Zeit alleinstehend. Seit drei Jahren bin ich nun verheiratet. Dreieinhalb Jahre um genau zu sein.

Haben Sie viel Hilfe erfahren?

Bevor die Kinder 18 Jahre alt wurden schon. Nach der Wende hatte ich zum Beispiel immer eine Helferin. Vor der Wende natürlich nicht. Als die Kinder klein waren, konnte ich mich jederzeit auch an die Behindertenhilfe vom Jugendamt wenden. Seit Nadine erwachsen ist, wurde es weniger. Von den Behörden gab es kaum noch Unterstützung.

Haben Sie sich auch deshalb an "Berliner helfen e.V." gewandt?

Nein. Das war als wir mit Nadine zur Delphin-Therapie wollten. Bei zwei Therapien konnten uns die Leser der Morgenpost unterstützen. Es ist nicht gerade einfach, für Nadine Hilfe zu bekommen, weil sie ja schon so groß ist. Die Menschen sind eher bereit, Kindern zu helfen.

Wie fühlten Sie sich, als die Menschen doch geholfen haben?

Dankbar natürlich. Aber eigentlich wollte ich nicht so im Vordergrund stehen, weil es sich auch ein bisschen für mich anfühlte wie betteln. Trotzdem bin ich froh darüber, weil die Therapien meiner Tochter sehr geholfen haben.

Wie äußerte sich das?

Bei der ersten Therapie hat Nadine sprechen gelernt. Sie war 18 damals. Jetzt spricht sie Drei-, Vierwortsätze. Früher konnte sie immer nur ein Wort sagen. Sie äußert inzwischen auch ihre Bedürfnisse, wenn ihr etwas nicht passt oder sie etwas haben möchte, kann sie das ausdrücken.

Das ist ja wundervoll.

Auf jeden Fall. Manche Menschen sagen, es sei schade, dass Nadine nicht laufen kann, aber Kommunikation ist noch viel wichtiger. Mit meiner Tochter sprechen zu können, ist wirklich fantastisch für mich. Ganz neu ist, dass sie sich von sich aus äußert. Vorher musste man sie etwas fragen, damit sie es sagt. Darauf bauen wir jetzt.

Und was wollen Sie erreichen?

Mir ist ganz wichtig, dass Nadine sich auch Fremden gegenüber äußern kann. Irgendwann bin ich ja vielleicht nicht mehr oder kann sie nicht mehr betreuen, dann soll sie sagen können, was sie möchte, wie es ihr geht. Das wäre ganz wichtig für mich, sonst könnte ich meine Tochter niemals loslassen.
Sie ist ihre Lebensaufgabe geworden, oder?
Das kann man so sagen. Seit vier Jahren ungefähr nehme ich aber Pflegekinder aus Krisensituationen bei mir auf.

Warum?

Ich habe zu Ostzeiten Sozialpädagogik studiert, konnte den Beruf aber wegen meiner Tochter nicht lange ausüben. Seit Nadine in die Behinderteneinrichtung geht, habe ich aber mehr Zeit. Mich stellt zwar niemand mehr ein, weil mir Weiterbildungen fehlen, aber ich bin kein Mensch, der den ganzen Tag zuhause rumsitzen kann. Ich kann gut mit Kindern umgehen, es macht mir Spaß. Ich mag Kinder. Ich hatte sechs in den vier Jahren.

Was sind das für Kinder, die sie in Pflege nehmen?

Meistens Babys. So nahm ich zum Beispiel einen krebskranken Jungen von neun Monaten auf, der von seinen Eltern verlassen worden war. Wir haben viermal in der Woche die Chemotherapien in der Charité gemacht, ein Jahr lang. Jetzt ist er aber über den Berg.

Lebt er noch bei Ihnen?

Nein, er lebt inzwischen bei seiner Dauer-Pflegefamilie. Wir haben aber noch Kontakt zu ihm. Lange habe ich überlegt, ob ich ihn behalten soll, aber mit meiner Tochter wäre das zuviel gewesen. Das musste ich auch erst einsehen. Ich hänge sehr an dem Jungen. Er wird nächstes Jahr drei Jahre alt.

Wie feiern Sie Weihnachten?

In der Familie. Mit Braten, mit Gans und allem, was dazu gehört.

Was wünschen Sie sich?

Eigentlich habe ich keine Wünsche. Oder doch Eines: Dass die erwachsenen Behinderten mehr Hilfe von den Behörden bekommen. Dass man nicht immer kämpfen muss.



Quelle: http://www.morgenpost.de/printarchiv/biz..._Frau_Renn.html

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
21.12.2008 04:59 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 21.12.2008 um 04:59 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


"Dann kommt die Ruhe eben etwas später..." Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

"Dann kommt die Ruhe eben etwas später..."

Vieselbach. (tlz) Sie wohnt mit ihrem Mann in einem schmucken Einfamilienhaus, das ruhig am Waldrand liegt. Ihre drei Söhne sind erwachsen, die Rente erscheint beim Alter von 56 Jahren in greifbarer Nähe. Eigentlich könnte Christel Kögler ihr Leben in ruhige Bahnen lenken, ihre Hobbys ausbauen, die Zweisamkeit genießen. Sie hat sich jedoch anders entschieden und nimmt zwei Kinder zur Pflegschaft auf. Statt beschaulicher Ruhe steht nun quirliger Trubel ins Haus.
"Wir haben solch einen Schritt schon immer ins Auge gefasst", erzählt sie. Das hat auch mit ihrer bisherigen Arbeit zu tun. Sie ist im ambulanten Fachdienst des MitMenschen e.V. tätig und besucht tagtäglich Familien in Krisensituationen. Sie weiß, was es heißt, als Kind in so genannten "schwierigen Verhältnissen" aufzuwachsen. Sie weiß auch, wie schwer es ist, solchen Kindern wirklich zu helfen. Oft müssen sie von ihren Eltern getrennt und in Heimbetreuung gegeben werden. "Eine familiäre Atmosphäre ist dort allerdings nur begrenzt herzustellen", meint Christel Kögler. Und sieht genau hier den Anlass, um aktiv zu werden und Kindern ein neues Zuhause zu geben.

Da traf es sich gut, als sie vor gut neun Monaten von der Möglichkeit hörte, über den MitMenschen e.V. eine Familienpflegestelle zu übernehmen. "Unser Verein kooperiert dabei sehr eng mit dem Jugendamt", erklärt Bereichsleiterin Bettina Wolff. Ziel sei es, den betroffenen Kindern ein neues Zuhause in einer Familie zu ermöglichen. Der Weg dorthin ist aber lang. Es muss einfach passen: Kinder und Pflegeeltern sollten sich gut verstehen, die Lebenssituation in der Pflegefamilie stabil und geeignet sein. "Wir führen im Vorfeld intensive Gespräche", so Bettina Wolff. Das sei auch bei Christel Kögler nötig gewesen - trotz ihrer Vorkenntnisse. Danach folgt der Prozess des Kennenlernens, der ersten Begegnungen. Zuerst nur stundenweise, später für einen Tag oder ein ganzes Wochenende. Bestehen irgendwelche Zweifel, dann wird die Sache lieber gelassen.

Bei Christel Kögler aber war es anders: Die "Chemie" zwischen ihr, dem 7jährigen Mädchen und ihrem 8jährigen Bruder stimmte von Anfang an. Freilich: Beide bringen ihre Biografie als "Gepäck" mit, beide erfuhren in ihrer Familie Gewalt, beide lebten zwei Jahre lang im Heim. Es sind sicher keine "pflegeleichten" Kinder, die in den nächsten Tagen in das Haus der Köglers einziehen. Aber sie haben die Chance verdient, in einer richtigen Familie aufzuwachsen.

Christel Kögler weiß, wie sie ihre Begeisterung wecken und wo sie Grenzen setzen muss. Und sie wird dabei intensiv vom MitMenschen e.V. begleitet. "Wir bieten eine intensive sozialpädagogische Betreuung an mit monatlich 16 Stunden und obendrein Supervision", so Bettina Wolff. Auf diese Weise sei es möglich, Konfliktpotential frühzeitig auszumachen und zu entschärfen. Bei den derzeit fünf Pflegefamilien hat es deshalb auch noch keinen Abbruch gegeben.

Trotz des hohen Aufwandes rechnen sich die Familienpflegestellen, gegenüber der Unterbringung im Heim wird sogar Geld gespart, obwohl die Betreuung der Kinder im eigenen Haushalt vergütet wird. Das Finanzielle, das sieht auch Christel Kögler so, spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtiger erscheint, dass man Kindern neue Perspektiven eröffnet und eine neue Lebensaufgabe findet. Das ist allemal erfüllender als ständige beschauliche Ruhe.



i Wer Interesse daran hat, ebenfalls Kindern eine neue Familie zu geben, der melde sich bitte beim MitMenschen e.V. unter Tel. 0361-7360124 .



Quelle: http://www.tlz.de/tlz/tlz.erfurt.volltex...=TLZ&dbserver=1

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
22.12.2008 07:58 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 22.12.2008 um 07:58 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Neuer „Lebensort“ für Gestrandete Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Neuer „Lebensort“ für Gestrandete

Nottuln. Einfach nur Kind sein dürfen – das ist zu Weihnachten 2008 auch im Kreis Coesfeld nicht selbstverständlich. Immer mehr Jungen und Mädchen machen in der Familie, in die sie hineinngeboren werden, Gewalt- und Missbrauchserfahrungen. Vernachlässigung, selbst bei den Grundbedürfnissen wie Essen und Trinken, gibt es. „Familiensysteme werden bisweilen auf eine enorme Belastungsprobe gestellt“, weiß Wolfgang Viertel (49) vom Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE). Seit sieben Jahren bietet die Organisation „Lebensorte“ für Kinder und Jugendliche aus Familien an, „die“, wie es der Sozialpädagoge ausdrückt, „nicht mehr funktionieren“. Ein solcher „Lebensort“ – einer von sechs im Kreis Coesfeld in VSE-Trägerschaft – ist in Nottuln das Haus der Familie Stubbe. Die Eheleute Haakon (47) und Susanne (42) haben zusätzlich zu den drei eigenen Kindern noch zwei Pflegekinder aufgenommen.


Von außen ist nichts Besonderes zu erkennen: Vier Hühner gackern im Hof. An der Tür begrüßt ein Border-Collie freudig wedelnd die Besucher. Eine klassische Pflegefamilie? „Nein“, stellt Viertel klar. Kinder, die teilweise Traumatisierendes erlebt hätten, bräuchten neben der Beständigkeit und Intimität in einer ganz normalen Familie vor allem auch professionelle Unterstützung. „Wer als Kind die Erfahrung gemacht hat, dass er tagelang zu Haus nichts zu essen bekommt, der hortet in der neuen Familie schon mal Lebensmittel in seinem Zimmer“, nennt Viertel ein Beispiel. Darauf müssten die Pflegeeltern adäquat reagieren könen. Deshalb würden für diese „Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften“ Menschen aus dem pädagogischen Berufsfeld gesucht. Das Fachbereiter-Team des VSE bereitet die Interessierten auf die Aufnahme eines Kindes vor und begleitet sie auch später intensiv bei dieser Aufgabe.

„Eher zufällig“, berichtet Haakon Stubbe, sei er dazu gekommen. Er hatte vorher schon als Erzieher in einer Pflegefamilie gearbeitet. Dann entschloss er sich mit seiner Frau dazu, selbst eine Pflegefamilie aufzumachen. Vor viereinhalb Jahren kam das erste Pflegekind, das heute 17 Jahre alt ist. Vor einem Jahr noch ein zweites, heute zehn Jahre alt. Seinen Beruf zu Hause auszuüben, berichtet Haakon Stubbe, ein gebürtiger Belgier, der seit 1989 in Deutschland lebt, sei nicht unproblematisch. In einem Heim beispielsweise arbeitet ein Erzieher im Schichtdienst – „die Probleme lässt er dort – hier bleiben sie im Raum, 365 Tage lang“. Er und seine Frau schätzen daher die Unterstützung durch die VSE-Fachberater, die alle drei bis vier Wochen in die Familie kommen. Am Anfang, so Susanne Stubbe, sei besonders wichtig, den Kindern das Gefühl zu geben, „dass sie angenommen sind – und zwar genau so, wie sie sind“. Und dass sie, was immer sie auch anstellen, in der Familie bleiben. Gerade das ist eine neue Erfahrung für sie, gab es in der Vergangenheit doch immer wieder Beziehungsabbrüche. „Klar, dass man da misstrauisch wird – und das auch in der neuen Familie nur schwer ablegt. Die Kinder kennen ja nichts anderes.“

„Ihr gehört zu uns“, signalisieren die Stubbes ihren Pflegekindern. So fahren alle auch gemeinsam in Urlaub. Gibt es auch Unterschiede zu den eigenen Kindern? „Ja“, sagt Haakon Stubbe spontan, „unsere Tochter dürfte zu uns auch ins Ehebett kuscheln kommen“. Das sei bei den Pflegekindern anders. Wahrhaftigkeit im Umgang sei immer wichtig. Sie seien nicht die Eltern der Pflegekinder. „Sie haben noch Eltern. Und haben auch Kontakt zu ihnen“, berichtet er.

Nicht viele Menschen sind es, die sich auf das Abenteuer einer solchen erweiterten Familie einlassen. Viertel: „Die Warteliste ist lang. Wir sind ständig auf der Suche.“ Interessierte, die sich vorstellen können, Berufstätigkeit mit dem Zusammenleben mit „schwierigen“ Kindern zu verbinden, können sich unter 0251/981418 melden.

Quelle: http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kr...estrandete.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

23.12.2008 21:50 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 23.12.2008 um 21:50 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Bericht über Pf aus Mallorca Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Pflegefamilien braucht wohl jedes Land. Hier habe ich einen Bericht, über Pf aus Mallorca, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Nest für kleine Pechvögel

SILKE DROLL Die Sozialbehörde des Inselrats sucht 60 Pflegefamilien. Etwa 300 Kinder leben auf Mallorca in Heimen. Darunter sind auch zwei junge Deutsche.

Als die vier Jahre alte Ana in ihre Pflegefamilie in Palma kam, war sie so verschüchtert, dass sie kein Wort sprach. Sie war abgemagert, ihr Haar stumpf. Offenbar war sie lange Zeit extrem vernachlässigt worden. Nach acht Monaten bei den Garcías ist aus der ängstlichen, verlorenen Kleinen ein aufgewecktes, fröhliches Mädchen geworden. „Ende August hat sie die ersten Sätze gesprochen, heute plappert sie wie ein Wasserfall“, sagt Pflegemutter María García Florit.

Die 36 Jahre alte Mallorquinerin und ihr Mann Valentín, die selbst drei eigene Kinder haben, nehmen seit 2006 immer wieder Pflegekinder auf. „Es ist eine sehr schöne Erfahrung zu sehen, wie sie an Selbstvertrauen gewinnen und merken, dass sie so gemocht werden, wie sie sind. Das ist nicht nur für mich bereichernd, sondern auch für meine eigenen Kinder“, sagt García. Beispielsweise hätten sie am Verhalten ihrer neuen Schwester am Mittagstisch gemerkt, dass diese offenbar in der Vergangenheit nicht genug zu essen bekommen hatte. „Sie lernen, dass es nicht allen selbstverständlich gut geht.“

Im Haus der Garcías bleiben die Pflegekinder mehrere Wochen oder Monate. Solange sie da sind, gehören sie wie selbstverständlich zur Familie. „Wenn sie zur Tür hereinkommen, sind sie ein Kind mehr von uns“, erklärt Pflegemutter María García ihre Philosophie. Ana geht mit ihren Geschwistern auf Zeit in die Schule, sie teilt sich ein Zimmer mit ihren Brüdern auf Zeit, Martí (4) und Angel (8 ), sie spielen zusammen Fußball, gehen ins Kino, fahren gemeinsam in den Urlaub. Schwer wird dann nur der Abschied. Und der kommt mit Sicherheit. Die Familie García ist eine von rund 65 familias canguros auf Mallorca, die immer wieder in Not geratene Kleinkinder für eine maximale Dauer von zwei Jahren aufnehmen. In diesem Pflegekind-Programm des Inselrats ist von Anfang an klar, dass das Kind nach einer begrenzten Zeit entweder wieder von Angehörigen aufgenommen oder zur Adoption freigegegen wird. Viele Pflegeeltern tun sich dann schwer, wieder loszulassen. „Das geht auch uns so. Ich habe aber selbst drei eigene Kinder und kann es daher vermutlich besser verkraften als Frauen, die keine eigenen Kinder haben“, sagt García. Außerdem hält die Familie zu mehreren früheren Pflegekindern weiterhin Kontakt. „Ein Junge verbringt öfter mal das Wochenende mit uns. Das ist eine Beziehung wie zu einem Neffen“, erzählt García.

Neben der zeitweisen Aufnahme von Kindern ist auch die dauerhafte Betreuung von Pflegekindern möglich, die aber meistens schon etwas älter sind. Speziell für 6- bis 17-Jährige, die auch in Zukunft nicht mehr bei Angehörigen leben können, fehlen Pflegefamilien. Die Sozialbehörde der Inselrats sucht derzeit für 60 Kinder und Jugendliche dauerhafte Pflegefamilien. Die Behörde organisiert die Vermittlung und bereitet die Familien auch mit einem Kurs auf die Anforderungen vor. „Babys oder kleine Kinder zu betreuen, finden viele gut. Sie wecken stark den Beschützerinstinkt, und man sieht schnell Fortschritte. Vor älteren Kindern haben die Leute eher Angst. Sie glauben, sie würden sich mit den eigenen Kindern streiten oder Ärger in der Schule verursachen“, sagt Joan Escandell, der Leiter der Pflegekind-Programme des Inselrats. Diese Befürchtungen seien nachvollziehbar. Immerhin haben die rund 300 Kinder auf Mallorca, die derzeit in Heimen leben, schon viel Leid erlebt. Meistens handele es sich um Fälle von Verwahrlosung, sagt Escandell. Die Kinder bekamen von ihren Eltern keine Aufmerksamkeit, nicht genügend Nahrung, passende Kleidung oder medizinische Versorgung. Manche wurden auch misshandelt oder sexuell missbraucht. Unter den Heimkindern sind momentan auch zwei deutsche Geschwister im Alter von zwei und sechs Jahren.

„Die individuelle Aufmerksamkeit in einer Familie ist grundsätzlich immer besser. Das hilft auch, die Wunden einer schwierigen Vergangenheit zu heilen. Allerdings gibt es auch besonders problematische Kinder, die nur in einem Heim leben können.“ Stolz ist Escandell darauf, dass von ihren Eltern verlassene Babys auf Mallorca stets bei Familien untergebracht werden können und nicht in Heime kommen.

Voraussetzungen, um Pflegemutter oder -vater zu werden, gibt es nicht viele. Man sollte älter als 25 sein, aber vor allem sollte man seinen Schützling wie sein eigenes Kind behandeln und die jeweiligen Vorgaben der Behörde akzeptieren. Nähere Informationen zu den verschiedenen Aufnahmeprogrammen und Hilfestellung bei der Betreuung gibt es beim Inselrat.

Interessierte melden sich unter der Gratis- Telefonnummer 900.100.444




Quelle: http://www.mallorcazeitung.es/secciones/...kleine-Pechvgel

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
24.12.2008 06:40 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 24.12.2008 um 06:40 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Familie hat an Weihnachten Hochkonjunktur Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Familie hat an Weihnachten Hochkonjunktur

GUNZENHAUSEN – An kaum ein anderes Fest werden so viele Erwartungen und Emotionen geknüpft wie an Weihnachten. Die einen mögen es besinnlich und ruhig, die anderen stehen auf Party oder Fernreise. Eines ist ihnen allerdings gemein: Nahezu niemand möchte die Feiertage alleine verbringen, die Familie hat in diesen Tagen Hochkonjunktur. Das gilt auch für Silvia Walewski aus Brand, die Weihnachten gerne traditionell und «auch ein bisschen altmodisch» feiert. Familiär soll es sein, die Eltern und Geschwister kommen und natürlich die Kinder. Und genau das ist bei den Walewskis keine Selbstverständlichkeit: Zwei der vier Sprösslinge sind Pflegekinder, die jedoch seit Jahren fester Bestandteil der Familie sind.

Daran soll sich auch über die Weihnachtstage nichts ändern, «alle Kinder sollen dabei sein», erklärt die 44-Jährige. Für sie ist es keine Frage, dass Alev und Alexander Heiligabend zuhause verbringen, schließlich «sind sie immer da». Zusammen besucht die ganze Familie, zu der auch die beiden leiblichen Kinder Vanessa (21 Jahre) und Sebastian (22 Jahre) gehören, den nachmittäglichen Gottesdienst in Gräfensteinberg, anschließend gibt es am heimischen Esstisch eine gemütliche Kaffeerunde mit Plätzchen und Lebkuchen. Ein gemeinsamer Spaziergang mit Hündin Gina steht ebenfalls auf dem traditionellen Programm. Nach einem leckeren Fondue schließlich geht es zur Bescherung ins Wohnzimmer, wobei auch Lieder und Geschichten nicht fehlen dürfen.

An einem der Feiertage kommt dann nicht ganz alltäglicher Besuch: Alevs leibliche Mutter und ihre Familie sind zu Gast in Brand, feiern gemeinsam mit der Pflegefamilie, was für Hildegard Staudinger vom Pflegekinderdienst des Kreisjugendamts durchaus etwas Besonderes ist. «Das ist nicht üblich, dass sich die Pflegefamilie so öffnen kann», weiß die Fachkraft aus Erfahrung. Gerade an Weihnachten kommen viele Emotionen hoch, die Zusammengehörigkeit wird neu entdeckt. In gefühlsträchtigen Zeiten wie Weihnachten oder auch an Geburtstagen werden verstärkt Kontakte gesucht. «Vor allem für die Mütter sind solche Jahrestage schwierig. Manche können es nicht verkraften, ihr Kind hergegeben zu haben. Da reißen viele alte Wunden wieder auf.»

Absprachen einhalten

In der Regel sollten die Kinder Feiertage in der Pflegefamilie verbringen, wo sie auch den Alltag erleben. Doch gibt es Ausnahmen, beispielsweise, wenn das Kind bald wieder in seine Herkunftsfamilie zurückkehren soll und das Wohl des Kindes nicht gefährdet ist, steht einem gemeinsamen Weihnachtsfest mit den leiblichen Eltern nichts im Weg. Wichtig ist, erklärt Hildegard Staudinger, dass Absprachen zwischen den Familien eingehalten werden und: «Für jede Situation muss eine eigene Lösung gefunden werden.» Auf keinen Fall dürften die unterschiedlichen Vorstellungen zwischen den Familien ausarten und die Kinder zerreißen. «Das müssen die Erwachsenen untereinander ausmachen,» betont sie.

In manchen Fällen müsse das Jugendamt auch eingreifen, Absprachen vorher abstimmen und schriftlich festhalten. In den Familien herrschen nun mal unterschiedliche Wertvorstellungen, es werden andere Prioritäten gesetzt. So sind für die einen Eltern Fernsehen und Cola in Ordnung, die anderen legen großen Wert auf gesunde Ernährung und Sport. Daher ist es nicht verwunderlich, dass manche Kinder nach einem Besuchstag in der Herkunftsfamilie durcheinander sind «und eine Woche brauchen, bis sie wieder in der Spur sind». Daher sollte versucht werden, nicht besserwisserisch zu sein, sondern die Sicht des Kindes einzunehmen und einen gemeinsamen Nenner zu finden, rät die Fachfrau.

Das harmonische Verhältnis der Walewskis zu den leiblichen Eltern ihrer Pflegekinder ist ein Glücksfall. «Wir können miteinander umgehen», macht Silvia Walewski klar. Für sie ist es auch eine Art, Muttergefühle zu zeigen, indem man zugibt, dass man es alleine nicht schafft. «Das kostet viel Kraft.» Von Vorteil für das gute Miteinander auch innerhalb der Familie ist, dass sowohl Alexander als auch Alev noch klein waren, als sie in Pflege gegeben wurden. «Das macht die Integration einfacher», erläutert Hildegard Staudinger.

Schon als Baby in Pflege gegeben

Die heute zwölfjährige Alev kam schon im Alter von vier Monaten in die Familie, dann aber meldete sich die Großmutter und nahm das acht Monate alte Baby zu sich. Das hat Silvia Walewski, ihren Mann Robert und vor allem Tochter Vanessa schwer getroffen. Der Säugling, der gerade anfangs Tag und Nacht geweint hatte, war allen sehr ans Herz gewachsen. «Daraufhin wollten wir eigentlich kein Pflegekind mehr», blickt Silvia Walewski zurück. «Wir mussten eine Pause machen.» Doch es kam ganz anders: Nach etwa einem Jahr rief Alevs Oma an und bat um Hilfe, da sie völlig überfordert sei. Die Walewskis zögerten nicht lange und fuhren noch abends nach Nürnberg, um das Mädchen zu holen. Am nächsten Morgen holten sie sich das Einverständnis vom Jugendamt. Damit war die Familie innerhalb kurzer Zeit um zwei Mitglieder angewachsen, da drei Wochen vorher Alexander, heute 16 Jahre, aufgenommen worden war.

Der Junge war ebenfalls schon mit vier Monaten in eine Pflegefamilie gekommen, die zufällig mit den Walewskis befreundet war. Aus diesem Kontakt stammt eigentlich auch die Idee, selbst Kinder aufzunehmen und ihnen ein Zuhause zu geben. Als Alexander fünf Jahre alt war, konnte sich seine erste Pflegemutter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um ihn kümmern, und Silvia Walewski als ihm vertraute Person sprang ein. «Er konnte fast kein Wort sprechen», erinnert sie sich, und musste stark gefördert werden. «Wir wussten nicht, wie er sich entwickelt», doch der Junge besitzt einen gewaltigen Ehrgeiz und nutzte die ihm gebotenen Rahmenbedingungen. «Er hat eine Riesenentwicklung gemacht», freut sich Hildegard Staudinger mit der engagierten Pflegemutter, die zusätzlich als Reinigungskraft im Gunzenhäuser Krankenhaus arbeitet.

Sein erklärtes Ziel war es, den «Quali» zu schaffen, um in einem Weißenburger Autohaus, in dem auch sein großer Bruder Sebastian beschäftigt ist, eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker beginnen zu können. Und er hat es geschafft, und sogar den zweitbesten Abschluss seiner Klasse gemacht. Im September fing er mit seiner Lehre an. Für die eigenen Kinder war der überraschende Familienzuwachs kein Problem, wie Vanessa bestätigt. Sie und ihr Bruder waren damals vier Wochen auf Kur und als sie nach Hause kamen, hatten sie zwei Geschwister mehr. «Ich habe mich gefreut, den Alex fand ich schon immer süß.» Nur einmal sei sie auf ein Pflegekind eifersüchtig gewesen, das allerdings nur kurze Zeit da war. «Bei uns zählen alle Kinder gleich.» Dass auch sie gerne mit Kindern umgeht und ihre positiven Erfahrungen einbringen möchte, beweist wohl auch die Tatsache, dass die 21-Jährige Kinderpflegerin geworden ist.

«Es war von Anfang an harmonisch» weiß auch Mutter Silvia zu berichten, auch wenn gerade Alevs türkischer Hintergrund nicht immer einfach war. In ihrem Zimmer durfte beispielsweise kein Kreuz aufgehängt werden, nun aber darf sie evangelisch getauft und im nächsten Jahr sogar konfirmiert werden. «Die Mutter trägt das mit, dass Alev in der Pflegefamilie ist. Sie hat das akzeptiert», erklärt Hildegard Staudinger. So sind gegenseitige Besuche kein Problem. Das gilt auch für Alexanders Eltern, die er zwar treffen kann, die sich aber ansonsten nicht einmischen.

Den Schritt, Pflegekinder aufzunehmen, hat Silvia Walewski nie bereut. «Ich würde es sofort wieder machen.» Hinter dieser Entscheidung übrigens stand die ganze Familie, auch ihre Eltern und Geschwister. «Das ist eine wichtige Voraussetzung», betont Hildegard Staudinger. «Die Kinder gehören dazu und müssen in das soziale Umfeld eingebunden sein. Ansonsten geht die Sache schief.»

Bei den Walewskis jedenfalls ist es nicht schief gegangen, im Gegenteil. Das gegenseitige Verständnis und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, sind es wohl, die dieser Familie Kraft und Zusammenhalt geben. Und das nicht nur an Weihnachten.



Quelle: http://www.altmuehl-bote.de/artikel.asp?art=941451&kat=17

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
24.12.2008 06:51 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 24.12.2008 um 06:51 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Familie Jaeschke feiert mit acht Kindern Weihnachten Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Familie Jaeschke feiert mit acht Kindern Weihnachten

Aachen. Wenn der Heilige Abend noch ein junger Morgen ist, dann schmückt Papa Jaeschke den Weihnachtsbaum. Mama Jaeschke packt die Geschenke ein, die dann den ganzen Tag unter dem Baum liegen und die Kinder neugierig machen.

Melanie (25) und Corinna (22), Bianca (20) und Ramona (18 ), Denise (14) und Adrian (8 ), Patrick (4, Name geändert) und Christian (17 Monate, Name geändert) laufen und krabbeln dann den ganzen Tag zwischen den bunten Päckchen hin und her und schauen, was was und für wen sein könnte.

An Heiligabend zusammen

Die Jaeschkes sind eine besondere Familie. Denn an diesem Heiligabend kommen sage und schreibe acht Kinder zusammen, dazu wohl noch Freunde der Mädchen und ein Enkelkind. Vier der acht Kinder haben Mutter Silvia und Vater Robert dabei als Pflegekinder aufgenommen. «Es ist schön, wenn man einem Kind ein Zuhause geben kann», sagt sie.

Wenn die Jaeschkes abends zusammen beim Essen sitzen, dann ist die Harmonie greifbar. Die Großfamilie rückt zusammen, auch im wörtlichen Sinne. Mama Silvia hat kräftigen Gulasch gekocht, die Teller werden gefüllt und verteilt.

Vor 20 Jahren hatten die Eltern nicht mit acht Kindern auf der Eckbank des Esszimmers gerechnet. Sie hatten zwei Töchter, wohnten in einer Drei-Zimmer-Wohnung und Mutter Silvia hat immer mal wieder auf Kinder aus der Nachbarschaft aufgepasst.

Dann bat eine Bekannte, ob sie ein paar Tage nach ihrer Enkelin schauen könnte - die Mutter sei krank geworden. Es ging um ein paar Wochen, es wurden 20 Jahre. Bianca kam als Säugling zu den Jaeschkes, vor zwei Jahren haben sie sie adoptiert.

Die leibliche Mutter konnte das Kind nicht versorgen. Robert, Silvia, Melanie und Corinna rückten zusammen und Bianca fand ein neues Zuhause. Zwei Jahre später kam ihre Schwester Ramona hinzu.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Kinder in Pflegefamilien groß werden. Jedes Kind, jede Mutter, jeder Vater hat eine ganz eigene Biografie.

Sie alle verbindet, dass sie gemeinsam nicht mehr klarkamen. In diesen Fällen sucht der Pflegekinderdienst in der Stadt Aachen - der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule -Êund der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Pflegefamilien für die Kinder. Sie schulen und vermitteln Pflegeeltern, begleiten die wachsenden Familien. 206 Kinder feiern heute in 171 Pflegefamilien Weihnachten.

Bei den Jaeschkes läuft der Heilige Abend recht klassisch ab. Alles ist weihnachtlich geschmückt, es gibt ein großes Essen und der Weihnachtsmann kommt. Später am Abend sitzt Mama Silvia dann meist alleine am Esstisch, während die Kinder mit dem Papa Fahrräder montieren, Legosteine zusammensetzen oder Stereoanlagen anschließen. Je nachdem, was der Weihnachtsmann unter den Baum gelegt hat. In diesem Jahr ist es ein wenig anders. Denn Mama hat den kleinen Christian auf dem Schoß sitzen. Nachdem Denise und Adrian geboren wurden, nahmen die Jaeschkes noch Patrick auf, denn Adrian sollte nicht alleine unter Mädchen bleiben. Vor einem Jahr kam dann noch Patricks leiblicher Bruder. Ein kräftiges Kerlchen, das vergnügt auf Silvia Jaeschkes Schoß schaukelt. «Es ist wunderschön, eine so tolle, große Familie zu haben», sagt sie.

Natürlich ist ein Haushalt mit so vielen Kindern eine Herausforderung. Auch wenn die beiden Ältesten längst in eigenen vier Wänden wohnen. Doch Durcheinander hat bei den Jaeschkes Hausverbot. Die Kinder haben selbst einen Haushaltsplan aufgestellt. Jeder weiß, was er wann zu tun hat. Und wenn dann die Mutter den Plätzchenteig auf dem Esstisch ausrollt, dann kommen sie alle zusammen und helfen. Adrian und Patrick stechen Plätzchen aus, Denise knetet den Teig auseinander und Papa Robert stibitzt ein Stückchen.

Edith Schiffler vom Pflegekinderdienst des Fachbereiches Kinder, Jugend und Schule und Marlene Heesel vom SkF sind immer froh, wenn sie Familien wie die Jaeschkes finden. Diese Pflegefamilien nehmen die Kinder immer für mehrere Monate auf. Manchmal für immer. Die leiblichen Eltern dürfen die Kinder weiterhin besuchen. Der Kontakt wird gepflegt. Auch Patricks und Christians Mutter kommt regelmäßig vorbei. Für die Jaeschkes ist das keine große Sache. «Wir sitzen dann nicht mit der Stoppuhr da», sagt Vater Robert. Irgendwie ist es normal für sie.

Patrick nennt seine Pflegeeltern ohnehin Papa und Mama. Die Augen der Eltern leuchten, wenn er sie anlächelt und nach einem Plätzchen greift. Im Hintergrund huschen eine Katze und ein Hund vorbei, Denise geht in die Küche. «Wenn wir mal alleine zuhause sind, dann fehlt uns etwas», sagen die Jaeschkes immer wieder. Und Marlene Heesel schaut in die Runde und sagt: «Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die leibliche Mutter von Patrick und Christian einmal sagt: Ich bin froh, dass die Kinder in dieser Familie sind.»

Quelle: http://www.az-web.de/lokales/aachen-detail-az/758175/Fa
milie-Jaeschke-feiert-mit-acht-Kindern-Weihnachten


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

24.12.2008 08:10 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 24.12.2008 um 08:10 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Wie eine kaputte Kindheit positiv enden kann Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Wie eine kaputte Kindheit positiv enden kann

Jugendhilfeeinrichtungen haben durchaus auch Erfolg: Die erfreuliche Geschichte eines jungen Nürnbergers


NÜRNBERG - Wenn etwas schiefläuft, bekommen es alle mit. Wenn Kinder Opfer ihrer familiären Verhältnisse werden, wenn sie Vernachlässigung erleben, wird das Versagen von Ämtern und Heimen diskutiert. Erfolge dieser Einrichtungen sind selten Thema. Aber es gibt sie. Ein Beispiel, das Mut macht.

In manchen Momenten klingt Mike Fischer viel älter, als er wirklich ist. Etwa wenn sich der 21-Jährige über die Jugendlichen von heute wundert. «Wie frech die kleinen Scheißer auf der Straße oft sind. Denen täte ein bisschen Disziplin ganz gut.« In solchen Fällen empfiehlt Mike Fischer aus vollem Herzen die Bundeswehr. Und der schlacksige junge Mann schwärmt dann von «Kameradschaft, Gemeinsinn und Zusammenhalt«, die er als Wehrpflichtiger gerade in der Armee erlebt.

«Ich habe mich in die Bundeswehr verliebt«, sagt Mike Fischer. Und er strahlt dabei tatsächlich wie ein verknallter Jüngling. Verliebt, so ahnt man da, hat sich der junge Mann aber wohl vor allem in sein geordnetes Leben. Er hat es sich hart erkämpft.

Als Mike 1987 in Halle auf die Welt kommt, warten schon jede Menge Probleme auf ihn. Der Vater ist noch vor der Geburt abgehauen. Vielleicht war das sogar besser so. «Er war ein schlechter, gewalttätiger Mensch«, erzählt der Sohn. Und einen prügelnden Vater braucht der kleine Mike nun wirklich nicht auch noch. Das Leben mit der überforderten Mutter und der drei Jahre älteren Schwester ist chaotisch und rastlos genug. Immer wieder ziehen die drei um. Immer wieder ist da ein anderer Freund der Mutter. Immer wieder sind das Männer, die Konflikte nicht im Gespräch, sondern mit Schlägen austragen. Die Mutter flüchtet in den Suff. Und an immer wieder neue Orte, wo alles anders werden soll – und sich dann doch nichts ändert.

Suche nach dem Glück

Als Mike vier Jahre alt ist, bucht seine Mutter eines Tages drei Flüge nach Griechenland. Auf Rhodos will sie nun ihr Glück suchen. Sie findet nur einen neuen Freund, der sich bald wieder als brutaler Schläger erweist. Auch die Kinder bekommen die Aggressionen des Mannes zu spüren.

Die Erinnerungen an das Leben in der Fischerhütte am Meer, an Sonne und Strand sind trotz allem auch Erinnerungen an eine «schöne Zeit«. Irgendwie gelingt es dem Kind, seine Seele abzuschirmen gegen all die erlebten Rohheiten. Selbst als den griechischen Behörden irgendwann die desolaten Verhältnisse in der Familie auffallen, sie einschreiten, der Mutter die Kinder entziehen und sie in ein Heim bringen, empfindet Mike das nicht als Katastrophe. Er findet sich auch in dieser Umgebung zurecht.

Als Achtjähriger kehrt der Junge gemeinsam mit Schwester und Mutter wieder nach Deutschland zurück. Im Nürnberger Frauenhaus kommen sie unter. «Meine Mutter hat immer noch gesoffen, und deshalb kam eines Tages eine Frau vom Jugendamt und meinte, meine Schwester und ich müssten für fünf Tage ins Heim.« Es werden am Ende sechs Jahre daraus.

Sechs Jahre ohne Umzug, sechs Jahre mit klaren Strukturen im Leben, mit festen Freunden und einer zuverlässigen Bezugsperson, einer «Bezugserzieherin«. «Ich hatte die beste der Welt«, versichert Mike. In Marion, der jungen Erzieherin, die sich im Kinder- und Jugendheim der Stadt Nürnberg um ihn und seine Entwicklung intensiv kümmert, sieht der Junge bald so etwas wie einen «mütterlichen Ersatz«. Noch heute telefoniert er regelmäßig mit ihr.

Überhaupt fühlt sich Mike damals wohl in der Reutersbrunnenstraße. Seine Erinnerungen passen nicht zu dem Bild, das die Öffentlichkeit oft mit Kinderheimen verbindet. «Schreiben Sie fett: Man wird im Heim nicht geschlagen«, sagt er. Ohne Prügel aufzuwachsen, ist für ihn alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Dass er eines Tages mit Freunden aus dem Heim abhaut, von der Polizei auf dem Volksfest aufgegriffen wird, das, so versichert er, sei keine Flucht gewesen. «Mit dem Leben im Heim hatte das nichts zu tun. Das war ein blöder Lausbubenstreich.« Genau wie eine Aktion, die für Schlagzeilen und viel Aufregung sorgt. Mit Gleichaltrigen schlüpft der Zwölfjährige am hellichten Tag durch ein Loch in der Mauer des Jüdischen Friedhofs in der Bärenschanzstraße. Die Jugendlichen tollen auf dem Gelände herum, ohne zu wissen, wo sie sich befinden. «Das hat wie eine Ruine ausgesehen.« Einer der Jungs fällt gegen einen Grabstein, der daraufhin umkippt. In einem plötzlichen Zerstörungsrausch beginnen die Jugendlichen, auch die anderen Steine umzuwerfen. Dann machen sie sich aus dem Staub.

Mike Fischer spricht nicht allzu gern über diese Geschichte. Sie ist ihm peinlich. Heute versteht er das Erschrecken der Öffentlichkeit und die Sorge, die Friedhofsschändung könne einen antisemitischen Hintergrund haben. Mehr als jugendliche Dummheit und ein destruktiv ausgelebter Überschuss an Kraft steckte freilich nicht hinter der Tat der strafunmündigen Kinder. «Ich kann mich nur dafür entschuldigen«, sagt Mike.

Mit 14 Jahren lernt der Junge bei einer zweiwöchigen Konfirmanden-Freizeit den damals als Jugenddiakon arbeitenden Uwe Peterhoff und dessen Frau Elisabeth kennen. Nach der Rückfahrt weiß das kinderlose Paar: «Wenn wir jemals ein Pflegekind aufnehmen, dann könnte es der Mike sein.« Sie halten Kontakt zu dem Jungen, sprechen mit der Heimleitung und fragen Mike schließlich, ober er ihr Pflegesohn sein möchte.

Viel Geduld nötig

«Ich habe mir das gründlich überlegt und schließlich ja gesagt«, erinnert sich Mike Fischer. Im Mai 2001 zieht er zu seinen Pflegeeltern nach Cadolzburg. «Er war ein smarter Kerl«, sagt Uwe Peterhoff, «aber anfangs doch sehr verschlossen. Wir mussten viel Geduld haben.« Das Vertrauen wächst, und irgendwann betrachtet Mike seine Pflegeeltern als Vater und Mutter. Der eigentlich begabte, aber bis dahin selten fleißige Schüler macht einen ordentlichen Quali-Abschluss und absolviert danach, ebenfalls mit guten Noten, eine Lehre als Kfz-Mechatroniker. Ohne die Unterstützung seiner neuen Familie, meint Mike, hätte er das alles nicht geschafft.

Die Peterhoffs geben das Kompliment zurück. «Wir sind stolz auf ihn«, sagt der Pflegevater. «Er ist ein ehrlicher Kerl und läuft vor Konflikten nicht davon.« So gut funktioniert die Spätsozialisation Mikes, dass kurz nach seiner Volljährigkeit den Peterhoffs das staatliche Pflegegeld gestrichen wird, obwohl sie Mike weiter unterstützen müssen. «Würde ich Drogen nehmen, bekämen meine Pflegeeltern noch was,« sagt der junge Mann und schüttelt den Kopf.

Mike Fischer hat für sein weiteres Leben sehr konkrete Pläne. Und in mancher Hinsicht hat er es ziemlich eilig. Im nächsten Frühjahr will er heiraten. Seine Freundin ist ebenfalls erst 21 Jahre alt und ausgebildete Krankenschwester. Warum er sich so früh binden möchte? «Wir sind uns einfach sicher«, sagt Mike und erzählt vom Wunsch nach eigenen Kindern.

Mike hat früh erlebt, wie Menschen am Leben scheitern können. Und er hat auch erlebt, wie man mit Hilfe anderer zu einem besseren Leben finden kann. Was sollte einen jungen Menschen zuversichtlicher machen als diese Erfahrung?



Quelle: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=941447&kat=3&man=3

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
24.12.2008 15:05 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 24.12.2008 um 15:05 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Das geliehene Baby-Glück vom Hansaplatz Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Das geliehene Baby-Glück vom Hansaplatz

Pflegemutter Carola Brückner rettet die kleine Koko (2 Monate) vor dem Heim
Rund um den Hansaplatz heißt sie nur „Mutter Teresa“.


Carola Brückner (48 ) hat drei Kinder großgezogen, lebt von Hartz IV. Doch ihre zwei Töchter Jessica (27) und Josephina (20) sowie Sohn Julius (10) müssen sich ihre Mutter nicht nur zu dritt teilen...

Seit 20 Jahren nimmt die gelernte Erzieherin Pflegekinder bei sich auf. Kinder, die misshandelt wurden oder deren Eltern überfordert waren.

„Wenn das Jugendamt bei mir anfragt, kann ich einfach nicht Nein sagen“, erklärt Brückner. „Denn wenn ich die Kinder nicht nehme, kommen sie ins Heim.“

Dieses Schicksal drohte auch dem kleinen Mädchen, das die Familie zärtlich „Koko“ nennt. Das Baby war erst einen Monat alt, als seine Mutter es mit geprellten Rippen ins Krankenhaus brachte.

Wieder einmal rief das Jugendamt bei Carola Brückner an. „Ich habe sofort Ja gesagt und die Kleine abgeholt“, erzählt die Pflegemutter glücklich. „Sie war unser Christkind...“

Koko ist inzwischen 2 Monate alt, 63 propre Zentimeter groß. Den Namen hat sich Brückners Jüngster ausgedacht. „Er ist stolz darauf, mal der große Bruder zu sein“, so seine Mutter. Ihre eigenen Kinder müssen oft zurückstecken. Koko ist schon das dritte Pflegekind in diesem Jahr. Die anderen blieben vier Wochen und vier Monate.

Traurige Tatsache in Berlin: Jeden Monat müssen acht Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden.

In mehr als 2000 Familien leben zurzeit rund 3000 Kinder, die nicht bei ihren Eltern bleiben konnten.

Koko soll nach einem Jahr zurück zu ihrer jungen Mami, die sie regelmäßig besucht.

„Ich will ein gutes Verhältnis zu ihr aufbauen und hoffe, dass ich die Kleine auch nach der Pflegezeit noch besuchen kann“, sagt die Mutter Teresa vom Hansaplatz.

Vor fünf Monaten ist Carola Brückner zum ersten Mal Oma geworden. Enkel- oder Pflegekind – „jedes ist mir gleich lieb“, sagt sie.

Quelle: http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2...r-dem-heim.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

29.12.2008 22:37 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 29.12.2008 um 22:37 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Reica Reica ist weiblich
gehört zum Inventar


images/avatars/avatar-1306.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 31.05.2005
Beiträge: 20.946
Bundesland: Rheinland-Pfalz


Mamaaaa, ich hab’ dich ganz doll lieb! Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Mamaaaa, ich hab’ dich ganz doll lieb!

HAGENOW - …ein tolles Weihnachtsfest, mit Baum, mit Kugeln, buntem Teller, gemütlich Zusammensitzen, Liedern, die gemeinsam gesungen wurden und natürlich mit Geschenken. Ein Traum für den Knirps. Genau wie der Jahreswechsel.

Vor zwei Monaten kam Justin in die Familie in einem Dörfchen irgendwo im Landkreis. Binnen einer Woche und unmittelbar nach der Entscheidung des Jugendamtes, ihn aus seiner Herkunftsfamilie zu nehmen - Justin ist eines von momentan 92 Pflegekindern im Landkreis, die auf Dauer in neuen Familien leben. Denn Justins Familie konnte ihm nicht die Liebe und die Zuwendung geben, die ein Kind braucht.

Justin kam zu den Krafts. Dahin, wo schon der siebenjährige Tommi und der vierjährige Florian ein neues Zuhause gefunden hatten. Hier erlebte er zum ersten Mal, wie es sich anfühlt, ein ganzes Bett für sich allein zu haben, gehört zu werden und manchmal auch der Mittelpunkt zu sein. "Du Mama,", fragt der Kleine, der seinen Stammplatz auf Violas Schoß noch nicht wieder hergeben mag, "wo is’n Flori?" "Der ist jetzt im Kindergarten." "Hmm. Wenn er zuhause ist, darf ich dann mit ihm spielen?" "Aber klar Spatz!" Wieder strahlt Justin, kuschelt sich noch einmal an Mamas Schulter, ehe er zum Spielen ins Nebenzimmer wetzt.

"So ist es bei uns auch immer, unsere brauchen auch ihre Streicheleinheiten, und wenn sie aus der Schule kommen, muss erstmal gedrückt werden", sagt Ingrid Streich, deren braune Augen ganz viel Liebe für die Kinder und eine tiefe Melancholie verraten. Als ihre eigenen Kinder aus dem Haus waren, wurde auch sie eine Pflegemutti. Mittlerweile sogar von vier Kindern. Bei den Streichs - und da gehört Ehemann Rüdiger mit seiner "sozialen Ader" dazu - leben seit 1999 Cindy, die heute 15 ist, Sophie (11) und seit letztem Juni Lukas (9) und seine kleine Schwester Sarah (4). Ja, in der Anfangsphase hatte es Probleme gegeben, sogar viele und gravierende, räumt Ingrid Streich ein. Wegen der "Rucksäcke", die die Kinder mit sich tragen. Aber die Streichs gaben den Mädchen die Zeit, die sie brauchten, um anzukommen."Irgendwann merkten sie, dass wir für sie da sind. Nicht nur einen Tag oder zwei, sondern jeden Morgen wieder. Wenn wir sie wecken und anschließend mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag starten. Ohne Enttäuschung. "Heute zanken, zoffen, versöhnen sie sich, vor allem aber fühlen sie sich wohl."

Wie Justin, der das Ehepaar Kraft beim ersten Treffen gar nicht mehr gehen lassen wollte. "Eigentlich sollte er erst nach einer längeren Phase der Eingewöhnung ganz zu uns kommen", erinnert sich Viola Kraft an jene Tage im Oktober. Eine Woche, dann war der Kleine bei ihnen. Er hatte seine "Mama", seinen "Papa" gefunden. Das sah damals auch das Jugendamt des Landkreises so.

Und Justin wird lange bleiben. Ob für immer kann heute weder das Jugendamt sagen, noch wissen es die Krafts. Denn das große Ziel einer Pflegschaft - auch in der Langzeitpflege - ist die Rückführung der Kinder in ihre Herkunftsfamilien. Meistens ist dies ein langer Weg, mit ungewissem Ausgang.

Wie bei Cindy, die seit ihrem sechsten Lebensjahr bei Familie Streich ihr Zuhause, ihr eigenes Zimmer, viel Liebe und noch mehr Verständnis gefunden hat. Gerade in die Pubertät gekommen, kam die Sehnsucht, hat sie mit der "Wurzelsuche" begonnen. Die vielen Jahre davor hatte sie keinen Kontakt zu ihrer Mutter, suchte ihn auch nicht. Und Ingrid und Rüdiger Streich wissen warum. Auch ihr Rucksack war voll. "Dich fass’ ich nicht an, Dich mag ich nicht", hatte sie zu ihrem Pflegevater gesagt. Die Streichs ertrugen, akzeptierten die Gefühle des Mädchens, und sie nahmen sie so an wie sie war. Cindy war eben anders als ihre leiblichen Kinder. "Es war nicht ihre Schuld, es war das Erleben in frühester Kindheit. Dass sie sich nicht würde ändern können, das war uns klar", sagt Rüdiger Streich, "also haben wir uns geändert." Über dem Ändern, anfangs zwei, dann vier Pflegekindern haben die Streichs manche Freunde verloren. Wohl, weil die von der Situation überfordert waren, sie die Entscheidung der Streichs, Kinder und dann gleich vier in Pflege zu nehmen, nicht verstanden. "Aber", sagt Ingrid Streich mit einem verstehenden Lächeln, "wir haben auch neue gefunden."

Darauf und auf "ihre" Kinder sind die Streichs stolz. Zu recht. Cindy, die wie Sophie nicht lange brauchte, um Mama und Papa zu sagen, hat eine positive Entwicklung genommen. Sie besucht jetzt die 9. Klasse. Wenn sie die 10. schafft, will sie auch das Abitur machen. Gefühle zu zeigen, fällt ihr noch immer schwer. Es gelingt ihr nur soweit, wie sie selbst es als Kleinstkind kennen gelernt hat. Das ist in Ordnung, finden die Streichs. Denn Pflegeeltern wissen, was in den Rucksäcken ihrer Pflegekinder steckt. Es sind erlebte Gewalt, Alkohol, Drogen, Missbrauch… kaum nachvollziehbare Gründe, die das Jugendamt des Landkreises veranlasste, sie aus ihren Herkunftsfamilien zu nehmen. Ingrid Streich: "Unsere Aufgabe ist es, ihnen eine neue Familie, Liebe, Geborgenheit und vor allem eine Zukunft zu geben. Das wussten wir, bevor wir die erste Pflegschaft übernahmen. Und wir tun das gern."

Darüber werden die Kinder trotzdem niemals vergessen, dass sie noch eine andere Familie haben, dass es da noch eine Mama, noch einen Papa gibt. "Es ist unsere Aufgabe, den Kontakt zu den leiblichen Eltern zu halten", sagt Viola Kraft. Auch wenn es schwierig ist. Wegen der Rucksäcke, an denen auch die oft schon ihr Leben lang rumschleppen. "Wenn es auch anders scheint, es sind gute Mütter und Väter. Wie wir wollen sie im Grunde nur das Beste für ihre Kinder, selbst wenn das wegen ihrer begrenzten Möglichkeiten so unendlich wenig scheint. In dem Moment, wenn bei ihnen diese Einsicht kommt, und sie ihre Kinder abgeben, eröffnen sie ihnen eine neue, eine glücklichere Zukunft. Und das macht gute Eltern aus ihnen", ist Ingrid Streich überzeugt.

"Mama, wann ist der Kindergarten denn aus?", fragt Justin, der nun fertig gespielt hat und gekonnt "seinen" Schoß erklimmt. "Schon bald, Liebling", sagt Viola Kraft und drückt ihren Jüngsten. Vielleicht werden die Krafts ihn bis zu seiner Volljährigkeit durchs Leben begleiten. Und als ob Justin genau das spürt und sich nichts sehnlicher wünscht, kuschelt er sich in Mamas Arm. Ganz tief, ganz selbstverständlich. "Mamaaa", flüstert er, "ich hab’ dich ganz doll lieb!"



Quelle: http://www.svz.de/lokales/hagenow/artike...-doll-lieb.html

__________________
Liebe Grüße von Reica



Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.....also auf Kosten unserer Kinder!!!
05.01.2009 05:40 Reica ist offline E-Mail an Reica senden Homepage von Reica Beiträge von Reica suchen Nehmen Sie Reica in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Reica: Reica1
Dieser am 05.01.2009 um 05:40 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Reica wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


images/avatars/avatar-2615.jpg
[meine Galerie]


Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 28.211
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Familienwohngruppe erhält Unterstützung dank Antrag eines Zwölfjährigen Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Familienwohngruppe erhält Unterstützung dank Antrag eines Zwölfjährigen

ZIEZOW - Im Haus der Familie Wernicke in Ziezow fallen im nächsten Vierteljahr keine Kosten für die Heizung an. Denn die Tyczka-Unternehmensgruppe spendet den beiden Erziehern Ines und Lothar Wernicke sowie ihren vier Mädchen und zwei Jungen Flüssiggas im Wert von 500 Euro – das entspricht derzeit etwa 800 Litern.

Marketingchef Olaf Güldner und Bezirksleiter Michael Müller haben die Spende am Freitagabend übergeben. Neben dem Heizmaterial erhielten die Wernickes 500 Euro zur freien Verfügung. Mit dem Geld soll ein neuer Rechner angeschafft werden, damit vor allem die Kinder zügig per DSL das Internet nutzen können.

Die Spende von insgesamt 1000 Euro stammt aus der Tyczka-Wohltätigkeitsaktion „Die gute Tat“. Um das Geld können sich soziale Einrichtungen mit einer Präsentation bewerben. „In jedem Jahr sammeln wir bei unserer Weihnachtsfeier Spenden“, erklärt Güldner. Der gesammelte Betrag werde anschließend von der Geschäftsführung verdoppelt und fließe in vier bis fünf Projekte. „Die Präsentationen aller Bewerber werden bei der Weihnachtsfeier gezeigt und die Mitarbeiter entscheiden durch Abstimmung darüber, welche Projekte gefördert werden“, sagt Güldner.

Die Bewerbung für die Wernickes hat der fast zwölfjährige Manuel abgesendet. Er hätte die 500 Euro jedoch lieber für den bereits geplanten Bau einer Blockhütte im Garten eingesetzt. Sie soll den bereits verschrotteten Wohnwagen ersetzen, der ihm, Vanessa (10 Jahre), Alice (13 Jahre), Anupama (14 Jahre), Maximilian (14 Jahre) und Claudia (14 Jahre) als Jugendclub diente.

Die achtköpfige Gemeinschaft ist nämlich keine gewöhnliche Familie. Ines und Lothar Wernicke nehmen Kinder bei sich auf, deren Eltern sich getrennt haben. Sie bieten den jungen Menschen Schutz und die Möglichkeit, in fast normalen Familienverhältnissen aufzuwachsen, was daheim nicht möglich gewesen wäre. Seit Beginn des Angebots, das aus der Bereitschaftspflege für Krankenhauseltern hervorgegangenen ist, waren es mehr als zwei Dutzend Jungen und Mädchen.

Ein Prinzip im Hause Wernicke ist Mitbestimmung. „Wir führen in regelmäßigen Abständen Ideensammlungen durch“, erklärt Ines Wernicke. Auf bunten Pappkarten notieren die sechs Kinder Lieblingsessen, Ausflugsziele oder eben Wünsche für die Verwendung der 500 Euro-Spende. „Dann gibt es oft hitzige Debatten mit anschließender Abstimmung“, sagt Lothar Wernicke. Alternativen zum Computer und neuem Jugendclub waren ein Musicalbesuch und Computerspiele für den Fernseher. Am Ende habe jedoch die Vernunft gesiegt und der Kauf des Computers beschlossen. Denn der geübte Umgang mit dem Gerät und dem Internet werde in der Schule inzwischen vorausgesetzt. (Von Elke Kögler)


Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...gen-Waerme.html

__________________
Liebe Grüße
Silvia



Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken.
Hans Reimann

13.01.2009 21:22 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Lebensaufgabe mit Herz Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Lebensaufgabe mit Herz

Familie Lorenz aus Wettesingen hat vor einem Jahr Pflegekind Leon aufgenommen


Wolfhagen/Wettesingen. Bei Familie Lorenz geht die Post ab. Luca und Leon liefern sich lautstark eine Kissenschlacht, während Rebecca Wittich-Lorenz schon die Gummistiefel bereitstellt. Gleich geht es in den Wald. So fröhlich ging es in der Wettesinger Rosenstraße nicht immer zu. Vor einem Jahr ist der fünfjährige Leon als Pflegekind in der Familie aufgenommen worden, zu der neben den Eltern noch die 16-jährige Miriam, der siebenjährige Luca und Hund Fenrir gehören.

Leon ist einer von 431 jungen Menschen, die derzeit im Landkreis Kassel in Heimen und Pflegefamilien untergebracht sind.

"Ein Pflegekind aufzunehmen ist eine Herausforderung", so Rebecca Wittich-Lorenz. Viele Kinder kommen aus schwierigen Familiensituationen und sind traumatisiert. "Da kommt man auch mal an seine Grenzen. Das ist kein Job, sondern für uns eine Lebensaufgabe mit viel Herz", sagt die Wettesingerin. Inzwischen habe sich Leon gut eingelebt und zu Luca und Miriram eine enge Geschwisterbeziehung aufgebaut. "Leon ist eine Bereicherung für unsere Familie. Wir haben mit der Aufnahme eines Pflegekindes die richtige Entscheidung getroffen."

Knapp 65 Prozent der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben in einem Heim (280) und 35 Prozent (151) in einer Familie. Wobei als Heim auch kleinere Wohngruppen gelten, wie es sie in Wolfhagen, Istha und Wenigenhasungen gibt.

"In den Altkreisen Wolfhagen und Hofgeismar können wir mehr junge Menschen in Pflegefamilien unterbringen, da hier eine höhere Bereitschaft besteht, Pflegekinder aufzunehmen", erklärt die Leiterin des Kreisjugendamtes, Käthe Heinrich.

Die Gründe, warum Kinder in Heimen und Pflegefamilien untergebracht werden, sind nach Auskunft der Jugendamtsleiterin vielfältig.

Am häufigsten sei die Gefährdung des Kindeswohls, gefolgt von eingeschränkten Erziehungskompetenzen der Eltern sowie eine unzureichende Förderung beziehungsweise Betreuung und Versorgung des jungen Menschen in der Familie.

"Die Mehrzahl der Kinder kommt aus Familien mit nur einem Elternteil, die auf Transferleistungen der öffentlichen Hand angewiesen sind", erläutert Käthe Heinrich. Hier werde deutlich, dass die "finanzielle Situation einer Familie häufig mit dafür verantwortlich ist, dass das Jugendamt eingreifen muss."

Quelle: http://www.hna.de/wolfhagensolo/00_20090...e_mit_Herz.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

31.01.2009 00:37 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 31.01.2009 um 00:37 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Irina Irina ist weiblich
gehört zum Inventar



[meine Galerie]


Dabei seit: 18.04.2005
Beiträge: 12.457
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Pflegefamilien in Korschenbroich

„Wir sind eine Familie”


Lilly und Ella (alle Namen der Familienmitglieder sind von der Redaktion geändert) waren drei und knapp zwei Jahre, als sie in ihre jetzige Pflegefamilie kamen. Heute, elf Jahre später, können die beiden Schwestern sich gar nicht mehr vorstellen, irgendwo anders zu leben. „Wir sind als Familie zusammen gewachsen”, freuen sich ihre Pflegeeltern Susanne und Matthias Schulz und sagen rückblickend: „Sicher gab und gibt es Höhen und Tiefen, aber das ist wohl in jeder Familie so."

Kinderheime waren früher die einzige Zufluchtstätte für Waisen und Kinder aus zerrütteten Familien. Heute finden sich häufig Pflegefamilien bereit, die Mädchen und Jungen aufzunehmen. Die NGZ schildert die Erfahrungen einer Pflegefamilie.

Mehr dazu heute Abend hier auf NGZ-Online und in der Montagausgabe der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

Quelle: http://www.ngz-online.de/public/article/...ne-Familie.html


__________________
Liebe Grüße
Irina


Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus

01.02.2009 14:52 Irina ist offline Beiträge von Irina suchen Nehmen Sie Irina in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Irina: locotanz1
Dieser am 01.02.2009 um 14:52 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Irina wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Coma Coma ist weiblich
Trotzkopf



[meine Galerie]


Dabei seit: 29.12.2008
Beiträge: 160
Bundesland: Sachsen


RE: Kurzfilm über BRPE ! Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

Danke, ein sehr informativer Bericht, besonders für uns Neulinge!!! Daumen
01.02.2009 15:30 Coma ist offline E-Mail an Coma senden Beiträge von Coma suchen Nehmen Sie Coma in Ihre Freundesliste auf
Dieser am 01.02.2009 um 15:30 Uhr verfasste Beitrag gibt nur die Meinung von User Coma wieder, nicht die der Boardadministration. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung

Seiten (12): « vorherige 1 2 [3] 4 5 nächste » ... letzte » Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Pflegeeltern.de » Das schwarze Brett » Medien » Berichte über Pflegefamilien im Net
Das Forum von Pflegeeltern für Pflegeeltern
sitemap

Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH Style By D€NiS™