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Geschrieben von zaddik am 12.10.2019 um 13:09:

  ZDF - Markus Lanz vom 8. Oktober 2019

Am Wochenende schau ich mir die aufgezeichneten Fernsehsendungen an. Das habe ich vorhin auch gerade getan und vom Dienstag (ZDF) Markus Lanz mit einem interessanten Beitrag zur Kindererziehung entdeckt. Ich finde diese Tipps und Ratschläge gehen auch mit PK.

Der Beitrag, den ich meine, ist von Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort.



https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-8-oktober-2019-100.html



Geschrieben von Lexa am 12.10.2019 um 14:38:

 

So unterschiedlich sind Wahrnehmungen.
Ich fand seine Ansichten gruselig.
Ich persönlich diskutiere und verhandele nicht jeden Abend neu wann das Kind ins Bett muss und das jeden einzelnen Tag.
Mal bestimmt das Kind, mal er.
Nneiner Meinung nach sind das genau die Kinder, die später nirgends klar kommen, weil ein Arbeitgeber auch nicht tagtäglich verhandeln wird, ob und wann der Arbeitnehmer zu erscheinen hat!



Geschrieben von Catalie am 12.10.2019 um 14:44:

 

Zitat:
Original von Lexa
Nneiner Meinung nach sind das genau die Kinder, die später nirgends klar kommen, weil ein Arbeitgeber auch nicht tagtäglich verhandeln wird, ob und wann der Arbeitnehmer zu erscheinen hat!


Mein Arbeitgeber tut das schon... Wenn mir etwas wichtig ist, bestimme ich, wann und wie viel ich arbeite, wenn ihm was wichtig ist, bestimmt das er.

Jemand, über den immer nur bestimmt wurde, würde nie auf die Idee kommen, sich so einen Arbeitgeber zu suchen.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 12.10.2019 um 14:47:

 

Zitat:
Original von Lexa
So unterschiedlich sind Wahrnehmungen.
Ich fand seine Ansichten gruselig.
Ich persönlich diskutiere und verhandele nicht jeden Abend neu wann das Kind ins Bett muss und das jeden einzelnen Tag.
Mal bestimmt das Kind, mal er.
Nneiner Meinung nach sind das genau die Kinder, die später nirgends klar kommen, weil ein Arbeitgeber auch nicht tagtäglich verhandeln wird, ob und wann der Arbeitnehmer zu erscheinen hat!


Ich hab es mir bislang nicht angeschaut.
Allerdings glaube ich nicht, dass Erziehung einen so großen Einfluss auf das spätere Verhalten der Kinder hat.
Wie ich schon schrieb, bin ich z.B. sehr sehr locker erzogen worden. Es gab wenig Regeln, ich durfte früh viel selbst bestimmen.
Allerdings war ich ein extrem gewissenhaftes Kind. Nie wäre ich auch nur eine Minute zu spät gekommen in der Schule (und später ebenso im Beruf). Das war einfach mein Charakter, die "schlampige" Erziehung meiner Eltern konnte den nicht verändern.
(Manchmal denke ich jedoch, dass ich vielleicht auch gerade deshalb so geworden bin, WEIL meine Eltern alles so locker gesehen haben. Meine Mutter hat mich z.B. oft zu spät zum Ballettunterricht etc. gebracht. Mir war das extrem peinlich. Und ich habe meine Mutter stets zur Eile ermahnt.
Nicht selten werden die Kinder ja zum genauen Gegenteil der Eltern! großes Grinsen )

Allerdings habe ich mir auch sehr viel Zeit damit gelassen, mir ein Studium/ einen Beruf/ einen Job zu suchen. Ich habe erst ausführlich die Welt bereist, immer wieder gejobbt usw. Und bin letztlich genau dort hängen geblieben, wo ich das Gefühl hatte, dass meine Seele im Einklang mit meinem Arbeitsplatz sein konnte.
Dazwischen habe ich auch den einen oder anderen Job/Studiengang etc. geschmissen.



Geschrieben von zaddik am 12.10.2019 um 14:55:

 

Also wir haben eben gerade die Erfahrung gemacht, dass wenn man dem Kind wertschätzend und verständnisvoll gegenübertritt, das Kind es genau so tut. Also so habe ich es auch selbst erfahren - in meiner Kindheit.
Natürlich haben wir in wichtigen Situationen mit den Kindern nicht diskutiert, ob man an der Hand die Straße überquert oder nicht. Wenn ich nachdenke, gab es auch nie den Ansatz von den Kindern darüber zu diskutieren. Vielleicht ist es so, dass die Kinder eben ein feines Gespür dafür entwickeln, was wichtig - bedrohlich ist und was nicht.

Von oben herab - und mit Druck - hab ich noch nie erfolgreich erlebt.

P.S. Kleinklabauter so war das bei mir auch in der Kindheit. Aber vielleicht ist gerade das die "Verläßlichkeit", aus der die Kinder später leben.

Es gab hier im Forum einmal das Thema: Pubi (also wahrscheinlich öfter) da schrieb ich, dass ich bei meinen LK die Pubi gar nicht bemerkt habe. Das ist sicherlich bei einigen Usern überheblich rüber gekommen. Aber es war genau wie in dem Beitrag geschildert - wir haben nichts gravierendes gemerkt.



Geschrieben von Lexa am 12.10.2019 um 15:16:

 

Zitat:
Original von Catalie
Zitat:
Original von Lexa
Nneiner Meinung nach sind das genau die Kinder, die später nirgends klar kommen, weil ein Arbeitgeber auch nicht tagtäglich verhandeln wird, ob und wann der Arbeitnehmer zu erscheinen hat!


Mein Arbeitgeber tut das schon... Wenn mir etwas wichtig ist, bestimme ich, wann und wie viel ich arbeite, wenn ihm was wichtig ist, bestimmt das er.

Jemand, über den immer nur bestimmt wurde, würde nie auf die Idee kommen, sich so einen Arbeitgeber zu suchen.


Ich bin Physiotherapeutin und war lange selbstständig mit mehreren Mitarbeitern.
Die Praxis hatte feste Öffnungszeiten in der die Anmeldung besetzt war, weil ich es schrecklich finde, wenn die Therapeuten aus der Behandlung raus müssen, um Termine, Fango, Eis, Elektro ect zu machen.

Wenn ich jetzt angefangen hätte jeden Abend mit meinen Mitarbeitern zu planen, wann und ob sie arbeiten wollen, wäre nix gelaufen.
Patienten haben meist Rezepte über 6x, daneben gibt es Dauerpatienten, die jahrelang immer am selben Tag zur selben Uhrzeit kommen, weil sie planen möchten oder müssen(viele andere Termine, Begleitung zum Termin ect).
Da geht es nur mit festen Vorgaben, wann der Mitarbeiter arbeitet.
Einzig wie viele Stunden er arbeiten möchte ist anfangs verhandlungsfähig.

So ist es doch aber in sehr vielen Arbeitsbereichen.
Alles andere ist weltfremd, es tut mir leid.



Geschrieben von Catalie am 12.10.2019 um 15:54:

 

Es ist nicht weltfremd, Lexa, es ist nur nicht DEINE Welt.

Jemand der gelernt hat, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung dafür zu übernehmen, ist ja auch ein ganz andere Mitarbeiter als der, der die Vorgaben kennt und braucht

In den meisten Physiotherapie-Praxen kennen die Mitarbeiter die Eigenarten und Tagesabläufe ihrer Patienten viel besser als der Chef - und können gut entscheiden, wen man wie verlegen könnte. Und nur, weil keine Empfangskraft da ist, muss sie Therapie deswegen nicht schlechter sein. Man könnte sich auch auf Hausbesuche konzentrieren...

Für Dich mag das alles nicht in Frage kommen, aber es gibt Praxeninhaber, da ist das möglich.


Tatsächlich aber glaube ich gar nicht, dass das so sehr an der Erziehung hängt, wie viel Freiheiten man braucht. Das ist doch eher eine Typsache.



Geschrieben von Lexa am 12.10.2019 um 16:07:

 

Stimmt, es ist meine Welt.

ICH mochte nicht als Therapeutin immer wieder aus der Behandlung gerissen werden und fand es auch selbst als Patient nicht schön.

Deswegen hab ich mir und meinen Mitarbeitern den Luxus einer Anmeldekraft gegönnt.
Ob ein Therapeut unbedingt wissen muss an welchen Tagen der Patient welche anderen Termine hat, nur damit er weiß wen er verschieben kann, weil er etwas anderes vor hat weiß ich nicht.
In meiner Praxis wusste das die Anmeldekraft und nicht ich als Chef.
Ich hab mich mehr für die Krankheit oder das Seelenheil der Patienten interessiert, als für seinen Tagesplan, es sei denn es war für die Behandlung wichtig.

Aber was ich interessant finde, dass du die genauen Abläufe der MEISTEN Physiotherapie Praxen kennst...



Geschrieben von manuela am 12.10.2019 um 16:10:

 

@Catalie
Nein, das ist eine WELT, die sich einige leisten können, weil die Mehrheit das nicht macht.


Das ist wie bei den Impfgegnern, das geht für ihre Kinder gut, solange die Mehrheit der Eltern so verantwortungsbewusst ist und ihre Kinder impfen lässt. Dadurch ist die Gefahr sich anzustecken für die nicht geimpften gering.



Geschrieben von putzig55 am 12.10.2019 um 16:24:

 

@Catalie

Find ich super.
Also ich hätte dann gerne nie um 6.00h angefangen zu arbeiten und alle Kollegen, die ich kenne, auch nicht.
Aber ich hoffe, die anderen Patienten hätten dann genauso viel Verstãndnis dafür wie Du es bestimmt hättest, wenn Du im Krankenhaus das Frühstück erst am Mittag bekommen würdest oder Deine Schmerzmedikation.
Genauso, wie Du bestimmt gut verstehen kannst, wenn Dein krankes Kind erst morgen behandelt werden kann, weil heute verhandelt wurde, dass keiner kommt.
Merkst Du was?
In manchen Berufen mag das gehen, aber in sehr vielen nicht.
Da kann ich, bevor ich den Vertrag unterschreibe, Arbeits Zeiten und Modalitäten festlegen, aber nicht täglich neu verhandeln
Und das hat nichts mit unselbstständigen Jasagern oder nicht Denken zu tun, die nicht entscheidungsfähig sind, sondern mit Verantwortung.



Geschrieben von Multimum am 12.10.2019 um 16:54:

 

Zitat:
Original von KleinerKlabauter
Und ich habe meine Mutter stets zur Eile ermahnt.
großes Grinsen )


Das ist aber nicht die Aufgabe eines Kindes.



Geschrieben von Catalie am 12.10.2019 um 17:13:

 

Es gibt genug Menschen, die brauchen feste Arbeitszeiten. Es gibt aber auch Menschen, die werden damit unglücklich.

Jemand, der viel Freiheit benötigt, sollte nicht als festangestellter Krankenschwester in einer Klinik arbeiten.
Wenn Krankenschwester der Traum ist, geht das auch anders.

Aber genau darum geht es doch: Dass man genau erkennt, was man braucht und seinen Job und sein restliches Umfeld danach sucht. Man ist nicht Opfer dieser schlechten Welt - man lebt meist genau das Leben, dass man sich aussucht (extreme Situationen/Lebensumstände nehme ich hier explizit aus).

Es geht ja eben nicht darum, dass immer nur einer bestimmt, sondern dass man sich abwechselt. Es geht um die Übernahme von Entscheidungen und der damit verbundenen Verantwortung. Weg vom reinen Befehlsempfänger.

Es gibt mittlerweile schon so viele Firmen mit nur genau EINER Hierarchieebene... Mit den richtigen Mitarbeitern könnte man so ganz sicher auch eine Klinik schmeißen.



Geschrieben von Catalie am 12.10.2019 um 17:17:

 

Zitat:
Original von Lexa
Aber was ich interessant finde, dass du die genauen Abläufe der MEISTEN Physiotherapie Praxen kennst...


Du meinst, bezogen darauf, wer den Terminplan und die Bereitschaft der Patienten zum Terminwechsel besser kennt?
Naja, die Therapeutin sind eben in den allermeisten Praxen näher am Patienten als der Praxisinhaber. Viele Patienten erzählen doch ziemlich viel Privates während der Behandlung.

Bist Du anderer Meinung?



Geschrieben von putzig55 am 12.10.2019 um 17:34:

 

@Catalie

Das man so immer einen Dienstplan schreiben kann und jede Schicht voll bekommt, glaube ich nicht.
Da musst Du nur mal an einer Teamsitzung mit Thema Wer arbeitet wann an Weihnachten, Silvester, Neujahr etc.
Du wirst an Heiligabend keine Spätdienst Schicht vollbekommen oder Neujahr Frühdienst.
Es wird immer gezwungen werden.
Und es gibt fast immer einen Wunschplan für jeden Monat und der wird berücksichtigt, so weit es geht
Aber es gibt immer einige die zurück stecken müssen.



Geschrieben von zaddik am 12.10.2019 um 17:47:

 

Also irgendwie wird gerade alles etwas durcheinander dargestellt.

Ist es nicht so, dass es um Kinder geht? die Liebe und Verlässlichkeit erfahren - sprich erlernen sollen? Wenn sie das lange genug und genügend getan haben, geht das im Erwachsenenalter ganz von selbst.


Denn es sind nicht die Kinder, mit denen man manchen Deal als Eltern gemacht hat, die im späteren Leben nicht zu recht kommen, sondern die, die genau diese Liebe und Aufmerksamkeit nicht erhalten haben.



Geschrieben von Themis am 13.10.2019 um 07:49:

 

Liebe und Aufmerksamkeit gehen aber auch zusammen mit klaren Grenzen. Ich sehe gerade jetzt, wo die Freunde meines LS in die Pubertät kommen, wo es hingehen kann, wenn man dem Kind wirklich in allen Mitspracherecht einräumt und dass von klein an. Null Respekt, Eltern sagen, nein morgen ist Schule, du kann jetzt (22.00 Uhr) nicht mehr raus. Teenager sagt "doch" und geht!

Und dann steht hier, bestimmte Dinge werden natürlich nicht diskutiert (Anfassen beim Straße überqueren). Selbstredend, gerade in einem bestimmten Alter, unerlässlich. Aber püntklich ins Bett gehen und ausreichend schlafen, ist auch unerlässlich. Wer also entscheidet denn, was nicht diskutiert wird?

Und schön, dass es Arbeitgeber gibt, wo man jeden Tag neu festlegen kann, wie und wann man arbeiten geht. Solche kenne ich auch.

Zitat:
Es gibt genug Menschen, die brauchen feste Arbeitszeiten. Es gibt aber auch Menschen, die werden damit unglücklich.


Ja, vielleicht sind es aber gerade die Menschen, die mit festen Arbeitszeiten unglücklich werden, weil sie nie feste Regeln kannten, wer weiß idee1



Geschrieben von KleinerKlabauter am 13.10.2019 um 08:31:

 

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Erziehung einen so großen Einfluss hat auf den jungen Menschen.
Es gibt ja immer zwei Möglichkeiten: Dass Kinder die rigide Einstellung der Eltern übernehmen. oder aber dass Kinder, die mit sehr starren Regeln erzogen werden, -wenn sie ein freiheitsliebendes Naturell haben - oft in der Pubertät ganz extrem ausbrechen. Und die sind dann für die Eltern erst recht nicht mehr erreichbar.

Mein Beispiel habe ich ja schon oft erzählt. Meine Eltern haben alles sehr locker gesehen. Ich habe mich aber -zumindest in der Kindheit- genau gegenteilig verhalten. Ich bin jeden Abend pünktlich ins Bett, weil ich am nächsten Tag Schule hatte. Meine Eltern waren oft genervt von meiner Pedanterie und haben abends oft gemeint, ich könne doch den Film, der nur noch 15 Minuten geht, noch mit ihnen zu Ende schauen.
Wenn wir im Sommer abends auf der Terrasse der Pizzeria saßen, habe ich meine Eltern gedrängelt, sie mögen mich jetzt nach Hause fahren - am nächsten Tag sei Schule.
Und ich hörte von meinen Eltern sogar mal den Satz:"Hey bring doch auch mal eine 4 oder 5 mit nach Hause- wie alle anderen Kinder auch!"

Als ich ein Kind war, haben auch alle in meinem Umfeld geraucht, inklusive meiner ganzen Familie. Ich fand das als Kind unglaublich unvernünftig und unverständlich und hätte niemals mit dem Rauchen oder mit Drogen angefangen.

Feste Regeln gab es bei uns also kaum. Trotzdem (oder gerade deshalb?) war ich überdurchschnittlich pünktlich, gewissenhaft und (außer Haus) angepasst.

Ich meine mich zu erinnern, in einem Fachbuch gelesen zu haben, dass Erziehung tatsächlich nur zu 10-20% daran beteiligt ist, wie ein Kind bzw. junger Erwachsener sich einmal entwickelt.



Geschrieben von manuela am 13.10.2019 um 09:25:

 

So wie du es darstellst, müssten Kinder von erziehungsunfähigen Eltern die besten
Vorausetzungen haben und wir PE wären arbeitslos!
Diese Theorie Ist doch Quatsch! Das war vielleicht bei dir so (ich unterstelle damit nicht, dass deine Eltern erziehungsunfähig waren) aber es gibt immer Ausnahmen.

Das Erziehung nicht alles ist, ist klar, aber man gibt dem Kind damit eine Richtung vor und kann Veranlagungen in die richtigen Bahnen lenken.


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