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Geschrieben von Elfe am 06.06.2019 um 18:24:

  Unser Schulsystem - Michael Winterhoff bei Markus Lanz

Hallo,

hier ein Link zu einem Ausschnitt aus der Sendung von Markus Lanz (ZDF) vom 23.5.19

Michael Winterhoff sagt, was seiner Meinung nach in unserem Schulsystem falsch läuft.

https://youtu.be/gjP8KD4eYQs



Geschrieben von Andreja am 06.06.2019 um 18:37:

 

Ich hab das Buch gekauft und lese schon eifrig.



Geschrieben von Stella15 am 06.06.2019 um 19:05:

 

Ich gebe ihm in vielen Punkten recht!



Geschrieben von angelsvoice am 06.06.2019 um 19:26:

  RE: Unser Schulsystem - Michael Winterhoff bei Markus Lanz

Habs mir angeschaut. Ist schon Wahnsinn, was da so abgeht. Sehr interessant finde ich.



Geschrieben von Kati am 06.06.2019 um 19:37:

 

Bei Winterhoff ist es sehr hilfreich, parallel seine Kritiker zu lesen. Zumindest bei den beiden "Tyrannenbüchern" hat das meine spontane Begeisterung schnell relativiert. großes Grinsen

Pauschale Verallgemeinerungen und Zuschreibungen waren noch nie hilfreich.
Wenn ich Zeit habe, werde ich mir sein neuestes Werk zu Gemüte führen.

LG
Kati



Geschrieben von Multimum am 06.06.2019 um 19:37:

  RE: Unser Schulsystem - Michael Winterhoff bei Markus Lanz

Er hat absolut recht



Geschrieben von rennmaus am 06.06.2019 um 21:01:

 

Zitat:
Original von Kati
Bei Winterhoff ist es sehr hilfreich, parallel seine Kritiker zu lesen. Zumindest bei den beiden "Tyrannenbüchern" hat das meine spontane Begeisterung schnell relativiert. großes Grinsen

Pauschale Verallgemeinerungen und Zuschreibungen waren noch nie hilfreich.
Wenn ich Zeit habe, werde ich mir sein neuestes Werk zu Gemüte führen.

LG
Kati


Ich lese seine Bücher auch immer.
Zumindest so lange ich seine Pauschalisierungen gespickt mit Halbwissen ertrage...



Geschrieben von KleinerKlabauter am 06.06.2019 um 21:23:

 

Ich habe dieses Buch von Winterhoff nicht gelesen, und bin jetzt kein kompletter Winterhoff-Fan.
Aber in vielen Punkten gebe ich ihm durchaus recht.

Die großen Kindergartengruppen mit offenem Konzept finde ich z.B. auch absolut furchtbar für die Kinder und habe für mein FAS-Kind deshalb den Waldorfkindergarten ausgewählt.
Da geht alles noch sehr traditionell und "altbacken" zu.
Es gibt sehr enge Strukturen, und einen täglich wiederkehrenden Tages- (und Wochen-) Rhythmus. Es gibt eine Freispielzeit am Anfang, der Rest des Vormittags ist von den Erzieherinnen angeleitet.
Es wird zusammen gekocht und gebacken, alle Zutaten werden möglichst selbst hergestellt oder frisch gekauft.
Die Erzieherinnen (die sich noch traditionell "Kindergärtnerinnen" nennen) werden nicht mit dem Vornamen, sondern mit "Frau XY" angesprochen.
Eine Bindung zum einzelnen Kind wird angestrebt, es wird viel in die Beziehung zum Kind investiert. Jedes Kind wird wirklich gesehen.
In den Kigaräumen darf nicht wild getobt oder herumgerannt werden. Dafür ist der Garten da oder die Wanderungen, die immer am gleichen Wochentag gemacht werden.
(Selten habe ich einen so ruhigen Kindergarten erlebt mit in ihr kreatives Spiel versunkene Kinder.)
Es werden Werte vermittelt und die Kinder werden dazu angehalten, gut miteinander umzugehen. Wenn ein Kind Geburtstag hat, malt JEDES andere Kind dem Geburtstagskind ein Bild.
Es gibt nur sehr wenige Reize durch wenige und sehr ursprüngliche Spielmaterialien (Kastanien, Hölzer, Edelsteine, Tücher, Bänke usw.)
Die Einrichtung ist schlicht aber sehr gemütlich mit Massivholzmöbeln. Es gibt kein grelles Licht. Alles ist sehr heimelig, man möchte sich morgens gerne mit an den großen Holztisch setzen und Früchte für den Obstsalat oder Möhren für die Suppe schneiden.
Ganz toll finde ich die Weihnachtszeit, wenn morgens beim Hereinkommen zahlreiche Kerzen leuchten und die Kinder in der Morgendämmerung spielen.
Ganz besonders lobenswert ist die Haltung der Erzieherinnen, die sich den Kindern mit echtem Interesse und "Herzblut" zuwenden.

Mein FAS-Kind liebt den Kindergarten heiß und innig und würde am liebsten für immer und ewig dort bleiben.

Ich empfinde mein Kind als bestens auf die Schule vorbereitet, selbst wenn es im Waldorf-Kiga keine Vorschule gibt und die Kinder ganz bewusst nicht kognitiv gefördert werden. (Es gibt dort keine Gesellschaftsspiele oder Puzzle, es werden keine Buchstaben und Zahlen gelernt usw.)


Mich wundert es, dass Winterhoff das Waldorfkonzept noch nicht für sich entdeckt hat. Es müsste ganz nach seinem Sinne sein!



Geschrieben von rennmaus am 06.06.2019 um 21:55:

 

Ich bin absolut kein Freund des offenen Konzeptes im Kindergarten, ebenso halte ich es für sehr kritisch, dass Kinder in der Schule selbst enstcheiden dürfen, was sie lernen (oder eben dann auch nicht).

Andererseits finde ich die Kausalzusammenhänge, die er herstellt, dann doch sehr simpel....



Geschrieben von manuela am 07.06.2019 um 06:28:

 

Ich finde auch er trifft es in vielen Dingen genau auf den Kopf.
Das er teilweise etwas "simpel" und reißerisch schreibt stimmt, aber ich glaube, das ist Teil seiner Strategie. Würde er ein sachliches, wissenschaftliches Buch schreiben, wer würde es lesen? (wahrscheinlich ein paar PE)


Diese offenen Konzepte im KiGa finde ich auch fürchterlich und hoffe diese "Modeerscheinung" (so kommt es mir vor) ist bald wieder vorbei.
PS war in der Grundschule in einer Montessorischule und obwohl wir insgesamt zufrieden waren, hat mich einiges gestört (Lehrerin wurde mit Vornamen angesprochen, völlige Freiheit der Fächerwahl, die bearbeitet werden, keine Kontrolle von erledigten Aufgaben, sehr unruhiges Arbeitsumfeld)



Geschrieben von Multimum am 07.06.2019 um 07:30:

 

BRSPK geht in eine Grundschule in der ich jahrelang kein Kind mehr hatte. Und siehe da :

es gibt sie noch !!!

Die Lehrer die noch


Hausaufgaben kontrollieren

Fehler " rot " anstreichen

auch mal hinschreiben : schreib ordentlicher

täglich Hausaufgaben aufgeben

die Kinder LEISE (!!!) in Zweierreihen von Klasse zur Turnhalle ( GEHEN !!! nicht RENNEN ) lassen

Rechtschreibung nach Verstand und nicht nach Gehör lehren


Merkwürdigerweise ist gerade diese Lehrerin bei den Schülern sehr beliebt



Geschrieben von Anya am 07.06.2019 um 08:53:

 

Zitat:
Original von Multimum
BRSPK geht in eine Grundschule in der ich jahrelang kein Kind mehr hatte. Und siehe da :

es gibt sie noch !!!

Die Lehrer die noch


Hausaufgaben kontrollieren

Fehler " rot " anstreichen

auch mal hinschreiben : schreib ordentlicher

täglich Hausaufgaben aufgeben

die Kinder LEISE (!!!) in Zweierreihen von Klasse zur Turnhalle ( GEHEN !!! nicht RENNEN ) lassen

Rechtschreibung nach Verstand und nicht nach Gehör lehren


Merkwürdigerweise ist gerade diese Lehrerin bei den Schülern sehr beliebt


Mein PS hatte auch so eine Grundschullehrerin. Die Kinder haben sie geliebt, die meisten Eltern gehasst, weil sie so "streng" war. Ich fand sie toll. Die jetzigen Klassenlehrer in der weiterführenden Svhule sind ganz anders. Als ich sie angesprochen habe, was man denn gegen den Lärm in der lauten Klasse machen könne, weil PS und auch andere Kinder oft Kopfschmerzen haben und nicht gut lernen können wegen des Krachs wurde mir zu MickyMäusen also Lärmschutz geraten Schreck weil man fegrn den Lärm nichts machen könne. Es wäre halt eine laute und unruhige Klasse. Fast alle Kinder haben jetzt MickiMäuse und ich könnte kotzxxxx Bei einer Lehrerin, die etwas strenger ist, ist es seltsamerweise immer ruhig in der Klasse. Finde den Fehler Augenzwinkern



Geschrieben von hdgdldJ am 07.06.2019 um 09:30:

 

Ich lach mich scheckig! Das ist doch nicht dein Ernst, dass jetzt fast alle Kinder mit Hörschutz in der Klasse sitzen?



Geschrieben von Anya am 07.06.2019 um 09:49:

 

Zitat:
Original von hdgdldJ
Ich lach mich scheckig! Das ist doch nicht dein Ernst, dass jetzt fast alle Kinder mit Hörschutz in der Klasse sitzen?


Doch ist so. Es wurden 5 von der Schule angeschafft für die empfindlicheren Kinder und irgendwann kam dann die Mail man möge eigene kaufen weil die 5 immer in Betrieb sind aber die Kinder sonst keine Ruhe haben. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man sich scheckig lachen. Seltsamerweise schaffen die anderen Klassenlehrer es, ihre Klssen ruhig zu bekommen. Aber die von PS sind grade fertig und es ist die erste Klasse die sie haben. Da fehlt wohl auch noch die Erfahrung.



Geschrieben von hdgdldJ am 07.06.2019 um 09:51:

 

Ach du Sch... Schreck



Geschrieben von kostine am 07.06.2019 um 10:36:

 

Sicherlich gibt es Probleme im Schulsystem, aber die Bücher von Michael Winterhoff, sind viel zu sehr gespickt, mit unbelegten Behauptungen und reisserischen Thesen. Ganz schlimm finde ich, das sehr viele Leute diese Bücher dann lesen und, dass darin Stehende abnicken ohne es in Frage zu stellen, sich dann vom Hundertsten ins Tausendste zu denken und plötzlich steht die Welt am Abgrund.....



Geschrieben von Kati am 07.06.2019 um 12:38:

 

Man kann nichts gegen Lärm der Kinder in der Schule machen?

Oh doch. Nicht "man" sondern "jeder" kann. großes Grinsen

Meine Tochter hatte das Glück in einer Schule mit Jenaplan-Konzept zu lernen. Ich habe immer gestaunt, wie ruhig es in dieser Schule zuging. Von der ersten Klasse an, durchgängig!

Es gab Regeln, die mit den Kindern durchgesprochen waren. Sie konnten sich im Schulhaus frei bewegen und in den freien Lernzeiten den Ort des Lernens auswählen. Es gab, glaube ich, 5 Zonen, die auch beschildert waren. Von laut =5 bis still =1. Bibliothek, Ruheraum, Klassenzimmer, Flure usw. Es gab Projektunterricht, klassenübergreifend, fachübergreifend. Ja die Kinder konnten die Art und Weise der Präsentation des Gelernten auswählen. Die Lehrer achteten aber darauf, dass Kulturtechniken im Mindestmaß von jedem erlernt wurden. Es gab Wochenpläne, die jedes Kind erfüllen musste, aber die Freiheit wie und wann das passiert. Die Kinder wurden angeleitet, wie sie die Aufgaben schaffen können.

Die Kinder haben sich gegenseitig auf Ruhestörungen aufmerksam gemacht.

Ebenfalls gab es das Informationssystem mit Klammern, wo die Kinder selbständig ihren Aufenthaltsort anzeigen mussten. Auch hier haben sie sich gegenseitig auf Unterlassungen aufmerksam gemacht. Sie haben begriffen, dass sie Freiheiten genießen können, wenn sie Pflichten diszipliniert erfüllen.

Das hängt zusammen. Die Freiheit in der Schule hatte nix mit Laissez faire und Degradierung der Lehrer zu Aufsichtspersonen zu tun. Im Gegenteil! Ich habe an keiner "Regelschule", die ich kennenlernen durfte soviel Engagement, Kreativität, Empathie, Wertschätzung und gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten (Kinder, Eltern, Lehrer, Erzieher) durchgängig gesehen. Deshalb empfehle ich gute reformpädagogische Schulen mit einem heterogenen Grundkonzept für unsere besonderen Kinder.

In dem Interview ist mir die die Schwarz-Weiss-Malerei von Herrn Winterhoff in Bezug auf freies Lernen und alternative pädagogische Konzepte sauer aufgestoßen.

Es geht um Pflicht und Kür! Grenzen und Freiheiten. Er propagiert Entweder /Oder und negiert SOWOHL- als AUCH. Er nimmt plakative Beispiele, anhand der Erfahrungen mit seinen Patienten. Nur der gesamte Kontext fehlt.
Es sind immer konkrete Bedingungen und konkrete Menschen, die agieren. Es sind viele Faktoren, die Symptome erzeugen. Davon erfährt der Zuschauer aber nix.

Er betonte mehrmals, dass es keine Methodenkritik wäre, die er mache. Das läge ihm fern. Aber genau das tat er andauernd in diesem Gespräch. Nur die Namen der Methoden: offenes Lernen, offenes KITA-Konzept, von Reichen-Methode usw. werden im Gedächtnis der Zuschauer bleiben und zu pauschaler Ablehnung führen. Es sind aber immer Menschen, die eine Methode anwenden und das machen sie mehr oder minder gut. Werte und Menschenbild, welches Akteure in Gruppen haben, leitet ihr Tun, egal welcher Methoden sie sich bedienen. Methoden sind Mittel zur Erreichung von Zielen!

Die FUNKTION von (staatlicher) Schule ist die REPRODUKTION der bestehenden gesellschaftlichen VERHÄLTNISSE. Beim Nachdenken über diesen Sachverhalt, könnte man auf URSACHEN der beobachteten und kritisierten Zustände kommen. großes Grinsen

In Winterhoffs ersten Büchern waren einzelne ELTERNGRUPPEN die Bösen, manchmal sogar seine jungen Patienten, jetzt ist es der STAAT, die Politiker usw.
Hm, die Eltern und nicht der Staat kauft seine Bücher, oder?
Als die Verantwortung von Eltern angesprochen wurde, hat er ganz schnell umgeschwenkt zur Pflicht des Staates prekäre private Verhältnisse auszugleichen....

Wenn er auf den Pädagogik-Begriff angesprochen wird, ist er MEDIZINER. großes Grinsen Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Das Aufgreifen allgemeiner Unzufriedenheit und Systemkritik befördert m.E. nur den Bestand der unzulänglichen Zustände.

Er soll doch mal Beispiele aufzeigen. wie es geht und erklären, warum das so klappt. Es gibt durchaus gute Beispiele.

Staatliche REGELN werden das eben nicht positiv verändern. Jeder EINZELNE vor Ort muss Verantwortung übernehmen. Das ist anstrengend und verlangt die Einigung auf gemeinsame Ziele.

Das haben die Laborschulkinder verstanden. Sie haben Verantwortung füreinander übernommen. Deshalb ist es in dieser Schule so entspannt und ruhig gewesen und "artgerechtes" LERNEN war möglich. großes Grinsen

LG
Kati



Geschrieben von rennmaus am 07.06.2019 um 16:02:

 

Zitat:
Original von Kati




In dem Interview ist mir die die Schwarz-Weiss-Malerei von Herrn Winterhoff in Bezug auf freies Lernen und alternative pädagogische Konzepte sauer aufgestoßen.

Es sind immer konkrete Bedingungen und konkrete Menschen, die agieren. Es sind viele Faktoren, die Symptome erzeugen. Davon erfährt der Zuschauer aber nix.

Er betonte mehrmals, dass es keine Methodenkritik wäre, die er mache. Das läge ihm fern. Aber genau das tat er andauernd in diesem Gespräch. Nur die Namen der Methoden: offenes Lernen, offenes KITA-Konzept, von Reichen-Methode usw. werden im Gedächtnis der Zuschauer bleiben und zu pauschaler Ablehnung führen.
Als die Verantwortung von Eltern angesprochen wurde, hat er ganz schnell umgeschwenkt zur Pflicht des Staates prekäre private Verhältnisse auszugleichen....

Wenn er auf den Pädagogik-Begriff angesprochen wird, ist er MEDIZINER. großes Grinsen Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.



Daumen PT lernt in einer absolut konservativen Grundschule nach dem Gleichschrittprinzip und vieles wird rot angestrichen. Herr Winterhoff wäre begeistert. Ein Glück, dass sie zu hause zwei Nachhilfelehrer sitzen hat.

Schreiben nach Gehör ist das, was jedes Kind tut, weil die erste deutsche Rechtschreibregel nun einmal darin besteht, dass jedem Phonem (Lautklang) ein Graphem (Buchstabe) zugeordnet wird. keiner wollte jemals dass Kinder in den ersten zwei Jahren keine weitere Rechtschreibregel mehr lernen, das stand auch nie in irgendeinem Lehrplan, es wurde aber von einigen Grundschullehrern so praktiziert, weil ihnen anderes zu viel Arbeit war...

Die Liste ließe sich ewig fortsetzen... entscheidend ist immer nur, was die Person im Klassenzimmer mit den Schülerinnen macht. Und das ist oft Spiegel der Ideen, die in einer Gesellschaft über Erziehung gerade modern sind....



Geschrieben von pustekuchen am 08.06.2019 um 12:45:

 

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