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Geschrieben von Andreja am 02.05.2019 um 19:53:

  Elternschule

Auf Amazon Prime kann man den Film jetzt ausleihen.
Er wurde doch so heiß diskutiert.
Mir tut es ein bisschen leid, dafür Geld zu zahlen, aber ich will ihn so gerne komplett sehen...



Geschrieben von Yayasister am 02.05.2019 um 19:59:

 

Wir haben ihn gekauft, ich wollte ihn auch in Ruhe sehen. Bin allerdings noch nicht dazu gekommen. Klar ist der Film teuer, aber zwei Kinokarten kosten auch Geld.



Geschrieben von Multimum am 02.05.2019 um 20:34:

 

Hab ihn auch. Bin gespannt



Geschrieben von Andreja am 02.05.2019 um 20:37:

 

Hab jetzt 26 Minuten geguckt und weiß noch nicht, worüber sich alle so aufregen.
Vielleicht kommt's ja noch, aber bisher habe ich nur liebevolle aber schwache und unfähige Eltern gesehen und auf die fehlende Sicherheit der Eltern mit Verrücktheiten reagierende Kinder.



Geschrieben von Lexa am 02.05.2019 um 22:52:

 

Sagt mal Bescheid ob es sich lohnt ihn bei Prime zu leihen, sehen möchte ich ihn ja eigentlich auch gern...



Geschrieben von rennmaus am 03.05.2019 um 10:52:

 

@Andreja, mir (und meinem kompletten Team) ging es auch nach dem Film so.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 04.05.2019 um 09:20:

 

Ich habe ihn mir auch angeschaut und muss sagen ... auch ich habe mir den Film (noch) schlimmer vorgestellt.
Das Grundgefühl nach dem Film war nicht so entsetzt und negativ, wie ich dachte.

ABER dennoch sind natürlich viele Dinge, die die dort machen, ausgesprochener Mist.
Die Klinikleitung scheint es tatsächlich gut zu meinen und man ist von den eigenen Theorien überzeugt (tatsächlich fand ich sogar einige gute Ansätze dabei).
Trotzdem ist mir schleierhaft, wie die gesamte Bindungstheorie an den Ärzten vorbei gehen konnte.
Wie die Kleinstkinder in die Mäuseburg verfrachtet wurden, und wie man sie hat schreien lassen, fand ich entsetzlich. Die Krankenschwestern sitzen daneben mit versteinerten Mienen und gehen in keinster Weise auf den (Trennungs)Schmerz der Kinder ein.

Die Bindungstheorie geht davon aus, dass Babys und Kleinkinder, wenn sie sich unsicher fühlen, Angst haben usw. sich weinend an die Eltern wenden, um dort Schutz und Trost zu finden. Fühlt sich das Kind unwohl oder hat Angst, wird sein Bindungssystem aktiviert. Es wendet sich in seinem inneren Streßzustand an seine engste Bezugsperson und kann sich dort (meist im direkten Körperkontakt) schnell beruhigen.
Die Klinik geht davon aus, dass schreiende Babys oder Kleinkinder perfekte Manipulatoren sind, die mit ihrem Weinen und Schreien die Eltern "erziehen". Dies "können" laut Klinikleitung schon Säuglinge von drei Monaten. verwirrt verwirrt verwirrt
Haben die wirklich noch nie was von Bowlby & Co gehört?

So ist es für mich ein absolutes NoGo die Kleinstkinder ohne ordentliche Eingewöhnung und ohne eine Ersatzbindungsperson in dier Mäuseburg schreien zu lassen.
Dass die Krankenschwestern dabei wie versteinert und ohne Mimik daneben sitzen, während die Kinder außer sich sind vor Panik und Angst, fand ich doch grenzwertig.

Selbst wenn der Ansatz gut gemeint ist (Eltern sollen lernen, wieder die Führung zu übernehmen) ist der Weg der Umsetzung - vor allem im Umgang mit Kleinkindern - der Falsche.
Man versucht, im Hauruckverfahren, Kindern beizubringen, dass der Erwachsene den Alltag lenkt. Dieses Hauruckverfahren geht aber auf Kosten der Bindungsbeziehung zwischen Eltern und Kind.

Würde man die Kinder ordentlich in der Mäuseburg eingewöhnen, wie es in einer guten Kita der Fall ist, mit zugewandten und feinfühligen Erzieherinnen als Ersatzbindungsperson, so hätte es gelingen können, den Kindern die Fähigkeit zur Ablösung von der Mutter "beizubringen".
Aber Feinfühligkeit scheint generell nicht das zu sein, was die Klinik anstrebt. Warum eigentlich nicht? Warum gelingt es nicht, Eltern beizubringen, dass sie sowohl zugewandt und feinfühlig, als auch klar und das Kind sicher führend und lenkend sein können?

Auch hat mich gestört, dass scheinbar ein und dieselbe Theorie auf jedes Kind gleichermaßen angewandt wird. Zumindest kam das im Film so rüber. Inwieweit überhaupt ordentlich diagnostiziert wurde, kommt nicht klar rüber.

Den Klinikleiter, der auch die Seminare für die Eltern leitet, fand ich dabei gar nicht so unsympathisch. Er wirkt auch den Kindern gegenüber durchaus zugewandt.
Sympathisch war seine Aussage, ziemlich am Ende, dass es kein Kind gibt, das "hört", und dass es normal sei, dass Kinder immer wieder ihre Grenzen austesten. "Ein Kind, das nie etwas anstellt, gibt es nicht. Und wäre es so, dann müsste man sich ernsthaft Gedanken machen".

Sehr unsympathisch fand ich aber den untersuchenden Arzt. Es hatte den Anschein, als würde er die Kinder, die auf seiner Liege liegend nach den Müttern weinen, auslachen. Da kam so gar keine Empathie und keinerlei Feinfühligkeit im Umgang mit den Kindern rüber.
Dass Kinder diese Untersuchungen über sich ergehen lassen sollen ... dass eine wildfremde Person sie anfasst - die Mutter muss einige Meter weit weg auf dem Stuhl sitzen - finde ich auch ein Unding.
Hier wird die Würde der Kinder nicht respektiert. Auch diese Situation torpediert die sichere Bindung.

Schade fand ich, dass wenig über den Umgang mit den verhaltensauffälligen älteren Kindern gezeigt wurde. Der Therapieansatz für die Größeren hätte mich durchaus interessiert.
Die beiden blonden Mädchen (die ältere Schwester war sehr verhaltensauffällig) sahen nach FAS-Kindern aus.
Kleinstkinder finde ich in der Klinik nach wie vor nicht gut aufgehoben. Niemals würde ich mit meinen Kindern dort hingehen.
Bei den meisten Kindern habe ich mich gefragt, warum man überhaupt eine Klinik aufsucht. Zum Beispiel das Flüchtlingsmädchen, das nur Pommes und Chicken Nuggets essen und Milch trinken wollte. Hätte man dem Kind noch 1-2 Jahre Zeit gegeben, hätte es vermutlich irgendwann von allein mehr/normal gegessen. Da fragt man sich schon, warum ein Kind eine solche Prozedur über sich ergehen lassen muss.

Unterm Strich würde ich sagen, dass der Ansatz der Klinik durchaus gut sein könnte, die Umsetzung finde ich aber nach wie vor katastrophal - zumindest für die Babys und Kleinkinder.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 04.05.2019 um 09:43:

 

EDIT:
Der Grundtenor der Klinik ist, dass Kinder lernen sollen, sich selbst zu regulieren und sich von der Mutter zu trennen (auch schon Säuglinge!).
Man erreicht dadurch, dass die Kinder eine unsicher vermeidende Bindung zu ihren Eltern eingehen. Unsicher vermeidend gebundene Kinder sind "gut funktionierende Kinder".
An und für sich ist das noch nichts ganz Schlechtes, gilt doch auch die unsicher vermeidende Bindung als Normvariante einer normalen (noch nicht pathologischen) Bindung. Der Vorteil für die Kinder ist, dass sie (früher) selbständig(er) sind. Der Nachteil ist, dass sie später im Leben psychisch labiler sind, und dazu neigen, Probleme alleine für sich zu lösen. Sie können in Streßsituationen nicht um Hilfe bitten und neigen eher zu psychischen Störungen als bindungssichere Kinder.

Die Frage ist, was man als Eltern erreichen möchte. Darüber werden die verunsicherten Eltern aus dem Film nicht aufgeklärt.
Mir persönlich ist und war die sichere Bindung des Kindes wichtiger, und dafür bin ich gerne in den ersten Jahren mehrmals pro Nacht aufgestanden, um eine Milch zu machen oder um zu trösten und wieder in den Schlaf zu singen.
DAS muss jeder für sich entscheiden, welches Ziel er mit seiner Erziehung verfolgt. Die Eltern im Film haben die Wahl nicht (mehr), weil sie dazu gedrängt werden, sich aus der Bindungsbeziehung zu ihren Kindern zurück zu ziehen. Sie werden durch Fremde ersetzt.



Geschrieben von Bibichanoum am 04.05.2019 um 22:15:

 

Ich hab den Film eben gesehen und stimme Dir zu.

Wenn man sauber arbeitet, hätten die eine Anbahnung nach Berliner Modell etc. mit der Bezugsschwester machen müssen, aber dafür fehlt denen natürlich die Zeit, weil die 4 Wochen haben die ja nicht dafür, bevor die eigentliche Therapie losgeht.

Auch war nicht klar, ob die LMs auch eine eigene Bezugsschwester haben und wie viele Elterngespräche / Einzelsitzungen es wirklich für sie gab.

Auch wäre es wichtig, dass es im Anschluss an die Klinik auf jeden Fall eine gute Therapie für die Eltern und die Kinder gibt, damit die Eltern sicherer im Umgang mit den Kindern werden und die Kinder mehr Selbstbewusstsein erlangen.

Ich fand die Kinder z. T. sehr depressiv, und da hätte ich gerne mehr Ursachenforschung gehabt, was mit den LE los war und wie deren Kindheit erlebt worden ist.

Z. B. bei der Mazedonierin: die war 27 Jahre alt und hat damit als Kind den Jugoslawienkrieg mitbekommen, was genau, wissen wir nicht. Auch ist sie erst 2 Jahre in Deutschland, und Migration ist IMMER eine krisenhafte Situation in den ersten Jahren, bis die Person gut integriert ist.

Kinder sind oft Sympthomträger, wie man ja an dem kleinen Jungen mit der Magensonde ganz gut sehen konnte.



Geschrieben von Andreja am 04.05.2019 um 22:36:

 

Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten nur drei Kinder oder so begleitet, dafür aber mit Erläuterungen und chronologisch.
So musste ich häufig rätseln. Warum haben sie z.B. schweigend in dem Mattenraum gesessen? Das wirkte auf mich sehr eigenartig.
Die Fütterungssituation mit dem kleinen Mohammed fand ich jetzt persönlich nicht so dramatisch, aber dass er im Flur immer wieder an den Armen hochgezogen wurde, als er zu seiner Mama wollte, fand ich schlimm.

Bei der Trennungsgeschichte mutmaße ich, dass die Kinder dort schon mit ihren Müttern gespielt hatten und ihnen die Umgebung nicht fremd war. Der Arzt hatte ja gesagt, sie sollen mit ihren Kindern dort zum Spielen hingehen.

Zudem mutmaße ich, sie wollten dort den Eltern nahebringen, dass auch schon kleine Kinder recht gut ihre eigenen Bedürfnisse einschätzen können und man ihnen durchaus zutrauen kann, Dinge zu lösen und zu überleben.
Damit eben die Eltern KEIN schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht die ganze Nacht halbstündlich aufstehen wollen oder ihr Kind trinken lassen, ohne die in ihren Augen erforderliche Trinkmenge abzumessen.
Die Eltern waren ja durchweg überbemüht, überfürsorglich und dadurch wenig Halt gebend.



Geschrieben von rennmaus am 05.05.2019 um 09:10:

 

Als wir im Kino waren gab es ein Nachgespräch und auch kleine Handzettel. Die oben genannten Szenen wurden dabei auch angesprochen.

Laut den Filmemachern wurde kein Kind am tag nach dem Ankommen in der Kindergruppe abgegeben, ohne die Betreuerinnen dort zu kennen, sondern erst nach einer Woche, in denen sie bereits viel mit den Betreuerinnen in anderen Situationen zu tun hatten. Anders als in der Krippe sind die Kinder hier ja 90% des Tages "in der Einrichtung", so dass der Raum bekannt ist und es nicht ständig eine Unterbrechung des Kontakts wie bei der Krippeneingewöhnung gibt. Auch waren die Eltern angewiesen, in der ersten Woche bereits viel zeit mit den Kindern in diesem Raum zu verbringen.

Die Füttersituation wirkt im Film etwas unterkühlt, wäre aber vom Filmteam nie so empfunden worden. Die Erwachsenen hätten weniger als viele Eltern beim Essen mit den Kindern geredet, weil sie wollten, dass eben nicht der - oft überfrachtetet Dialog - im Mittelpunkt steht (Nun iss doch, mach doch endlich, bitte noch ein Bissen...), sondern das Kind selbst seinen Weg zum Essen findet. Das Filmteam hatte aber nie den Eindruck, dass ein liebloses oder unterkühltes Vollstopfen der Kinder stattfand.

Insgesamt finde ich, du Andreja hast es auf den punkt gebracht: Der Film ist einfach befremdlich, weil er irgendwelche Szenen zeigt, die für sich eigenartig wirken können. ich sehe es auch so, wahrscheinlich wäre es besser gewesen zwei oder drei Kindern intensiver mit dem Filmteam zu begleiten. ich hatte aber aufgrund der Äußerungen der Leitung und des Verhaltens der Schwestern nie das Gefühl, dass hier Sadisten am Werk waren, die Kinder brechen und Macht ausspielen wollen.



Geschrieben von Multimum am 06.05.2019 um 22:30:

 

Habe den Film gesehen und die ganze Zeit drauf gewartet wann denn Szenen kommen, die es zu kritisieren gibt.

Ich hab keine gefunden.


Alle Probleme von den absolut überforderten Eltern hausgemacht.


Der Film müsste Pflichtprogramm für werdende Eltern sein, damit sie es garnicht soweit kommen lassen.


Nicht die Therapeuten betreiben hier Kindesmisshandlung sondern ( unbewusst ) die Eltern.


Die Therapeuten versuchen was zu retten und den Eltern beizubringen, dass SIE das Sagen haben und nicht die Kinder.



Geschrieben von KUH-VADIS am 07.05.2019 um 08:28:

 

verwirrt verwirrt verwirrt verwirrt

wie sich die Ansichten doch ändern können, wenn man sich selbst ein Bild von der gesamten Situation gemacht hat


erst ist der Film und seine Macher ein absolutes "No-Go", alle sind entrüstet, Kindeswohlgefärdung der Klinik steht im Raum.......

und nun doch sooooo postitiv?


zeigt uns wieder einmal---erst die Fakten kennen DANN beurteilen nicht VORURTEILEN smile



Geschrieben von Chicken Joe am 07.05.2019 um 08:51:

 

Ich bin immer noch entrüstet.
Hab den Film „damals“ im Kino gesehen und finde, für traumatisierte Kinder sowie für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren sind die Methoden absolut ungeeignet.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 07.05.2019 um 09:09:

 

Zitat:
Original von Chicken Joe
Ich bin immer noch entrüstet.
Hab den Film „damals“ im Kino gesehen und finde, für traumatisierte Kinder sowie für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren sind die Methoden absolut ungeeignet.


Sehe ich genauso.
Schade, dass man den Umgang mit den älteren Kindern kaum gezeigt hat.

Bedenklich finde ich auch, dass man den Eltern lehrt, dass weinende/schreiende Kinder (auch und vor allem Babys und Kleinkinder) geborene Egoisten sind, die ihre Eltern manipulieren und "erziehen" wollen.
Da fehlt es an Wissen und Empathie für das Erleben der Allerkleinsten.
Und es wird den Eltern ein veraltetes Bild vom Kind gelehrt, das Stand der modernen Forschung überholt ist.

Dass ich nicht so entsetzt bin, wie erwartet, heißt nicht, dass ich mit dem, was dort in der Klinik gemacht wird, einverstanden bin und es gut heiße.
Ganz abgesehen davon, dass mir keines der gezeigten Kinder psychisch so massiv "gestört" erschien, dass eine solch "gewaltige" Prozedur nötig gewesen wäre.



Geschrieben von KUH-VADIS am 07.05.2019 um 09:17:

 

Zitat:
Original von KleinerKlabauter
Zitat:
Original von Chicken Joe
Ich bin immer noch entrüstet.
Hab den Film „damals“ im Kino gesehen und finde, für traumatisierte Kinder sowie für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren sind die Methoden absolut ungeeignet.


Sehe ich genauso.
Schade, dass man den Umgang mit den älteren Kindern kaum gezeigt hat.

Bedenklich finde ich auch, dass man den Eltern lehrt, dass weinende/schreiende Kinder (auch und vor allem Babys und Kleinkinder) geborene Egoisten sind, die ihre Eltern manipulieren und "erziehen" wollen.
Da fehlt es an Wissen und Empathie für das Erleben der Allerkleinsten.
Und es wird den Eltern ein veraltetes Bild vom Kind gelehrt, das Stand der modernen Forschung überholt ist.

Dass ich nicht so entsetzt bin, wie erwartet, heißt nicht, dass ich mit dem, was dort in der Klinik gemacht wird, einverstanden bin und es gut heiße.
Ganz abgesehen davon, dass mir keines der gezeigten Kinder psychisch so massiv "gestört" erschien, dass eine solch "gewaltige" Prozedur nötig gewesen wäre.


gibt es denn überhaupt Kinder, bei denen so eine "gewatige" Prozedur nötig ist?

Ich behaupte mal NEIN ---es gibt sicher Kinder, die schwer zu erziehen sind, weil sie es einfach nicht verstehen, aus Konsequenzen nicht lernen können.....

Aber mit Liebesentzug, alleine lassen, ins dunkle Zimmer sperren, nicht auf ihre Ängste eingehen.....kann ich keinem Kind helfen. Es wird nur noch mehr "kaputt" gemacht geschockt geschockt

Meine Meinung
--ohne den Film gesehen zu haben--und ich werde ihn auch nicht anschauen smile



Geschrieben von Multimum am 07.05.2019 um 09:28:

 

Kuh-Vadis : Ich zB hab meine Meinung nicht geändert.Ich fand 2018 schon die negativen Reaktionen darauf übertrieben.

Zitat:
Original von Chicken Joe
Ich bin immer noch entrüstet.
Hab den Film „damals“ im Kino gesehen und finde, für traumatisierte Kinder sowie für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren sind die Methoden absolut ungeeignet.



WAS genau ist ungeeignet?


Ich bin lediglich entrüstet darüber, dass Erwachsene ihre Kinder derart für ihr eigenes Ego missbrauchen, dass die Kinder deshalb später diese Therapie überhaupt brauchen.


Die Eltern hatten doch fast durchweg den Gedanken : Je mehr ich meinem Kind zulasse , desto bessere Eltern sind wir.

Zitat:
Bedenklich finde ich auch, dass man den Eltern lehrt, dass weinende/schreiende Kinder (auch und vor allem Babys und Kleinkinder) geborene Egoisten sind, die ihre Eltern manipulieren und "erziehen" wollen.


SO wurde das nicht gesagt. er sagte : Kinder werden als Egoisten geboren, was ÜBERLEBENSWICHTIG ist. Die Eltern müssen aber den richtigen Zeitpunkt finden, wann sie damit anfangen den Kindern beizubringen, dass sich nicht mehr alles um sie dreht.


Zitat:
Da fehlt es an Wissen und Empathie für das Erleben der Allerkleinsten.
Und es wird den Eltern ein veraltetes Bild vom Kind gelehrt, das Stand der modernen Forschung überholt ist.


Was ist denn veraltet? Dass ein Kind nachts durchschläft oder nicht mit Messern auf die Mutter wirft?


Zitat:
Ganz abgesehen davon, dass mir keines der gezeigten Kinder psychisch so massiv "gestört" erschien, dass eine solch "gewaltige" Prozedur nötig gewesen wäre.


Nicht ??


Bei einigen gings doch schlimmer nimmer.


Was war denn " gewaltige Prozedur " ?

Die Mutter die in 12 oder 13 Schreiambulanzen war....was hat es denn gebracht?

Was war das denn für eine Tortur fürs Kind, dass auf 12 versch Arten versucht wurde das Kind zum Schlafen zu kriegen.


Mir ist aufgefallen dass einige der gezeigten Kinder anfangs missmutig waren um am Ende fröhlich.

Praktisch erleichtert dass es jetzt Regeln gibt.


Das ganze Therapeutenteam fand ich gut aufeinander eingespielt und sehr kompetent.

Die Szene mit den 2 Kindern in dem Spielzimmer war doch genial durchdacht und hatte mega Erfolg. Besonders gut fand ich wie der Therapeut die einzelnen Schritte und Verhaltensveränderungen erklärt hat.

Auch sämtliche Erklärungen an der Tafel fand ich sehr gut.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 07.05.2019 um 09:30:

 

Es ging im Film gar nicht um "schwer erziehbare" Kinder. "Ältere" Kinder (von ca. 4-7 Jahren) mit Verhaltensauffälligkeiten wurden nur für Sekunden gezeigt.
Es werden ansonsten ausschließlich Babys und Kleinstkinder gefilmt. Ein einziger kleiner Junge war so stark eßgestört, dass er eine Magensonde brauchte (weil sein Leben wegen Unterernährung akut gefährdet war).
Ein anderer 2-jähriger hatte starke Neurodermitis.

Ein traumatisiertes Flüchtlingsmädchen (ca. 4 Jahre alt) aß nur wenige Lebensmittel und trank ansonsten viel Milch. Es war normalgewichtig und gesund.
Man bot dem Mädchen dreimal täglich eine Mahlzeit an, die es stets verweigerte. Nach 20 Minuten wurde abgeräumt, das Kind bekam dann bis zur nächsten Mahlzeit nichts mehr. Es hungerte über eine Woche lang, rührte das angebotene nicht an, verlor 1,5 kg.
Irgendwann, nachdem es sehr lange beharrlich gehungert hatte, begann es dann zu essen.
DAS fand ich auch eine "gewaltige Prozedur" und sollte und darf zuhause nicht nachgemacht werden, weil die tägliche medizinische Überwachung notwendig war, damit das Kind keinen körperlichen Schaden erleidet (vom seelischen ganz abgesehen).
Ich finde nicht, dass dieses Vorgehen bei diesem Mädchen notwendig war. Hätte man dem Kind noch etwas Zeit gegeben, hätte es irgendwann von alleine normal gegessen. Es war ja gesund und nicht untergewichtig gewesen, zu Beginn der "Therapie".



Geschrieben von Multimum am 07.05.2019 um 09:36:

 

Zitat:
gibt es denn überhaupt Kinder, bei denen so eine "gewatige" Prozedur nötig ist?

Ich behaupte mal NEIN ---es gibt sicher Kinder, die schwer zu erziehen sind, weil sie es einfach nicht verstehen, aus Konsequenzen nicht lernen können.....

Aber mit Liebesentzug, alleine lassen, ins dunkle Zimmer sperren, nicht auf ihre Ängste eingehen.....kann ich keinem Kind helfen. Es wird nur noch mehr "kaputt" gemacht geschockt geschockt

Meine Meinung
--ohne den Film gesehen zu haben--und ich werde ihn auch nicht anschauen smile


Wenn du den Film nicht gesehen hast kannst du ihn nicht bewerten.

Du fragst nach der Notwendigkeit der gewaltigen Prozedur....was meinst du ? was war gewaltig? Nur ein weinendes Kind im Zimmer zu sehen sagt doch über den Grund oder die Strategie nichts aus.

Die Kinder waren nicht schwer zu erziehen, denn sie wurden bisher nie ERzogen sondern nur VERzogen.

Noch mehr " kaputt" wie die Kinder waren geht fast nicht.

Uneinsichtige, unfähige Eltern mit eigenen psych Problemen.

Die Mutter heult weil ihr Kind nichts zu essen bekommt obwohl es gerade gekotzt hat.

Ich sperre meine Kinder auch täglich in dunkle Zimmer. -----> Gut Nacht...schlaft gut.

Und zwar ohne 4 Milchflaschen mit 5 Jahren.

Schau dir den Film an, dann lernst du den Unterschied zwischen Angst / Not und Strategie....es wird wunderbar erklärt.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 07.05.2019 um 09:38:

 

Zitat:
Original von Multimum




Mir ist aufgefallen dass einige der gezeigten Kinder anfangs missmutig waren um am Ende fröhlich.

Praktisch erleichtert dass es jetzt Regeln gibt.




Na, das war natürlich von den Filmemachern so gewollt. Es wurden ja nur Momente von vielen eingefangen für den Film. Sicher gab es auch vor der Therapie fröhliche Gesichter und danach auch noch missmutige.
Zumindest während der Prozedur wirkten die Kinder sehr verzweifelt und unglücklich.
Am schlimmsten fand ich die Szenen in der "Mäuseburg".


Die Meinungen über den Film und über das Vorgehen der Klinik werden immer auseinander gehen - auch unter Fachleuten (Ärzten, Psychologen, Pädagogen, SAs).

Und die Frage ist ja auch, was man mittels Erziehung erreichen möchte.
Halte ich mich an die "Elternschule" der Klinik, so ziehe ich mir damit (im besten Fall) angepasste, gut funktionierte aber unsicher gebundene Kinder heran, die lernen, ihre Bedürfnisse, Ängste und Nöte zu unterdrücken, um für die Eltern bequem und funktional zu sein.

Es gibt doch in der Erziehung nicht nur Schwarz und Weiß. Zwischen "Dressur" und "Verwöhnung" findet man noch viele Grautöne. Und die für Kinder bekömmlichste Erziehung liegt sicher irgendwo zwischen den beiden Extremen.



Geschrieben von Multimum am 07.05.2019 um 09:48:

 

Zitat:
Original von KleinerKlabauter

Halte ich mich an die "Elternschule" der Klinik, so ziehe ich mir damit (im besten Fall) angepasste, gut funktionierte aber unsicher gebundene Kinder heran, die lernen, ihre Bedürfnisse, Ängste und Nöte zu unterdrücken, um für die Eltern bequem und funktional zu sein.




Wie kommst du denn auf sowas ??

Noch verkehrter kann man das nicht interpretieren.

Funktioniert ein Kind was sein Essen nicht absichtlich auskotzt, nicht mit Gegenständen nach Eltern wirft oder nachts durchschläft.

Welche Bedürfnisse, Ängste und Nöte werden denn dabei unterdrückt?

Das krankhafte Kontrollverhalten ?

Wieso sollten die Kinder denn unsicher gebunden sein ? Es gab doch die Snoozel und Ruheräume wo auch gekuschelt wurde, viele gemeinsame Aktivitäten.



Geschrieben von KUH-VADIS am 07.05.2019 um 09:54:

 

Zitat:
Original von Multimum
Zitat:
gibt es denn überhaupt Kinder, bei denen so eine "gewatige" Prozedur nötig ist?

Ich behaupte mal NEIN ---es gibt sicher Kinder, die schwer zu erziehen sind, weil sie es einfach nicht verstehen, aus Konsequenzen nicht lernen können.....

Aber mit Liebesentzug, alleine lassen, ins dunkle Zimmer sperren, nicht auf ihre Ängste eingehen.....kann ich keinem Kind helfen. Es wird nur noch mehr "kaputt" gemacht geschockt geschockt

Meine Meinung
--ohne den Film gesehen zu haben--und ich werde ihn auch nicht anschauen smile


Wenn du den Film nicht gesehen hast kannst du ihn nicht bewerten.

Du fragst nach der Notwendigkeit der gewaltigen Prozedur....was meinst du ? was war gewaltig? Nur ein weinendes Kind im Zimmer zu sehen sagt doch über den Grund oder die Strategie nichts aus.

Die Kinder waren nicht schwer zu erziehen, denn sie wurden bisher nie ERzogen sondern nur VERzogen.

Noch mehr " kaputt" wie die Kinder waren geht fast nicht.

Uneinsichtige, unfähige Eltern mit eigenen psych Problemen.

Die Mutter heult weil ihr Kind nichts zu essen bekommt obwohl es gerade gekotzt hat.

Ich sperre meine Kinder auch täglich in dunkle Zimmer. -----> Gut Nacht...schlaft gut.

Und zwar ohne 4 Milchflaschen mit 5 Jahren.

Schau dir den Film an, dann lernst du den Unterschied zwischen Angst / Not und Strategie....es wird wunderbar erklärt.


Multimum
meine Antwort bezog sich auch nur auf die Aussage von KleinerKlabauter---und auf die Aussagen was alles im Film gezeigt wird

du sperrst deine Kinder sicherlich nicht ins dunkle Zimmer großes Grinsen großes Grinsen
und gute nacht--schlaf gut... sag ich auch oft zu meinen Zwergen
wenn es dann noch "Geschrei" aus dem Zimmer gibt, bin ich tatsächlich aber auch die PM die zu Beginn öfter wieder reingeht, beruhigt und wieder geht. Nach mehrmaligem Rufen antworte ich nur von außen und das Kind fühlt sich nicht alleine. Es klappt IMMER, ein Kind braucht mal länger, eines weniger lang smile )

und nein-Milchflaschen bekommt bei mir auch kein 5 jähiges mehr smile



Geschrieben von KleinerKlabauter am 07.05.2019 um 10:13:

 

Zitat:
Original von Multimum
Zitat:
Original von KleinerKlabauter

Halte ich mich an die "Elternschule" der Klinik, so ziehe ich mir damit (im besten Fall) angepasste, gut funktionierte aber unsicher gebundene Kinder heran, die lernen, ihre Bedürfnisse, Ängste und Nöte zu unterdrücken, um für die Eltern bequem und funktional zu sein.




Wie kommst du denn auf sowas ??

Noch verkehrter kann man das nicht interpretieren.

Funktioniert ein Kind was sein Essen nicht absichtlich auskotzt, nicht mit Gegenständen nach Eltern wirft oder nachts durchschläft.

Welche Bedürfnisse, Ängste und Nöte werden denn dabei unterdrückt?

Das krankhafte Kontrollverhalten ?

Wieso sollten die Kinder denn unsicher gebunden sein ? Es gab doch die Snoozel und Ruheräume wo auch gekuschelt wurde, viele gemeinsame Aktivitäten.


In den Snoozelräumen wird "gekuschelt nach Plan", und nicht nach Bedürfnis der Kleinstkinder.
Wir wissen doch aber heute aus der Bindungspsychologie, dass das (klein)kindliche Bedürfnis nach Nähe durch Aktivierung des Bindungssystems entsteht. Ein Kind fühlt sich unsicher, ängstlich oder anderweitig verunsichert, und sucht die Nähe seiner Bezugsperson. Dort findet es zur Ruhe, sein Stress wird unmittelbar reduziert (bei sicher gebundenen Kindern und verlässlichen Erwachsenen), und es kann sich danach wieder lösen und explorieren.
Welchen Sinn macht es da, wenn man Kindern Kuscheln nach dem Zeitplan der Erwachsenen verordnet, und sie in dem Moment, wo das Bindungssystem aktiviert wird, alleine schreien lässt?
Das Kind lernt daraus doch nur, dass es mit seinen Ängsten und Nöten allein gelassen wird.

Natürlich ist es toll, wenn ein Schreibaby nicht mehr schreit. Die Frage ist doch aber, warum es nicht mehr schreit. Hat es tatsächlich im Säuglingsalter schon gelernt, sich alleine zu regulieren? Oder hat es aufgegeben, seinen Stress mitzuteilen, weil es gelernt hat, dass niemand darauf reagiert, ... dass es mit seinen Nöten allein gelassen wird?
Letzteres führt zu unsicher vermeidend gebundenen Kindern!

Gerade für Babys ist doch dieses Feingefühl notwendig und überlebenswichtig. Sie sollten doch erleben dürfen, dass ihr Weinen wichtig ist, dass sie selbst wichtig sind, und dass ein Erwachsener prompt reagiert und hilft. Sonst entstehen beim Baby ganz schnell Todesängste. Denn ohne einen verlässlichen Erwachsenen, der sich den Nöten des Babys annimmmt, kann es nicht überleben.



Geschrieben von Multimum am 07.05.2019 um 10:18:

 

Ich hab im Film kein Baby gesehen was schreien gelassen wurde.



Geschrieben von KleinerKlabauter am 07.05.2019 um 10:22:

 

Zitat:
Original von Multimum
Ich hab im Film kein Baby gesehen was schreien gelassen wurde.


Natürlich nicht! Das wurde so natürlich nicht gefilmt. Aber du glaubst doch wohl selbst nicht, dass ein Säugling, der mit 14 Schreistunden täglich in die Klinik kommt, durch Ignorieren seitens der Bindungsperson urplötzlich nicht mehr schreit!

Ansonsten hörte man im Film doch ständig schreiende Kinder im Hintergrund.


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