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Geschrieben von Yayasister am 28.04.2019 um 18:56:

  Eben in den Nachrichten

Kam eben in den Nachrichten:

Es gibt zu wenig Pflegefamilien....

Als Grund wurde die Verknappung des Wohnraumes genannt.



Geschrieben von Tusnelda am 28.04.2019 um 19:09:

 

Ja ne,is klar...wenn der Bauer nicht schwimmen kann,liegt's an der Badehose Zerknirscht



Geschrieben von Bibichanoum am 28.04.2019 um 19:41:

 

... aber auch, das beide PartnerInnen arbeiten müssen, was ja angesichts der hohen Mieten ja niemand verwundern dürfte .

Wenn PE Elterngeldberechtigt wären, und die Länge am Bedarf des PK orientiert (wobei ich bei LK 1 Jahr auch für einen bösen Witz halte) sähe es sicherlich anders aus.



Geschrieben von MaJas am 28.04.2019 um 19:48:

 

Also ich denke schon, dass es auch ein Grund ist.
Will man Kinder braucht man mehr Wohnraum und den gibt es hier in der nahen Großstadt einfach nicht. Im Landkreis der ländlich geprägt ist schon und dort gibt es auch mehr Pflegeeltern als gebraucht werden. Ich rate hier immer zum fremdbewerben in der Stadt.
Meine Bereitschaftskinder die in den letzten 3 Jahren in Dp vermittelt wurden, wohnen alle weiter weg. In der Stadt wurde niemand gefunden.



Geschrieben von pepita am 28.04.2019 um 20:41:

 

Ja, es ist wirklich so: Auf dem Land warten PE ewig, bevor sie (vielleicht) irgendwann belegt werden, und in der Stadt weiß man nicht wohin mit den vielen Kindern. Leider wollen viele PE aus ländlichen Gegenden die langen Fahrten für Besuchskontakte in der Stadt nicht in Kauf nehmen.



Geschrieben von Sterntaler am 28.04.2019 um 22:49:

 

Zitat:
Original von pepita
Leider wollen viele PE aus ländlichen Gegenden die langen Fahrten für Besuchskontakte in der Stadt nicht in Kauf nehmen.


Das kann ich halbwegs bestätigen. Wir wohnen schon ziemlich ländlich und mussten damals über ein Jahr auf „den Anruf“ warten. Gleichzeitig habe ich hier im Forum immer wieder lesen müssen das doch so dringend Pflegeeltern gesucht würden... Für mich in dem Moment nicht nachvollziehbar.
Letztendlich mussten wir für die Anbahnung je eine Stunde Auto fahren in Kauf nehmen. Das wäre nicht so schlimm, wenn man das ja nicht auch noch (zumindest am Anfang) alles mit der Arbeit vereinbaren muss. Es war für mich eine echt anstrengende Zeit. Und ich hatte das Glück eine sehr nette und verständnisvolle Chefin sowie Arbeitskolleginnen zu haben. Das ist keinesfalls selbstverständlich.
Ich denke zukünftig müssen werdende Pflegeeltern in Sachen Anbahnung etwas mehr unterstützt werden (zb die Elternzeit schneller einleiten oder eine Freistellung beim Arbeitgeber bekommen). Zudem sollten sich die Jugendämter und so besser untereinander vernetzen, bzw einheitlich Verfahren (was zb Seminar und „Ausbildung“ zu Pflegeeltern betrifft sowie die Gelder und sowas). Ich denke hier gibt es noch einiges das überdacht werden sollte.

Gruß, Sterntaler



Geschrieben von Ponykutscher am 28.04.2019 um 23:43:

  Eben in den Nachrichten

Was mir aber auch aufgefallen ist, das fast auf jedem Sender und in immer mehr Filmen und auch Serien sehr oft Pflegekinder irgendwie drin mit vorkommen .

Manchmal zwar nur das sie als Kinder ihre (SCHLECHTE) Jugend dort verbracht haben,(mal mehr recht wie schlecht in der Behandlung LEIDER )

manchmal aber auch das sie adoptiert worden sind ,und nun ihre Wurzeln suchen
weil es ihnen nie gesagt wurde oder erst recht spät (und nicht nur in alten DDR)

Aber heute habe ich das erste mal in einer Werbepause einen SPOT bewusst gesehen der gegen Alkohol bei einer Hochschwangeren Schäden machen soll!!!

Kommt wohl alles ein wenig spät wenn man bedenkt wie viele Kinder LEIDER
da schon bis jetzt ihr FAS weg haben, und dadurch oft in PF leben müssen.

Ich wollte damit nur mal irgendwie ausdrücken das es fast traurig ist das man jetzt in unserem Lande sogar schon in den Nachrichten drum bitten muss und nach PF gesucht werden muss oder wird .

Das es aber so viele Projekte gibt die sich selber finanzieren oder nur durch Spenden dieses müssen .Das es nicht dafür mehr Unterstützungen vom Staat her gibt . Mehr Aufklärungen in und für alle Bereiche wo es um Kinder geht.

Wo und welche Kinder haben den überhaupt noch eine vernünftige Lobby ???



Geschrieben von Traumschaf am 29.04.2019 um 09:20:

 

Unsere zwei zuständigen Jugendämter suchen seit Jahren händeringend nach Pflegeeltern. Die Geschichte hat also schon einen seeehhhr langen Bart.

Die Verknappung des Wohnraumes hat m.E. damit überhaupt nichts zu tun. Es gibt mind. 10 viel schlagkräftigere Gründe, warum sich keine neuen Pflegeeltern finden.

Wir wohnen hier am Land. Große Häuser mit vielen Zimmern, wenig Kinder. Teilweise bauen sich hier die 60jährigen neue, große Häuser (frage mich tatsächlich, wer auf diese Idee kommt. Bei uns braucht man wirklich für fast jeden Pieps ein Auto. Wenn man da nicht mehr mobil ist....)

Ich würde mal sagen, wir sind hier bei uns am Dorf ein echt "positives" Beispiel für eine Pflegefamilie. Und wer so mag, auch für eine PF, die halt nur EIN Pflegekind hat (bei zwei oder drei PK muss man sich als PF ja schon anhören, man täte es wegen des Geldes....). Ich meine jetzt nicht, wie toll wir das alles machen und wie wohlgeraten alles ist, sondern eher, wie NORMAL alles mit einem PK auch sein kann (das drumherum mit Jugendamt, BK usw. bekommen die Meisten ja nicht mit).

Trotzdem: keiner interessiert sich wirklich für das Thema. In unserem Umfeld sind doch etliche Paare mit nur einem sehnlichst gewünschten Wunschkind (für das zig KiWu-Behandlungen unternommen wurden). Beim zweiten klappte es nicht oder Fehlgeburten o.ä. Trotzdem: die Überlegung, einem Kind, welches nicht sein eigenes ist, eine Chance im Leben zu geben, in dem man ihm eine Familie, ein Zuhause, Zuwendung und Liebe gibt, die möchten die meisten wohl doch irgendwie nicht anstellen.

Ich versuche nicht, andere Eltern dazu zu überreden, Pflegeeltern zu werden. Ich werfe höchstens mal die Überlegung in den Raum. Man muss schon dahinter stehen, hinter dem, was ein Pflegeeltern-Dasein bedeutet. Wir lieben unseren PS wirklich wie unser eigenes Kind (die Diskussion gibt es hier ja oft). Aber trotzdem wissen wir, wie wichtig es ist, dass er seine leibl. Eltern sieht, mit ihnen Zeit verbringt, können sie wertschätzen bzw. akzeptieren und empfinden sie nicht als "Störenfriede" (auch wenn es schon zuweilen nervt, gerade bei so häufigen BK wie bei uns. Aber nur weil etwas nervt heißt es ja nicht, dass man es gleiche eliminieren möchte).
Wenn man keine solche Einstellung haben kann und wenn man dann vielleicht noch ein PK mit einem "Rucksack" bekommt/hat, dann kann das alles nur schief gehen.

Ich sehe hier die großen Häuser, sehe, dass Eltern sich eigentlich mehr Kinder gewünscht hätten, sehe aber auch, dass sie ihre nun mühsam erarbeitete "Idylle" nicht in Gefahr bringen wollen...



Geschrieben von Murmel am 29.04.2019 um 09:47:

 

Wir haben auch Freunde die sich sehnlichst Kinder wünschen, aber genau wie bei uns nach langer Kinderwunschbehandlung die Hoffnung auf leibliche Kinder aufgegeben haben.
Sie würde sofort ein Pflegekind aufnehmen, er wiederum kann sich gar nicht vorstellen ein „fremdes Kind“ großzuziehen mit dem Jugendamt „im Nacken“.
Deshalb haben sie sich nur über ADO informiert...aber in ihrer Stadt gab es seit 5 Jahren kein einziges Kind dass zur ADO freigegeben wurde.
So sitzen sie nun unglücklich in ihrem 150qm Haus mit 2 Gästezimmern und großem Garten.
Nichtmal zu einem Info-Abend des JA will er....
Ich glaube dass der Faktor „nicht mein Kind“ bei vielen ein Grund ist...leider!



Geschrieben von Multimum am 29.04.2019 um 10:19:

 

Zitat:
Original von Traumschaf


Trotzdem: keiner interessiert sich wirklich für das Thema. In unserem Umfeld sind doch etliche Paare mit nur einem sehnlichst gewünschten Wunschkind (für das zig KiWu-Behandlungen unternommen wurden). Beim zweiten klappte es nicht oder Fehlgeburten o.ä. Trotzdem: die Überlegung, einem Kind, welches nicht sein eigenes ist, eine Chance im Leben zu geben, in dem man ihm eine Familie, ein Zuhause, Zuwendung und Liebe gibt, die möchten die meisten wohl doch irgendwie nicht anstellen.




Ist bei uns genauso.

Ein PK ist halt kein LK.

Im Bekanntenkreis wurden in letzter Zeit viele Babies geboren.

Da ist man entzückt, dass das Kind die Haare der Mutter, die Augen des Vaters, die Ähnlichkeit mit Geschwistern hat.

Ein Junge ist sanft wie die Mutter ein Mädchen teilt die Vorlieben des Vaters, Geschwister haben den gleichen Charakter.

Das alles sind Dinge, die ein PK unmöglich haben kann.

Dazu kommt noch, dass in unserem Dorf sämtliche ADO Eltern " Pech " mit ihren ADO Kindern haben.

Ein Mädchen wurde mit 14 schwanger, hat sich nicht um das Baby gekümmert, wollte raus aus der Familie.

Zwillinge...beide im Knast

Ein angeblich " gesundes " Kind ist gehörlos und geistig behindert.


Ein Junge zeugte mit 16 das 1. Kind und hat mittlerweile 5 von 4 Frauen.Lehre abgebrochen. Schon 2x im Knast gewesen


In Kindergarten und Grundschule gibts etliche PK. Fast ALLE machen Probleme.

Das spricht sich rum im Dorf.

Ab und zu werde ich angesprochen, warum ich mir das antue " Assi Kinder " groß zu ziehen.

Wenn ich Leute anspreche ob sie nicht PE werden wollen ( unser JA sucht auch ständig PE ) , dann winken sie meist ab :

Um Gotteswillen, das käm nicht in Frage.

Das würde ich meinem LK nicht antun.

Das würde die Familie nicht mitmachen.

Ich hätte angst dass meine Ehe das nicht aushält.

PK haben schlechte Gene.

usw usw


Die die wirklich Interesse haben, haben klare Vorstellungen:

Mädchen, nicht über 1,5 Jahre alt , blond.


Junge, höchstens 2 Jahre alt, ohne Defizite.

Kein dunkelhäutiges Kind, keins aus Alkohol oder Drogenfamilie, keins was 8 Geschwister hat ,

möglichst ohne BK.

BRSPF kommt schon garnicht in Frage.



Dann gibts welche mit Interesse, denen aber der " Lohn " zu gering ist



Geschrieben von Gänseblümchen am 29.04.2019 um 10:32:

 

Meine Beiden werden ständig für unsere LK gehalten. Ähnliche Haarfarbe ( zumindest als ich noch nicht die Natursträhnchen in Silber hatte), ähnliche Vorlieben und die Große und ich röcheln gemeinschaftlich wegen des Heuschnupfens. Heute morgen saßen mein Mann und der Kleine über eine Zeitung gebeugt und haben sich die zusammen angesehen. Auch da war eine Ähnlichkeit nicht zu leugnen großes Grinsen



Geschrieben von Ponykutscher am 29.04.2019 um 10:44:

  Eben in den Nachrichten

Leider ist es aber auch nach fast 30 Jahren Mauerfall immer noch ein Unterschied im Denken der Menschen zwischen Land und Stadt und auch Ost und West

Beispiel dazu :::: als wir vor guten 20 Jahren hier ins östliche Umland von der Westlichen Großstadt gezogen sind waren es 430 Einwohner damals heute 240

zu der Größe der Häuser oder des Wohnraumes und den Kinderanzahlen kann ich Traumschaf nur bestätigen (60 % fast alles nur ausgewanderte Rentner PAARE)

Wir zogen mit einem LK und einem Jugendlichen PK . (PKer hier völlig unbekannt )

Unsere beiden schlossen damals schnell Freundschaften in ihrer Altersstufe .
Und die zwei Familien wo unsere 2 fast regelmäßig verkehrten wurden nach nur knappen zwei Jahren und vielen Gesprächen dann auch gute und recht große PF .
Auf einem Dorffest konnten wir dann noch einmal zwei weitere Familien gewinnen wo die LK schon außer Haus waren und in die Stadt abgewandert sind

LEIDER ist die eine Ehe durch Überforderung mit oder durch die PK zerbrochen

und nochmal (Leider) hat es eine davon sehr übertrieben und uns anderen PF in einen recht schlechten Ruf im gesamten Dorfbereich dadurch gebracht,,,

Diese andere PF wurde dann mit vielen schwierigen PK belegt,,, (und damals für uns total unverständlich sogar ES ) (ES Leitung = PM war --n u r --zu DDR Zeiten Köchin in der Kita und für die Schulküche Schulspeisung des Dorfes )

Durch den freien Träger zu dem sie gewechselt haben ( weil das JA sie nicht mehr belegte, wegen zu vielen Beschwerden und Schäden im Dorfe durch die DPK ) konnten sie sich aber dann doch alle drei Häuser noch vorher sanieren.

Der schlechte Ruf über alle PF hier in den Dörfern blieb aber an uns allen haften

Weil grade diese ES Betreiberin sich mehrmals öffentlich damit brüstete das man mit den PK jede Menge Geld verdienen könnte ohne viel Arbeitsaufwand.
G.s.D wurde diese ES nach guten 10 Jahren dann endlich geschlossen .

Mehr mag ich nicht dazu schreiben weil passt hier nicht her in das Posting .
Nur noch so viel dazu :::: die Kinder taten mir dort recht dolle und nur einfach leid was sie weiterhin dort durchleben mussten oder haben . Soll nun aber in keinster weise ein Angriff sein auf irgend eine andere ES....TSCHULDIGUNG



Geschrieben von Talita am 29.04.2019 um 11:01:

 

Also wenn ich eine größere Wohnung gehabt hätte, hätte ich vermutlich früher ein zweites PK aufgenommen.
Ich nahm dann schließlich ein mir bekanntes Kind auf, eigentlich war ich bei der Bewerbung überzeugt, dass ich genau wegen der Wohnsituation abgelehnt würde, aber man war wohl so froh, jemanden für dieses Kind zu haben, dass alle Richtlinien sehr großzügig ausgelegt wurden.
Ich habe anfangs mit dem Säugling gemeinsam in der Wohnstube geschlafen.
Inzwischen hatten wir das Glück eine schöne großzügige Wohnung gefunden zu haben - die ich aber nur wegen des Gelds als Erziehungsstelle finanzieren kann - ich hätte sie nicht "vorhalten" können.
Gruß
Talita



Geschrieben von Lexa am 29.04.2019 um 12:19:

 

Hmmm.
Bestätigen kann ich das mit den alten Leuten und den großen Häusern!
Wir waren fast 50 als wir uns entschieden haben unser Haus in Großstadtnähe zu verkaufen und ganz weit raus aufs Land zu ziehen und noch mal zu bauen. Auch ohne Kinderwunsch haben wir 150 qm auf 1500qm Grundstück geplant.
Ein Zimmer sollte Büro sein, ein Zimmer wollte ich ganz für mich und mein Mann wollte ein größeres Büro.
Im Laufe der Planungs und Bauzeit kam dann das Thema PK und nun hat mein Mann ein Mini Büro und ich hab gar kein eigenes Zimmer großes Grinsen . Dafür haben beide Kinder ein schönes Zimmer.
Warum darf ich nicht als Rentner ein großes Haus auf dem Land haben? verwirrt

Hier in unserer Gegend (nur recht konservative Kleinstadt in der Nähe, nächste größere Stadt 50 km entfernt) gibt es viele PE.
Wir bekommen fast nur positives Feedback, noch nie hat jemand gefragt warum wir uns das antun oder andere wertende Fragen, aber auch fast immer den Zusatz, ich könnte und wollte das nicht.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mit eigenen LK über ein PK nachgedacht hätte, ehrlich gesagt, ich denke nicht!



Geschrieben von molly42 am 29.04.2019 um 12:45:

 

... und dann gibt es noch die Pflegestellen, denen kein weiteres PK zugestanden wird.
Mit fadenscheinigen wechselnden Begründungen ...

Bis heute bin ich traurig darüber, dass meine PT als Einzelkind groß werden musste.

Ich habe mich einfach zu tief rein gekniet und zu viel um und für meine PT gekämpft...
Wissende oder kämpfende PE sind äußerst unbeliebt und das JA sitzt einfach am längeren Hebel.

Daher hält sich mein Mitleid sehr in Grenzen, wenn es heißt, man suche PF...

Es sind genügend da, aber eben mit einem Stempel auf der Akte.
Und wenn JÄ nicht über ihre Schatten springen können, dann müssen sie eben heulen !

Dass die Kinder die Leidtragenden sind, interessiert ja eh nicht ...



Geschrieben von Talea79 am 29.04.2019 um 14:48:

 

Bei uns ist es so, wie Lexa geschrieben hat: konservative Kleinstadt, in ländlichem Bereich. Relativ viele Pflegefamilien und wenn es bekannt ist, dass man PF ist, dann wird das hier sehr honoriert und positiv bewertet. Die PF, die ich kenne, haben trotz der Baustellen der Kinder, eigentlich alle sozial integrierte Kinder, die ganz gut im Leben stehen. Von daher haben PK bei uns eigentlich auch keinen negativen Stempel. Unser KiGa war ganz irritiert, als der Hp anstand und die Erzieherin einen Fragebogen zum Verhalten des Kindes ausfüllen musste ("Was wollen die denn? PK ist einfach ein Kind, ein ganz normales Kind...")
Viele der mir bekannten PE kamen durch unerfüllten Kinderwunsch zum PK, viele ältere PF haben aber bewusst PKs aufgenommen, als die eigenen Kinder groß waren und wieder Platz im Haus.
Anscheinend gibt es ein großes Stadt-Land-Gefälle. Hier auf dem Land können sich viele noch große Häuser leisten oder haben sie geerbt, viele haben große soziale oder familiäre Netzwerke, was auch hilfreich ist, wenn man viele Kinder/PK hat. Auch bleiben die Frauen gerne noch traditionell bei den Kindern zuhause oder reduzieren nach der Elternzeit ihren Stellenumfang drastisch, was sie sich auch leisten können, insbesondere, wenn PG gezahlt wird. Die konservative Prägung begünstigt das Ganze noch.
Hier schreckt die Familien m. M. nach vor allem die Angst vor Rückführung ab. Ich höre das immer wieder, dass viele sich kein PK zutrauen, aus Angst es wieder ziehen lassen zu müssen. Wir haben auch so gedacht, bis uns der Mut der Verzweiflung es uns doch probieren hat lassen.



Geschrieben von bigaze am 29.04.2019 um 14:59:

 

.... ich kann es einfach nicht empfehlen in unserem Landkreis mit dem JA sich als PE zu bewerben.
Dafür ist nach meinem Empfinden die Arbeit für die Kinder und die PE nicht ausreichend.
Da müsste sich dringend was in der Arbeitsweise ändern und das konstant und nicht nur gelegentlich das Kindeswohl im Blick sein.
Die alten bzw. schon lange PE werden hier scheinbar vergrault, braucht man nicht mehr.

Auch die Situation, dass man für alles „Bittsteller“ ist, mag nicht mehr zeitgemäß sein. Auch der ständige Wechsel von SA und Vormündern ist nicht positiv zu sehen. Wenn sich jemand ehrenamtlich engagiert muss es für Alle passen nicht nur für das Amt.



Geschrieben von Bibichanoum am 29.04.2019 um 15:18:

 

Bei uns hier auf dem Dorf funktioniert das mit der "Werbung" auch nicht so recht, obwohl es alleine in Mausis Klasse und in der Nachbarklasse zusammen 3 PK gibt, die völlig problemlos und nett sind (gehen z. T. aufs Gymnasium).

Auch hier leben Leute alleine in riesigen Häusern, und das ist angesichts der 80.000 Wohnungen, die bei uns alleine in Hamburg fehlen, ziemlich bitter.

Wir sind uns einig, dass wir unsere großes Haus wieder verkaufen werden, sobald meine Eltern nicht mehr sind und Mausi ausgezogen ist.

Alleine wohne ich definitiv nicht mit meinem Mann in der Riesenbude (könnten wir und auch nicht leisten, alleine was die Grundsteuer hier kostet, das kann man von der Rente nicht mehr wuppen).

Was wirklich für PE helfen würde: eine Bevorzugung beim Wohnungsamt bei der Wohnungssuche und eben neben Pflegegeld auch Elterngeld für mindestens 2 Jahre, egal, wie alt das Kind beim Einzug ist. Das würde es bringen, müssten nur jemand in der Behörde mal den Mut haben, es auszuprobieren.

So wie die jetzige Kampagne, die in ganz Deutschland in allen Zeitungen läuft, wird das nix ....

Das PE fehlen, verbreiten sie gerade konzertiert überall gleichzeitig, ich hab mir das Wort "Pflegekind" als Nachrichten-Alert eingestellt, daher kann ich das genau sehen.



Geschrieben von charly78sabine am 29.04.2019 um 17:01:

 

Leider würde ich keinem Menschen raten, nachdem was wir durch das Jugendamt Erleben mussten und zurzeit noch erleben, ein Pflegekind aufzunehmen. Wir sind kein Einzelfall. Ich denke, dieses spricht sich auch herum.
Es muss sich dringend etwas in der Gesetzgebung ändern und meines Erachtens dürfte die Vormundschaft nie bei einem Jugendamt liegen, wenn es sich um ein Pflegekind handelt.
Die Kinder haben es verdient in einem schönen, liebevollen Zuhause groß zu werden, dieses geht aber nur in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Die Rechte der Pflegeeltern müssten gestärkt werden, so dass auf Augenhöhe gesprochen werden darf.
Geld verdienen kann man durch ein Pflegekind nicht, wenn man normale Pflegeeltern ist und keine Erziehungsstelle. Ca. 200 Euro im Monat und dieses umgerechnet auf die Stunden?! Also muss ein Helfersyndrom bzw. der Wunsch eine Familie zu sein als Motiv da sein oder welche Motive gibt es noch?
Ich denke auch, dass sich die Gesellschaft ändert und vielleicht wurde damals es noch eher anerkannt, dass man "fremden" Kindern hilft.



Geschrieben von Matthias Bär am 29.04.2019 um 17:43:

 

@molly,
seh ich ganz genauso!! Danke, für die klare Darstellung.

@charly78sabine,
das mit dem Amtsvormund verstehe ich auch nicht. Ein Riesenfehler meines Erachtens.

Bleibt zu hoffen, dass die Gesetzgebung bald mal das Kindeswohl in den Vordergrund stellt.

Wir kennen einen Fall genau bei dem LE und PE zusammen machtlos gegen das JA sind. Wie komisch ist das denn????

Liebe Grüße: Momo73.



Geschrieben von Traumschaf am 29.04.2019 um 19:30:

 

Zitat:
Original von Lexa

Warum darf ich nicht als Rentner ein großes Haus auf dem Land haben? verwirrt


Klar darfst Du das. Und "fast 50" sind mein Mann und ich auch Augenzwinkern . So hatte ich das nicht gemeint. Ich wundere mich nur gerade in unserem Dorf so, mit ü60 ein neues zu bauen, denn sobald man unmobil wird (= kein Auto mehr selbst steuern kann), wird es echt ungemütlich bei uns. Nichts ohne Berg zu Fuß erreichbar, nicht mal die Bushaltestelle. Keine Lebensmittel am Ort usw. Kein Taxi! Das muss aus der Stadt kommen und kostet dann schon gleich 25 Euro plus!
Nur deshalb wundere ich mich. Wir werden hier weg ziehen, wenn wir unmobil werden.



Geschrieben von zaddik am 29.04.2019 um 21:42:

  RE: Eben in den Nachrichten

Zitat:
Original von Yayasister
Kam eben in den Nachrichten:

Es gibt zu wenig Pflegefamilien....

Als Grund wurde die Verknappung des Wohnraumes genannt.


Das halte ich für eine Falschmeldung. Und wenn es so ist, dass eine Familie an Wohnungsknappheit leidet und deshalb kein PK aufnehmen kann, dann ist das eben so. Ich finde es "gefährlich" auf Kosten eines PK sein Bedürfnis nach mehr Wohnraum zu stillen.



Geschrieben von Bibichanoum am 29.04.2019 um 22:25:

 

Es gibt allerdings in vielen Städten eine Mindestgröße für Wohnungen, niedergelegt in Vorschriften.

Wenn eine 4-köpfige Familie in einer 3-Zimmer-Wohnung wohnt, wird das JA dort kein PK zuziehen lassen.



Geschrieben von manuela am 29.04.2019 um 22:29:

 

Na ja Zaddik, ganz so kann man es nicht sehen. In Ballungsräumen in denen die Mieten inzwischen enorm sind, werden die meisten Familien kein Zimmer "übrig" haben. Ob sie deshalb ein Bedürfnis nach mehr Wohnraum haben und dies mit Hilfe eines PK verwirklichen wollen, ist schon eine gewagte These. Aber wenn der ehrliche Wunsch nach einem PK besteht, muss auch der entsprechende Wohnraum da sein.
Ich gestehe wir sind in dieser Hinsicht auch sehr verwöhnt. Wir wohnen zu dritt auf 160qm und wenn ich eines der Zimmer für ein weiteres PK bräuchte, wüsste ich nicht welches, denn irgendwie brauchen wir alle Räume.
Meine Freundin in München wohnt mit 3 Personen auf 100qm und hat noch jahrelang BSPF mit teilweise 2 Kindern gemacht. Das ging auch. Allerdings zahlt München pro Tag und Kind 100,- in der BSPF und PE sind dort zumindest in der BSPF keine Mangelware (sie war oft Wochen nicht belegt). In der DPF ist das PG kaum höher als bei uns, deshalb werden viele Kinder in den Umkreis vermittelt. Für die Miete einer 4-Zimmer Wohnung in München Stadt kommt bei uns eine 4-köpfige Familie über die Runden.



Geschrieben von hdgdldJ am 30.04.2019 um 07:40:

 

Zitat:
Original von Bibichanoum
Es gibt allerdings in vielen Städten eine Mindestgröße für Wohnungen, niedergelegt in Vorschriften.

Wenn eine 4-köpfige Familie in einer 3-Zimmer-Wohnung wohnt, wird das JA dort kein PK zuziehen lassen.


...es sei denn, es handelt sich um einen Campingplatz...


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