Pflegeeltern.de (http://www.pflegeeltern.de/index.php)
- Das schwarze Brett (http://www.pflegeeltern.de/board.php?boardid=1)
--- Medien (http://www.pflegeeltern.de/board.php?boardid=3)
---- Fernseh- und Radiotipps, sowie Videos im Netz (http://www.pflegeeltern.de/board.php?boardid=230)
----- Gerade bei einsfestival (http://www.pflegeeltern.de/thread.php?threadid=52100)


Geschrieben von sorbe am 09.02.2013 um 13:13:

  Gerade bei einsfestival

Gerade läuft ein interessanter Beitrag auf einsfestival "Ruhig gestellt und ...
Habe den Link leider nicht gefunden.



Geschrieben von sorbe am 10.02.2013 um 12:04:

  RE: Gerade bei einsfestival

Hier noch einmal der Link zur Mediathek von einsfestival und der Sendung.
Ging gestern zu schnell. Vielleicht hat ja doch jemand Interesse sich die Sendung an zu sehen.
http://www.einsfestival.de/videos/dokus/doku_mediathek.jsp?video=/videos/dokus/video_xml/2013/pw_06/130205_ruhig_gestellt_und_angepasst.xml&seite=1

Die Reportage hieß: Ruhiggestellt und angepaßt.



Geschrieben von KUH-VADIS am 10.02.2013 um 12:14:

 

verwirrt verwirrt geschockt geschockt

es ist ja auch so praktisch, Kinder die nicht der "Norm" entsprechen als ADHS /ADS ler zu behandeln.

Habe selbst so ein Kind zuhause-welches im KiGa und Vorschulalter immer wieder zappelig und unkonzentriert war.

Heute ist er ---ohne Medikamente---im Gymi, da wir eine gute Psychologin hatten, die ihn auch hochbegabt testete.

Aber Kinder müßen heute ja schon im KiGa angepasst sein und dürfen keine "Arbeit" machen. Und wehe sie sind zu laut Schreck Schreck



Geschrieben von sorbe am 10.02.2013 um 12:29:

 

Du/ihr gemeinsam mit euerem Kind habt das gemacht. Das Psycho-Tantchen hat nur einwenig nachgeholfen.
Daumen Daumen Daumen Daumen Daumen



Geschrieben von ergosr am 10.02.2013 um 12:30:

 

Zitat:
Original von KUH-VADIS
verwirrt verwirrt geschockt geschockt

es ist ja auch so praktisch, Kinder die nicht der "Norm" entsprechen als ADHS /ADS ler zu behandeln.

Habe selbst so ein Kind zuhause-welches im KiGa und Vorschulalter immer wieder zappelig und unkonzentriert war.

Heute ist er ---ohne Medikamente---im Gymi, da wir eine gute Psychologin hatten, die ihn auch hochbegabt testete.

Aber Kinder müßen heute ja schon im KiGa angepasst sein und dürfen keine "Arbeit" machen. Und wehe sie sind zu laut Schreck Schreck


Stimmt komplett!

Jedoch finde ich den Umkehrschluss genauso tragisch:

Nämlich, dass die wenigen Kinder mit einem echten AD(H)S oft deshalb nicht mehr adäquat behandelt werden, da sie (bzw. ihr direktes Umfeld in Familie, KiTa, Schule) in die selbe Kategorie gesteckt werden - Modediagnose und schnelle Vorurteile!

Hier wird ein gesellschaftliches "Massenphänomen" zum echten Disaster für Menschen, die unter den direkten Folgen einer angeborenen Reizfilterschwäche leiden und denen angemessene Hilfe versagt wird, da im Allgemeinen die Diagnose AD(H)S ein gesellschaftsgemachtes Problem ist! Diesen betroffenen Kindern bzw. deren Eltern bekommen dann das Signal: "Gebt Euch mehr Mühe mit Eurem Kind und seiner Erziehung, macht es Euch nicht so einfach mit einer 'Diagnose', die gar keine ist!!!"

Das "Störungsbild ADS/ADHS" wurde bereits im 18. Jahrhundert vom deutschen Arzt Heinrich Hoffmann bereits 1845 in den Geschichten des "Zappel-Phillip" und des "Hans-Guck-in-die-Luft" eindrücklich beschrieben. (http://de.wikipedia.org/wiki/Struwwelpeter) ... weit vor dem Hype von "Wohlstands-Krankheit"



Wisst Ihr, was ich meine?

LG Solveig



Geschrieben von sorbe am 10.02.2013 um 13:17:

 

hi ergosr,
wieviel kinder glaubst du, haben "echtes ADHS"? und was heißt "echtes" für dich. Glaubst du wirklich, es ist eine Hirnbotenstoffstörung?
Du hältst viel von den Büchern, Fortbildungen und Vorträgen des Dr. K.-H. Brisch. Hast du ihn ein einziges Mal gerade zu diesem Thema und das ganz konkret gefragt? Ich habe es getan und eine - für mich ehrliche - Antwort erhalten. Ich weiß, dass er in nächster Zeit in Dresden sein wird.
Auch im 19. Jahrhundert gab es bereits Bindungsstörungen bei Kindern - meiner Ansicht nach, liegt hier das große persönliche und gesellschaftliche Problem.
Ich glaube an keine Therapie - bei diesem Thema - wenn nicht auch die Familie sich verändert, anders wird, anders miteinander umgeht. Schon die Nennung dieser Erkrankung sagt, A (Aufmerksamkeit) D (Defizit) H (Hyperaktivität) Störung. Ich bin der festen Überzeugung, dass hier der Schlüssel liegt. Doch keiner will Eltern wirklich unterstellen, dass sie sich zu wenig (nicht bewußt, denn sie haben es so selbst erfahren und geben es nur weiter) emotional um ihren Nachwuchs kümmern. Nein, ihnen fällt es gar nicht auf, dass es so ist. Es ist nicht böswillig. Aber wissen sollte man es.
Habe ich wirklich einmal die Zeit und sitze irgendwo auf der Bank, so sehe ich bewußt, was da so alles mit Kindern läuft.
Auf dem Spielplatz z.B. ein Kind hat schon 20. Mal gerufen "Mama, schau wie ich das mache. Doch Mama sitzt auf der Bank und telefoniert - oft Stunden lang. Und auf den Spielplatz ist nur - meiner Ansicht nach gegangen worden, um zu telefonieren und nicht die Zeit, die bis zum Abendbrot bleibt wirklich mit dem Kind zu verbringen. Ich könnte noch zich andere Beispiele aufzählen. Aber diese Kinder sind es, die sich dann wehren - mit eben diesem Verhalten.
Verstehst du was ich meine.



Geschrieben von ergosr am 10.02.2013 um 13:41:

 

Zitat:
Original von sorbe
hi ergosr,
wieviel kinder glaubst du, haben "echtes ADHS"? und was heißt "echtes" für dich. Glaubst du wirklich, es ist eine Hirnbotenstoffstörung?
Du hältst viel von den Büchern, Fortbildungen und Vorträgen des Dr. K.-H. Brisch. Hast du ihn ein einziges Mal gerade zu diesem Thema und das ganz konkret gefragt? Ich habe es getan und eine - für mich ehrliche - Antwort erhalten. Ich weiß, dass er in nächster Zeit in Dresden sein wird.
Auch im 19. Jahrhundert gab es bereits Bindungsstörungen bei Kindern - meiner Ansicht nach, liegt hier das große persönliche und gesellschaftliche Problem.
Ich glaube an keine Therapie - bei diesem Thema - wenn nicht auch die Familie sich verändert, anders wird, anders miteinander umgeht. Schon die Nennung dieser Erkrankung sagt, A (Aufmerksamkeit) D (Defizit) H (Hyperaktivität) Störung. Ich bin der festen Überzeugung, dass hier der Schlüssel liegt. Doch keiner will Eltern wirklich unterstellen, dass sie sich zu wenig (nicht bewußt, denn sie haben es so selbst erfahren und geben es nur weiter) emotional um ihren Nachwuchs kümmern. Nein, ihnen fällt es gar nicht auf, dass es so ist. Es ist nicht böswillig. Aber wissen sollte man es.
Habe ich wirklich einmal die Zeit und sitze irgendwo auf der Bank, so sehe ich bewußt, was da so alles mit Kindern läuft.
Auf dem Spielplatz z.B. ein Kind hat schon 20. Mal gerufen "Mama, schau wie ich das mache. Doch Mama sitzt auf der Bank und telefoniert - oft Stunden lang. Und auf den Spielplatz ist nur - meiner Ansicht nach gegangen worden, um zu telefonieren und nicht die Zeit, die bis zum Abendbrot bleibt wirklich mit dem Kind zu verbringen. Ich könnte noch zich andere Beispiele aufzählen. Aber diese Kinder sind es, die sich dann wehren - mit eben diesem Verhalten.
Verstehst du was ich meine.


Ach Mensch...ich will jetzt keine "Zitateschlacht", aber:

schau mal auf die folgenden Seiten:
http://www.khbrisch.de/files/brisch_ptsd_ahds.pdf

Hier spricht Brisch von "Posttraumatischen Belastungsstörungen und Störungen der Aufmerksamkeit" Das heißt, er beschäftigt sich explizit mit den Folgen von frühen Bindungsirritationen, frühkindlichen Traumatas und bezieht den Hirnstoffwechsel dieser Kinder intensiv in seine Gedanken ein. Brisch spricht aber NIEMALS von Trauma als alleinige Ursache für DAS AD(H)S, sondern er schreibt über das hochsensible System von Hirnstoffwechsel und dessen Beeinflussbarkeit durch äußere Reize.

Besonders interessant fand ich, dass er zum Thema Therapie (Seite 59 unten) unter anderem den unterstützenden Einsatz von Methylphenidat empfiehlt!

Brisch lehnt an keiner Stelle die Existenz des primären AD(H)S-Syndroms ab, sondern er beleuchtet es unter dem Aspekt "Frühe Kindheitserfahrung und deren Bedeutung für die Entstehung einer Aufmerksamkeitsstörung". Seie Erkenntnis: AUCH eine frühe Bindungsstörung/ eine frühe Traumatisierung trägt ein hohes Risiko, AD(H)S-Symptome zu entwickeln, dessen Ursache er in einem leicht irritierbaren frühkindlichen Hirnstoffwechsel sieht.



Geschrieben von sorbe am 10.02.2013 um 14:13:

 

von wann ist der vortrag?
Im April 2012 sah die sache für ihn ganz anders aus.
Er lehnt es zwischenzeitlich ab, diese Medikamente auf "Dauer" einzusetzen.
Eine wohl dosierte Gabe zum Beginn einer Therapie, die nur, aber auch nur gemeinsam mit den Eltern erfolgt, höchstens 1/4 Jahr - zur Erleichteung des Einstieges, hält er für gerechtfertigt.
Aber auch hier ist die Ursache "Bindung" und nichts anderes und darin macht er sich stark. Er spricht nicht von einem "aus der Luft" kommend ohne Ursache. Nur das meine ich.
Früher hat Brisch, wie viele andere Kliniken auch, Bindungsstörungen in Gruppen "therapiert" inzwischen geht es nur 1:1. Auch ein "Forscher" macht gedanklich noch Fortschritte. Und ja, Wissenschaft ist nichts starres, nichts feststehendes - das glaube auch ich und das entnehme ich auch deinen Worten.


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH