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Geschrieben von peutetre am 27.02.2008 um 08:12:

Lampe Erkelenz: Besondere Herausforderung

Erkelenz (RP) Kinder können sich Vater und Mutter nicht aussuchen. Peter Müller schon: Er sucht für Kinder, die nicht in ihren Familien bleiben können, passende Eltern. Der Mitarbeiter des Jugendamts betreut die Pflegefamilien. 54 Kinder leben zurzeit in Erkelenz, die das Jugendamt nicht in der Obhut ihrer leiblichen Eltern lassen konnte. Eltern, die sich nicht angemessen um ihre Kinder kümmern können, die ihre Kinder vernachlässigten und oft misshandelten. Fast alle dieser Eltern sind schwer psychisch oder suchtkrank, sagt Müller.

Manchmal müssen Kinder nur für eine kurzen Zeit aus ihren Ursprungsfamilien genommen werden, oft auf Dauer. Für diese Kinder sucht das Jugendamt Pflegeeltern, die bereit sind, ein Kind wie ihr eigenes aufzunehmen – wohlwissend, dass dieses Kind gesetzlich und manchmal auch emotional das Kind seiner leiblichen Eltern bleibt.

Gute Vorbereitung ist wichtig

Pflegeeltern zu sein – das ist eine besondere Herausforderung, sagt Müller. Wegen der Rolle der leiblichen Eltern einerseits und dem besonderen Schicksal der Kinder andererseits. „Die meisten haben ihr Päckchen zu tragen“, sagt Müller. Sie sind in ihrer Entwicklung nicht altersgemäß, haben Gewalt erlebt, brauchen Therapie. Müller sieht aber auch das Ergebnis in den Pflegefamilien: „Die Kinder kommen mit Defiziten und machen erstaunliche Entwicklungen.“

Um ihrer Rolle gewachsen zu sein, werden die Eltern gut vorbereitet. Wer sich für eine Pflegeelternschaft interessiert, bekommt zuerst eine Broschüre des Jugendamts zugeschickt, die Fragen, Beweggründe, Ängste beleuchtet. Wer nach dieser ersten Information weiter ein Pflegekind annehmen will, kommt zum Gesprächs ins Jugendamt. Schließlich bieten die Jugendämter von Erkelenz, Hückelhoven und Heinsberg gemeinsam ein Vorbereitungsseminar an. „Die Eltern sind sich der Herausforderung bewusst“, sagt Müller.

Bislang sei es den Jugendämtern gemeinsam immer gelungen, passende Pflegeeltern zu finden, „es könnten aber mehr sein“. Dank der guten Vorbereitung und der weiteren Betreuung habe er auch noch nie erlebt, dass eine Pflege misslingt, das Kind nicht bei seiner neuen Familien bleiben könne. „Das wäre ein Drama, sagt Peter Müller – für das Kind und die Pflegeeltern.


Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/erkelenz/nachrichten/erkelenz/537517


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